Des einen Freud, des andern Leid. Während die Piloten der Modellfluggruppe Phoenix-Lichtenfels bei der Ausübung ihres Hobbys vor lauter Freude in die sprichwörtliche Luft gehen, geht so mancher Bürger in den Ortsteilen Zeublitz (Altenkunstadt) und Wolfsloch (Hochstadt) bei den surrenden Geräuschen der Flugzeuge vor lauter Wut an die Decke. Zwischen den beiden Dörfern befindet sich der Flugplatz der Modellflieger.

Diese würden gerne einen Schutzzaun errichten, der es ihnen ermöglichen würde, Elektro- und Verbrennermodelle starten zu dürfen, die mehr als fünf Kilogramm wiegen. Bislang wurde ihnen das verwehrt. Was lange währt, wird nun endlich für die Modellfluggruppe gut. Ein Sinneswandel bei der CSU, der größten Fraktion im Altenkunstadter Gemeinderat, machte es möglich. Dieser beruhte auf einer Lärmmessung am 1. August 2017. Diese hatte ergeben, dass die gemessenen Werte weit unter dem festgelegten Grenzwert von 77 Dezibel liegen.

CSU schwenkt um

"Es liegen keine massiven Beeinträchtigungen vor", stellte Gunther Czepera (CSU) diesbezüglich fest. Mit elf zu sechs Stimmen wurde bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in der Grundschulturnhalle der Antrag der Fluggruppe auf Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes genehmigt. Damit steht dem Bau des Zaunes, der Errichtung von Pkw-Stellplätzen, einer Schutzhecke für Kleintiere sowie der Anlage einer Bodenbrüterfläche nichts mehr im Wege.

Ablehnung im Februar

Noch im Februar dieses Jahres hatten Gemeinde und Bauausschuss einen entsprechenden Antrag der Modellflieger abgelehnt. Daraufhin schaltete sich das Landratsamt ein und forderte die Gemeinde mit Verweis auf die Lärmmessung auf, noch einmal abzustimmen. Über den Sinneswandel der Christsozialen rieben sich die Freien Wähler verwundert die Augen, die noch einmal jede Menge Argumente in die Waagschale geworfen hatten, um das Vorhaben zu verhindern. Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) hatte auf Anzeigen von Bürgern verwiesen und darauf, dass das Wild künftig zwischen der B 173 neu und dem Flugplatz eingepfercht werde. Rolf Gnatzy von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) wiederum hatte die Befürchtung geäußert, dass mit den schwereren Maschinen der Fluglärm näher an den Grenzwert heranrücken werde.

Freud und Leid liegen oft nah beieinander. "Die Grundstücksverhandlungen für den Dorfplatz in Baiersdorf, Herzstück der Dorferneuerung, konnten erfolgreich abgeschlossen werden", verkündete Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) freudestrahlend.

Spielplatzerweiterung vom Tisch

Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff hingegen sah sich als Überbringer einer schlechten Nachricht: "Der Geltungsbereich für die einfache Dorferneuerung in Baiersdorf wurde vom Amt für Ländliche Entwicklung mit Sitz in Bamberg auf die Altenkunstadter Straße gelegt, der als Ortsmittelpunkt geschaffen und gestaltet werden soll." Angedachte Projekte, wie zum Beispiel die Erweiterung des Spielplatzes in der Forststraße, sind somit vom Tisch. Auch der nördliche Ortsteingang in der Altenkunstadter Straße zählt nicht mehr zum Geltungsbereich. Privatmaßnahmen sind ebenfalls nur im Geltungsbereich möglich.

Die Planungsgruppe Strunz hält einen Beginn der Maßnahmen zur einfachen Dorferneuerung im nächsten Jahr für unwahrscheinlich. Begründung: Zuvor müssten die Planungen für die Sanierung der Kanäle und Wasserleitungen sowie der Straßen in Baiersdorf abgewartet werden. Empört und enttäuscht zugleich zeigten sich die Baiersdorfer Gemeinderäte. "Das ist ein Schlag ins Gesicht der Einwohner", entrüstete sich Frank Novotny. Es sei schön, dass der Dorfkern ein neues Gesicht erhält. Zu einer richtigen Dorferneuerung gehöre aber auch der gesamte Ort dazu. "Mit der Verkleinerung des Sanierungsgebietes werde das Engagement der Bürger niedergebügelt. Das ist eine Frechheit", schimpfte Rebecca Mätzke-Zapf. Hümmer hatte zudem mitgeteilt, dass die Querungshilfe von Maineck kommend weiterhin in den Planungen enthalten sei. Das angedachte Baumtor an einem der Ortseingänge könne man auch unabhängig von der Dorferneuerung pflanzen.

Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen in Altenkunstadt boomt. "Wir haben in diesem Jahr eine Rekordanzahl an Anmeldungen", sagte Pfaff in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

In der Kathi-Baur-Kita besuchten 40 Buben und Mädchen die Kinderkrippe, 81 die Kita und 56 den Hort für die Grundschulkinder. Für den Kreuzbergkindergarten bezifferte er die Zahl der Plätze in der Notgruppe auf 21 und in der Regelgruppe auf 112. "In der Interimslösung des BRK im katholischen Pfarr- und Jugendheim in der Klosterstraße waren bereits zwei Wochen nach dem Start im September die 20 Plätze für Vorschulkinder ab zweieinhalb Jahren ausgebucht", sagte Pfaff. Seinen Worten zufolge gebe es bereits eine Warteliste, da eine Anhebung der Plätze beantragt worden sei. Die Einrichtungen würden aus allen Nähten platzen, bilanzierte der Redner. Deshalb werde es Zeit, dass das Haus des Kindes des BRK-Kreisverbandes im September nächsten Jahres in der Theodor-Heuß-Straße an den Start gehe, knüpfte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) an die Ausführungen Pfaffs an.

Fahrbahn hat sich gesenkt

Auf der B 289 zwischen Burgkunstadt und Theisau hat sich der untere Fahrstreifen zur Eisenbahnlinie und zum Main hin wegen Trockenheit gesenkt. Es droht ein Abrutschen der sanierungsbedürftigen Straße. Ab 19. Oktober wird der Verkehr deshalb wegen Hangarbeiten über Maineck und Baiersdorf umgeleitet. Die Altenkunstadter Straße in Baiersdorf soll für den Schwerlastverkehr gesperrt werden, der über Weismain zum Frachtumschlagszentrum nach Altenkunstadt fahren soll. "Gibt es hierfür eine Zusage vom staatlichen Bauamt?", fragte Ludwig Winkler (FBO). "Ja", erwiderte Hümmer.

Wie geht es mit den Bauarbeiten an der Grundschule weiter? Darüber informierte Bürgermeister Hümmer. "In dieser Woche werden die Dachgauben gefertigt und nächste Woche auf dem Dach montiert. Danach erfolgt der Innenausbau im Dachgeschoss", sagte er. Vom Arbeitsablauf her wäre es am besten, wenn sich bis dahin die Dacheindeckung auf dem Dach befände. Allerdings habe man die Verhandlungen mit dem beauftragten Dachdeckerunternehmen noch nicht zum Abschluss bringen können, räumte der Bürgermeister ein. Aktuell wisse man nicht, wann die Dacharbeiten durchgeführt würden. Installiert wurden die Trockenbaudecken in der Toilette des ersten Obergeschosses. Die Klempnerarbeiten, fuhr Hümmer fort, seien weitgehend abgeschlossen. Nach Anbringung der Dachgauben werde man diese abschließen. Beim Fußboden wurde mit den Schleifarbeiten begonnen. Der Terrazzoboden wird von einer Spezialfirma ausgeglichen. Im Keller werden derzeit Putzarbeiten durchgeführt. Mit dem Strom- und Glasfaseranschluss soll den Ausführungen Hümmers zufolge noch im Oktober begonnen werden.

Georg Deuerling kritisierte die Sanierung der Straße zwischen Zeublitz und Wolfsloch. Der Asphalt wurde durch Schotter ersetzt. Bei Regen würden die Steine weggespült. "Das ist eine Verschlechterung", sagte er. Besser wäre es gewesen, die Straße wieder zu asphaltieren. Um einem Bürger die Möglichkeit zu geben, im Außenbereich von Maineck ein Einfamilienhaus mit Garage zu bauen, wurde eine Einbeziehungssatzung Maineck-"Waldweg" erlassen. Das Areal befindet sich am südlichen Ortsrand des Gemeindeteiles und umfasst 0,23 Hektar. Der Eingriff in Natur und Landschaft wird durch die Festsetzung eines fünf Meter breiten Grünstreifens entlang der südlichen Grenze ausgeglichen. stö