Die Flur zwischen Buch am Forst, Birkach und Obersiemau ist nach 31 Jahren neu gestaltet. Aus diesem Grund wurde ein Gedenkstein an der Kreisgrenze aufgestellt.
"In Buch am Forst, in Birkach am Forst und Obersiemau ist viel geschehen für eine moderne zeitgemäße Landwirtschaft, für Naturschutz und Landschaftspflege sowie für vitale Dörfer." Mit diesen Worten fasste der Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Anton Hepple, die Dorferneuerung und Flurneuordnung zusammen, die am Freitag bei der Abschlussfeier in Buch ihr offizielles Ende fanden. Ein Gedenkstein an der Landkreisgrenze zwischen Obersiemau und Buch am Forst wurde eingeweiht, und zahlreiche Vorstandsmitglieder wurden geehrt.
Die Anerkennung des Leitenden Baudirektors Hepple galt allen Grundeigentümern und den Vorstandsmitgliedern, die sich aus seiner Sicht für den richtigen, aber zunächst unbequemen Weg entschieden haben. Der örtliche Vorstand, der das Wegenetz entwerfe, die Wertermittlung durchführe und die Neuverteilung der Flächen vorbereite, stehe immer in der Kritik, fuhr Hepple fort. Denn wer sich einsetze, der setze sich auch aus. "Die Flurneuordnung und die in allen Orten durchgeführte Dorferneuerung ist aus meiner Sicht gut gelungen", zog er nach 31 Jahren Planung, Bautätigkeit und Flurneuordnung Bilanz.
Dank für Verständnis der Bürger Sein Dank galt einer verständnisvollen Bevölkerung sowie den Stadt- und Gemeinderäten aus Lichtenfels und Untersiemau.
Der Örtlich Beauftragte, Reinhart Freiherr Stockmar von Wangenheim aus Obersiemau, erinnerte sich an 1981, als man hoffte, die Maßnahme in zehn, höchstens zwölf Jahren, beenden zu können. Bedingt durch die Wiedervereinigung und die sich daraus ergebenen verkehrstechnischen Planungen der A73, der ICE-Neubaustrecke und der B 289 neu konnte die Besitzeinweisung erst 2003 erfolgen.
Der Standort des Gedenksteins teile nicht nur die Gemarkungen der beteiligten Orte, sondern auch die Kreise Coburg und Lichtenfels. Der Standort des Steins habe historische Bedeutung. Dort verlief zeitweilig die Grenze zwischen dem Hochstift Bamberg und dem Herzogtum Coburg. Die konfessionellen und machtpolitischen Gegensätze waren Anlass zu jahrhundertelangen Auseinandersetzungen.
Wechselvolle Geschichte Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung des Herzogtums hätte das Territorium auch Thüringen zugeschlagen werden können, sagte von Wangenheim. Eine Volksabstimmung 1919 hätte das verhindert. Coburg wurde 1920, wie von der großen Mehrheit der Bevölkerung gewünscht, ein bayerischer Landkreis. Der Gedenkstein sei nicht nur Sinnbild für eine erfolgreiche Flurneuordnung, sondern erinnere auch an die wechselvolle Geschichte des Landes.
Die ökumenische Segnung nahmen Pfarrer Heinrich Arnold aus Untersiemau und Dekan Pfarrer Roland Huth aus Coburg vor.
Anschließend wurde das Ereignis im Festzelt auf dem Dorfplatz gefeiert.
Der Vorsitzende des Vorstands der Teilnehmergemeinschaft, Siegfried Käb-Bornkessel, rief den Verfahrensablauf mit vielen Bildern und Grafiken in Erinnerung.
Die Lichtenfelser Bürgermeisterin Bianca Fischer erinnerte an die Umgestaltung des Dorfplatzes, der nun die "gute Stube" des Ortes sei. Die positive Entwicklung der teilnehmenden Orte sei nur durch eine gute Zusammenarbeit möglich geworden und durch Menschen, die mit Herzblut dabei waren.
Untersiemaus Bürgermeister Boßecker erinnerte daran, dass jetzt die Kommunen für den Unterhalt der Wege zuständig seien und sich um Belange in Flur selber kümmern müssten.
Auszeichnung von Mitstreitern Langjährige Wegbegleiter und Mitglieder des Vorstands wurden ausgezeichnet: Erika Bleitner, Hermann Angermüller, Johannes Angermüller, Peter Bleitner, Ulrich Illmer, Klaus Schultheiß, Manfred Göbel, Rudi Neubauer, Karl-Martin Schulz, Thomas Schulz, Gerhard Wenzel, Reinhart Freiherr von Stockmar von Wangenheim, Werner Ehrlicher, Gerhard Hämmelmann, Thomas Köhler, Ingo Schultheiß.