Liebevoll renovierte Fachwerkhäuser und ein innovativer Neubau - das sind Ergebnisse, die bei der Verleihung des "Goldenen Ammoniten" - einem Baupreis des Landkreises Lichtenfels - zu sehen waren.

Der Baupreis wird alle zwei Jahre gemeinsam mit der Sparkasse Coburg-Lichtenfels vergeben. Ausgezeichnet werden ebenso moderne, zeitgemäße Wohngebäude wie sanierte Altbauten oder gewerbliche Gebäude. Um künftige Bauherren zu motivieren und zur Nachahmung anzuregen, sollte ein Bezug zur regionalen Baukultur gegeben sein, so sehen es die Kriterien des Baupreises vor.

Bislang wurden 99 Preise beziehungsweise Anerkennungen ausgesprochen. Gemessen an der Anzahl der Gebäude im Landkreis Lichtenfels sei das immer noch eine besondere Auszeichnung, sagte Landrat Christian Meißner (CSU).


5000 Euro auf die Gewinner verteilt

Bei der zehnten Auflage des Wettbewerbs gingen 29
Bewerbungen ein. Nach gründlicher Abwägung vergab die Jury sieben Mal einen "Goldenen Ammoniten". Als Preisgeld standen insgesamt 5000 Euro zur Verfügung. Die ausgezeichneten Objekte stehen in Altenkunstadt, Bad Staffelstein, Ebensfeld, Lichtenfels und Weismain. 1500 Euro und damit das höchste Preisgeld gingen an Gernot Hesselbarth in Lichtenfels. Er hat das ehemalige Gerberhaus saniert. Die Familie Hesselbarth habe sich der Restaurierung des vernachlässigten Gebäudes mit großem Engagement angenommen, würdigte die Jury.

Unter anderen wurde die asbesthaltige Fassadenverkleidung abgenommen, die Fachwerkfassade freigelegt, die einteiligen Fenster ausgetauscht und die Haustüre dem Stil angepasst. Als Hausherr hat Gernot Hesselbarth viel in Eigenleistung realisiert. In diesem Zusammenhang sprach Landrat Meißner von Schätzen, die man heben muss - also zur Geltung bringen muss.

Norbert Wimmer und Kristina Klemp haben das ehemalige Pfarrhaus im Altenkunstadter Ortsteil Strössendorf in Abstimmung mit dem Denkmalschutz saniert und umgebaut. Der Bauherr selbst hat 1500 Stunden an Eigenleistung eingebracht. "Ich kann nur jedem empfehlen, sich ein denkmalgeschütztes Haus zu kaufen", erklärte Norbert Wimmer bei der Preisverleihung. Das Preisgeld in Höhe von 700 Euro spendet die Familie Klemp/Wimmer der deutsch-nepalesischen Hilfsgemeinschaft für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben im vergangenen Jahr.

Mit ebenfalls 700 Euro bedachte die Jury den Umbau des ehemaligen Schwesternwohnheims in Lichtenfels zu einem stationären Wohnheim mit Appartements für betreutes Wohnen durch den Caritasverband Bamberg. "Ein schwieriges und aufregendes Projekt", erinnert sich Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein.
Als vorbildlich saniert wertete die Jury die Gesamtinstandsetzung des zweigeschossigen Wohnstallhauses aus dem frühen 18. Jahrhundert durch Maria Wich in Horsdorf. Alle Arbeiten wurden mit der Denkmalpflege abgesprochen. Maria Wich, die von ihren Sohn als Architekt unterstützt wurde, plant weitere Sanierungen.

Mit dem Bau eines Mehrfamilienwohnhauses in Weismain hat Matthias Murrmann ein sogenanntes "Plusenergiehaus" erschaffen. Das Gebäude erzeuge dreimal mehr Energie, als es verbrauche. Eine zentrale Lüftungsanlage, Stromspeicher und eine Anschlussmöglichkeit für Elektrofahrzeuge im Nebengebäude gehören zum Energiekonzept. Wie Matthias Murrmann erklärte, sei ein Plusenergiegebäude unterm Strich nebenkostenfrei.

Über 350 Euro darf sich die Familie Storath aus Ebensfeld freuen. Die Jury würdigte die vorbildliche Sanierung des Biolandhofs mit Hofladen. Ein Hof, der von einem großen Kastanienbaum geprägt wird. Hausherr Bernhard Storath dankte seinen Vorfahren, die das Haus gebaut und über die Generationen hinweg erhalten haben.

Margit und Baptist Lämmlein haben ihren Dreiseithof in Unterzettlitz in den letzten 30 Jahren komplett in Eigenleistung saniert. Das Erscheinungsbild mit den rotbraunen Fachwerkhölzern, den ockerfarbenen Fachwerkfeldern, den grünen Fensterläden und der schmiedeeisernen Einfriedung fügte sich harmonisch ins Ortsbild ein, lobte die Jury.