Der 25. Todestag von Franz Josef Strauß stand im Mittelpunkt der Feier der Landkreis-CSU zur Deutschen Einheit am Donnerstag.

Am Gedenkstein am Kloster Banz legten der CSU-Kreisvorsitzende, Landrat Christian Meißner, die designierten Abgeordneten des Bundestags, Emmi Zeulner, und des Landtags, Jürgen Baumgärtner, sowie die Kreisvorsitzende der Frauen-Union Melita Braun, der Leiter der Bildungsstätte Kloster Banz, Michael Möslein und CSU-Kreisgeschäftsführerin Edith Güthlein einen Kranz nieder. Die Hochstadter Blasmusik umrahmte die Feier.

Christian Meißner strahlte: "Wir haben allen Grund zu feiern", sagte er und verwies auf die zurückliegenden, für die CSU erfolgreichen Wahlen.

Die Deutsche Einheit wäre ohne die Vorarbeit von Franz Josef Strauß nicht möglich geworden, unterstrich Hauptrednerin Emmi Zeulner. In seiner Bundestagsrede am 24.
Februar 1955 habe er schon seine Vorstellung von der Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit vorgestellt. Den Krieg als Mittel der Politik habe er ausgeschlossen.

Verkannt werde oft, welch überzeugter Europäer Strauß war, fuhr die Rednerin fort. Er habe mehrmals betont, dass eine Wiedervereinigung nicht allein durch unseren guten Willen herbeigeführt werden könne, sondern nur durch ein geeintes Europa.

Früh von Strauß beeindruckt

Als junge CSU-Politikerin sei sie schon früh von Strauß beeindruckt gewesen, sagte Emmi Zeulner, "weil er an seinen Überzeugungen festhielt, öffentlich und streitbar". "Erleben konnte ich ihn nicht, kennenlernen schon", sagte sie.

Altlandrat Reinhard Leutner habe, wenn er ihr, der jungen Kreisrätin, "die Welt erklären wollte", immer ein Foto von Strauß hervorgeholt. Bei einer dieser Gelegenheit habe Leutner ihr das "Du" angeboten, so wie Strauß ihm das "Du" angeboten hatte. "Da waren wir schon zu dritt: der Landrat, FJS und ich", sagte sie.

Die Tage der Wiedervereinigung habe sie noch nicht bewusst erlebt, sagte die junge Politikerin. "Für mich gibt es kein Ost und kein West, in meinem Bewusstsein war und ist immer nur das geeinte Deutschland". Es werde die Aufgabe ihrer Politikergeneration sei, auch im Sinne von Strauß für ein weiterhin geeintes Europa zu streiten.

Der neu gewählte Landtagsabgeordnete Jürgen Baugärtner erinnerte an das Leid des Zweiten Weltkrieges und seine Folgen. Er sagte, er sei Polen und Ungarn dankbar, dass sie der deutschen Wiedervereinigung zugestimmt hätten.

Hart ins Gericht ging er mit dem politischen Gegner. Der ehemalige SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder, sein Außenminister Joschka Fischer und der damalige SED/PDS-Vorsitzende Gregor Gysi wollten die Deutsche Einheit nicht. Für ihn war dann der 3. Oktober der Tag, an dem Visionen Wirklichkeit wurden.