Im Gegensatz zur Bürgerversammlung im November letzten Jahres hatten sich am Mittwochabend zahlreiche Lichtenfelser im Stadtschloss eingefunden. Wo sonst Leere herrschte, waren die Tische ausgesprochen gut gesetzt. Wie Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) erläuterte, waren diesmal auch die Hauseigentümer im Sanierungsgebiet der Innenstadt eingeladen.
Den Bürgern brannte einiges auf den Nägel. Große Probleme waren keine darunter. Doch zuvor stand ein ausführlicher Bericht aus dem Rathaus auf dem Programm. Die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten sind zwei Themen, die Bürgermeister Andreas Hügerich seit seinem Amtsantritt bewegen. Deshalb freute es ihn, dass durch die Beschlüsse im Stadtrat die Weichen für die beiden Gewerbegebiete A 73 und An der Zeil gestellt werden konnten. "Jetzt gilt es mit dem Vermessungsamt die Umlegung und die Planung voranzutreiben. Nach wie vor besteht auch eine große Nachfrage nach Neubaugrundstücken." Hügerich zeigte sich zuversichtlich, dass in Reundorf ein größeres Baugebiet realisiert werden könnte. Ein Thema, mit dem sich der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Montag beschäftigen wird.


Wo kommt Skateranlage hin?

Wenig erfreut zeigte sich der Rathauschef über den aktuellen Stand der Ausbauarbeiten des Breitbandnetzes, die sich deutlich verzögerten. Laut Telekom soll ein Abschluss der Arbeiten demnächst erfolgen. Aktuell wird auch nach einem Standort für die abgebaute Skateranlage gesucht. Der von Jugendlichen favorisierte Standort unter der Franz-Josef-Strauß-Brücke ließe sich nicht realisieren. Gleiches gelte für eine Fläche am Parkhaus.
Im Laufe des Jahres konnte die Sanierung des Kinderartens Löwenzahn in Schney und der Anbau an das Feuerwehrhaus Isling abgeschlossen werden. Abgeschlossen sind auch die Dacharbeiten am Rathaus sowie der Anstrich der Fassade, bis auf dem Sockel. "Die Innenumbauarbeiten bei laufendem Betrieb werden noch bis Ende 2017 andauern", erläuterte Hügerich. Fertiggestellt wurde auch die Ortskanalisation in Lahm mit Trennsystem und SBR-Kleinkläranlage. Gesamtkosten rund 1,4 Millionen Euro. Im Zuge der Kanalarbeiten wurden eine neue Straßenbeleuchtung und eine Breitbandverkabelung mittels Speed-pipe-Rohren erstellt. Analog zu Lahm ist die Erstellung eines Kanalnetzes im Trennsystem mit Pumpwerk und SBR-Kläranlage in Mönchkröttendorf geplant. Gleichzeitig werden die Wasser- und Stromversorgung sowie die Ortsdurchfahrt erneuert und der Ort mit einer Breitbandverkabelung versorgt. Als Baubeginn nannte Hügerich, abhängig von der Wetterlage, die kommenden Wochen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2018 geplant. Als weitere Baumaßnahmen, die 2016 durchgeführt beziehungsweise begonnen wurden, nannte der Bürgermeister die Sanierung und den Gehwegbau der Weismainer Straße in Roth, die Verbesserung der Parksituation im Eichenweg und der Komplettausbau der Jahnstraße. Im Mai wurde im Hochbehälter Schwabthal die zentrale Enthärtungsanlage in Betrieb genommen und im August in beiden Parkhäusern ein neues Schranken-Kassen-System installiert.
Als Verkaufsschlager bezeichnete Hügerich die LIF-Card, von der seit ihrer Einführung bereits 14 000 Stück verkauft wurden. Damit blieben 140 000 Euro im Handel der Stadt.


Historischen Stadtkern erhalten

Im Anschluss an den Bericht des Bürgermeisters stellten Rita von Frantzky von Bayern Grund und Citymanager Steffen Hofmann die neuen Förderprogramme für die Innenstadt vor. Das Stadtsanierungsprogramm zur Unterstützung privater Baumaßnahmen richtet sich an Eigentümer von privaten Wohn-, Geschäfts- und Bürogebäuden in den Sanierungsgebieten der Stadt Lichtenfels. Ziel des Förderprogramms ist der Erhalt des historischen Stadtkerns und die Verbesserung des äußeren und inneren Zustandes der Gebäude sowie eine Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse.
Das Geschäftsflächenprogramm zur Förderung von Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen dient unter anderen auch der Wiederbelebung der Innenstadt. Das Ansiedlungsprogramm richtet sich an Existenzgründer und Unternehmer, die ein Einzelhandelsgeschäft in den Sanierungsgebieten der Stadt neu eröffnen wollen. Ziel des Förderprogramms ist die Wiederbelebung bestehender Leerstände. Gefördert wird ein Mietzuschuss in Höhe von 30 Prozent der Kaltmiete für zwölf Monate, begrenzt auf maximal 3000 Euro im Jahr. Weitere Informationen sind über einen Link unter www.lichtenfels.de erhältlich. Die Flyer mit den Förderprogrammen liegen bei der Tourist-Information, im Bürgerservice im Rathaus und beim Citymanagement in der Ringgasse 4 aus.
Ein bei Bürgerversammlungen immer wiederkehrendes Thema ist, die Belästigung durch die Hinterlassenschaften von Hunden und das Ärgernis über Zeitgenossen die keine Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten können. Beispielsweise in der Coburger Straße und der Langheimer Straße. Eine Bürgerin wünschte sich eine dauerhafte Ampelschaltung in der Bahnunterführung, um Raser zu motivieren, langsamer zu fahren. Ein weiterer Bürger beklagte, dass im Schilderwald am Unteren Tor das Hinweisschild auf die danach beginnende Fußgängerzone kaum zu sehen ist.