Während sich die Sanierung der B 289 und später dann die Ortsumfahrung Mainroth-Rothwind-Fassoldshof bereits abzeichnen, sorgten die Informationen des Eisenbahnbundesamtes, wonach die Auflassung des Bahnübergangs Mainroth-West beabsichtigt sei, für Aufregung im Stadtrat.

Ein Tagesordnungspunkt, bei dem sich die Gemüter erhitzten, war die Mitteilung der Regierung von Oberfranken, dass auf Veranlassung des Eisenbahn-bundesamtes ein Anhörungsverfahren für die Auflassung des Bahnüberganges Mainroth-West durchgeführt werde. Dies bedeute im Klartext, so Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU), dass es künftig in Mainroth nur noch den einzigen Bahnübergang Horlache geben würde, über den der gesamte Verkehr dann abgewickelt werden müsste. Unabhängig davon, dass dieser recht eng sei und keinen Gehsteig aufweise, würden sich hier dann ständig auch der landwirtschaftliche Verkehr, Fußgänger und Radfahrer begegnen, zumal sich die Höfe überwiegend nördlich der Bahnlinie befinden, die landwirtschaftlichen Flächen jedoch meist südlich der Bahnstrecke bearbeitet werden müssten.

Zwischenzeitlich wurde auch Schilder angebracht, die das Befahren dieses Übergangs mit Fahrzeugen, die länger als sechs Meter sind, untersagt. Die Ratsmitglieder wunderte dabei auch die Information der Stadtverwaltung, dass das Staatliche Bauamt in Bayreuth zur Auflassung des Bahnübergangs aktuelle keine Kenntnis habe. Zudem werden das alles auch Auswirkungen bei dem Projekt Ortsumgehung B 289 haben. Wenngleich die Planunterlagen der Deutschen Bahn AG noch nicht vorlägen, werde die Stadt Kontakt mit dem Vorhabensträger aufnehmen, kündigte Bürgermeisterin Frieß.

An Zusage der Bahn erinnert

Stadtrat Günter Knorr (CSU) sah es als geboten an, dass der Bahnübergang Mainroth-West bestehen bleibe, und Stadtrat Marco Hennemann (CSU) erinnerte daran, dass vor etwa 18 Jahren einmal drei Bahnübergänge in Mainroth gegeben habe und als der erste (Mainroth-Ost) geschlossen worden sei, die Einwohner die Zusage von der Bahn erhielten, dass dafür der Bahnübergang Mainroth-West bestehen bleibe. Dritter Bürgermeister Manfred Hofmann (CSU) forderte, wenn zwei derart große Vorhaben wie die Ortsumfahrung Mainroth und die beabsichtigte Schließung eines Bahnübergangs im Raum stünden, dass zumindest zwei staatliche Stellen einmal miteinander reden könnten.

Ein Thema, das sich schon länger durch Stadtratssitzungen zieht, war der Antrag des Bürgervereins auf Veröffentlichung der Sitzungsvorlagen über das Bürgerinformationssystem. Auf der einen Seite stand dabei die Auffassung des Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz, der dies aus datenschutzrechtlichen Gründen zwar als zulässig einstufte, aber auch von einer Internetveröffentlichung von Sitzungsunterlagen abgeraten hatte. Dieser Meinung schlossen sich die Verwaltung und in besonderem Maße die CSU-Fraktion an.

Die Auffassung ihrer Fraktion begründete Stadträtin Ulrike Dinglreiter (Bürgerverein), die die Möglichkeit sah, dadurch das Interesse an der Stadtratsarbeit zu wecken und die Bürger mehr am Stadtgeschehen teilhaben zu lassen; eine gewisse Beeinflussung der Meinungsbildung der Stadträte, wie es ebenfalls angeklungen war, konnte sie nicht erkennen.

Dieter Schmiedel (SPD) erinnerte daran, dass es vor den Kommunalwahlen ein Anliegen aller gewesen sei, mehr Transparenz in die Stadtratsarbeit zu bringen, während die Grünen den Vorschlag unterbreiteten, die Veröffentlichung der Sitzungsunterlagen über einen Zeitraum von sechs Monaten einfach einmal auszuprobieren und danach neu zu beraten. Dieser Antrag, nach einer vorangegangenen Ablehnung des Beschlussvorschlages der Verwaltung, von einer Veröffentlichung der Sitzungsunterlagen abzusehen, fand schließlich die Mehrheit im Stadtrat.