Nein, "Forelle Müllerinnen-Art" wird es in der künftigen Mühlenwirtschaft nicht geben, winkt Fritz Müller ab. Auf der Karte werden einfache fränkische Speisen zu finden sein, Brotzeiten vor allem. Und dazu wird es fränkisches Bier geben, vielleicht sogar ein selbstgebrautes, denn Fritz Müllers Bruder ist Brauer.
Doch bis es soweit ist, fließen noch einige Liter Wasser die Lauter hinunter und übers Mühlrad - dabei erzeugen sie Tag für Tag viereinhalb Kilowattstunden Strom. Anfang des nächsten Jahres möchte Fritz Müller die Mühlenwirtschaft eröffnen. Seit gut zwei Jahren arbeitet er daran, sein Elternhaus von Grund auf zu sanieren. Nun ist der 55-Jährige mit den gröbsten Arbeiten fertig. Der Feinschliff fehlt allerdings noch. Die Flure und der Toilettenbereich sind vollendet. Die Küche ist komplett eingerichtet, die Geräte sind angeschlossen.
Der Mahlraum, das Herzstück der einstigen Mühle, wo heute noch der Trichter des Mehlmischers beherrschend ist, wird zur Gaststuben. Stühle, Tische und Bänke stehen bereits im Raum, maßgefertigt von Schreiner Stefan Potzel aus Loffeld. Bis zu 40 Personen werden einmal in diesem urigen Raum Platz finden, in dem auch der restaurierte Mühlstein und etliche Accessoires an die vormalige Nutzung des Gebäudes erinnern, dessen Kern aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Ein Konstrukteur wird Wirt


Der Tresen, hinter dem sich die vollkommene Metamorphose vollziehen wird, fehlt derzeit noch: hinter diesem Schanktisch wird sich der gelernte Konstrukteur Fritz Müller 2012 in einen Gastronomen verwandeln. Wie es mit Servicepersonal aussieht? Fritz Müller sagt, er suche noch Leute. Allein könne er die Mühlenwirtschaft sicher nicht betreiben. Am Anfang werde er wohl nicht jeden Tag öffnen, zunächst werde er wahrscheinlich nur mittwochs und sonntags öffnen.
Doch zunächst gilt es, die letzten Baustellen zu beseitigen: Von der Horsdorfer Hauptstraße zur rückwärtig gelegenen Fuchsenmühle baut Fritz Müller derzeit eine Brücke und eine neue Zufahrt über ein Grundstück, das die Stadt Bad Staffelstein zur Verfügung gestellt hat. Fachbehörden und Stadtverwaltung, sagt er, hätten ihn sehr unterstützt beim Verwirklichen seines Traums, die Mühle zu sanieren und mit Mitte 50 einen Neuanfang als Wirt zu wagen.

Umfassende Mühlensanierung


2006 hatte Fritz Müller damit begonnen, die Nebengebäude der Fuchsenmühle zu restaurieren. 2007 hatte er für die mustergültige Sanierung einer Scheune den "Goldenen Ammoniten", den jährlich vergebenen Baupreis des Landkreises Lichtenfels und der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, erhalten. Ziel dieses Preises ist es, die regionale Baukultur aufzuzeigen und beispielhafte Leistungen zu honorieren.
Ursprünglich hatte Fritz Müller gar nicht vor, das ganze Haus zu sanieren, geschweige denn, eine Gastwirtschaft darin unterzubringen. Diese Idee, sagt er, sei ihm und seinen Gästen bei einer Geburtstagsfeier gekommen. So abwegig das zunächst erschien, nach und nach gefiel ihm dieser Plan immer besser.
Finanziell und ideell erhielt Fritz Müller Unterstützung von der Stadt Bad Staffelstein und vom Kreis Lichtenfels, von der Oberfrankenstiftung und der Bayerischen Landesstiftung, von der Dorferneuerung und vom Landesamt für Denkmalpflege. Er arbeitete zusammen mit seinem Architekten einen Sanierungsplan aus und machte sich ans Werk.

Mühlenmuseum und Biergarten


Mit viel Eigenleistung wurde aus der alten Mühle ein außen und innen schmuckes Gebäude. "Es macht schon Spaß, so etwas herzurichten", sagt Fritz Müller, der schon weitere Ideen im Kopf hat. Im ersten Stock des Gebäudes möchte er ein kleines Mühlenmuseum einrichten. Seinen Bruder, der Brauer ist, versucht er noch dazu zu bringen, hin und wieder ein spezielles Mühlenbier aufs Fass zu ziehen. Überhaupt möchte er Bier, Brot und Wurst von heimischen Erzeugern anbieten. Auf den Tisch komme jedenfalls nichts, was stundenlang über die Autobahnen gekarrt werden muss. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja hin und wieder die Möglichkeit zu einem Weinabend. Wenn man aus dem Fenster der Mühle schaut, fällt der Blick schließlich direkt auf den kleinen Weingarten am Südhang des Staffelbergs.
Im Sommer, das ist jetzt schon sicher, wird Fritz Müller im Hof einen Biergarten öffnen - "aber das ist das wenigste", sagt er, "erst muss ich mit dem Innenausbau fertig werden".