Als Beier von den Miesepetern redet, ist es schon spät und um ihn herum herrscht jede Menge Trubel. Das Stadtfest am Samstag, das auch vom Fränkischen Tag (FT) mitgetragen wurde, war ein voller Erfolg.



Schwer zu schätzen, wie viele Menschen in den späten Abendstunden zu gleicher Zeit den Marktplatz bevölkerten. 2000? 3000? Viele tanzten vor der Bühne, auf der die "Silhouettes" spielten. Aber noch mehr Menschen saßen auf den Bänken, die aufgebaut wurden. Was sich nach einem späten Konzert anhört, nahm aber schon weit vorher seinen Anfang, mit einer Zumba-Show, mit einem Info-Stand des FT, mit Musik, Ausschank und Unternehmen sowie Vereinen, die sich mit Aktionen für die Flutopfer 2013 stark machten. Ein Flickerlteppich voller größerer und kleinerer Ereignisse.
Tobias Wolf kann grimmig schauen. Er wird heiraten.
In einer Sträflingsmontur hat es ihn und Freunde zu einem Junggesellenabschied aus dem thüringischen Dorfilm nach Lichtenfels verschlagen. "Ich musste in den Zug steigen, wusste nicht, wohin es geht, dann hieß es: aussteigen", sagt er. Sein Grimm ist verflogen, er hat eine Ausgabe des FT in der Hand, lässt am Info-Stand ein Scherzbild von sich und seinen Kumpels anfertigen und sieht gut gelaunt seiner Vermählung entgegen.

Gäste von überall her
Überhaupt durfte Lichtenfels schon am Samstag, dem ersten von zwei Tagen voller Geselligkeit am Marktplatz, viele auswärtige Gäste empfangen. So wie Gerd und Rosi Zschunke.
Aus der Nähe von Chemnitz stammend befindet sich das Rentner-Ehepaar auf einer allen Berechnungen nach 13-tägigen Fahrradfreizeit in Richtung Amsterdam. "Spontan bei Lichtenfels vorbeigekommen", sei man. Die Strecke habe das hergegeben. 80 bis 100 Kilometer Strecke legt das in Groß touren erfahrene Ehepaar täglich zurück. Jetzt sitzt es auf dem Marktplatz und genießt das Treiben. Gerade spielten Christian Bauer & Friends auf der Bühne, nun formiert sich vom Fitness-Studio "fit'n fun" eine Zumba-Gruppe auf der Bühne.
"Bernd, der Zumba-Spinner" - mit diesen Worten stellt sich ein Mann vor, der seine Leidenschaft soeben auf der Bühne ausgelebt hat. Gute Laune in synchroner Choreographie, Sport und Tanz in Einklang, könnte man sagen. Als einer von zwei, drei Männern steht er inmitten einer Abordnung von Frauen, deren Leidenschaft es ist, Zumba-Kurse zu geben oder zu belegen. Für ihren Auftritt gibt es großen Applaus vom Publikum. Ein zweiter folgt, nicht weniger umjubelt. "Ich hab's net ganz so erwartet, aber es ist sehr gut gelaufen", sagt Lisa Bielawski. Sie ist angehende Sport- und Fitnesskauffrau und kann bestätigen, dass das Programm der Truppe auffiel und Zustimmung fand. Was auch für den Stand des FT gilt, der sich als lohnender Ausbildungsbetrieb rund um das Thema Medien vorstellte. Martina Scholz, die an diesem Stand Dienst tat, sprach von einer Bereicherung für die Stadt mit vielen netten Kontakten.
Bleibt noch der Abend zu erwähnen. Die Band "Silhouettes", Matadoren auch schon vergangener Zeiten, immer noch nicht eingerostet und musikalisch pieksauber, spielten ein "Best of" der Rock- und Popmusik. Von Raffertys "Baker Street" bis Crosby, Stills und Nash. Songs, die zu Herzen gehen und einfach gut sind. Da blieb auch das Publikum bis weit in die Nacht sitzen und genoss einen lauen Sommerabend. Und manche tanzten auch.