Ist die Zahl der Parkplätze für die neue Kinderbetreuungseinrichtung ausreichend oder nicht? Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) und Maximilian Deuber von der Freien Wähler-Gemeinschaft (FWG) haben ihre Zweifel. "Ich kann mir schon das Chaos vorstellen, wenn die Eltern ihre Kinder mit dem Auto anliefern oder abholen", meinte Deuber am Dienstagabend im Bauausschuss.

Insgesamt zehn Parkplätze sind für das "Haus des Kindes plus" vorgesehen, das der BRK-Kreisverband in der Theodor-Heuß-Straße in Altenkunstadt errichten will. Einige davon befinden sich im Einfahrtsbereich der Einrichtung.

Hinweis auf öffentliche Parkplätze

Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) erklärte, dass das Personal auf einem benachbarten Grundstück, das dem Versandhaus Baur gehöre, parken werde. "Vage Zusagen helfen uns nicht. Die erforderlichen Stellplätze müssen dinglich gesichert sein", erwiderte Winkler.

Bauamtsleiterin Astrid Redinger betonte mit Blick auf die Baubeschreibung, dass die Anzahl der Stellplätze ausreichend sei und es in der Theodor-Heuß-Straße jede Menge öffentliche Parkplätze gebe. Gunter Czepera (CSU) verwies auf die Wendemöglichkeit, die es auf dem Gelände gibt.

Dem Bauantrag für das drei Millionen Euro teure Vorhaben, stimmten letztlich alle, auch die Stellplatz-Bedenkenträger, zu.

Im Juni 2019 hatte der Lichtenfelser Architekt Gerd-Peter Lauer im Gemeinderat die Einrichtung vorgestellt, mit der mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Das Erdgeschoss beherbergt eine Kinderkrippe mit 24 Plätzen und eine Kindertagesstätte für 25 Jungen und Mädchen, das Obergeschoss einen Hort für 40 Kinder im Grundschulalter, die dort unter pädagogischer Aufsicht ihre Hausaufgaben erledigen.

"Wohnen im Apfelgarten" - so heißt ein gemeinsames Wohnprojekt der Baufirma Raab aus Ebensfeld und des Caritas-Kreisverbandes im Herzen von Altenkunstadt. Im November vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss für den ersten Bauabschnitt des Vorhabens, das bereits mehrfach in Gemeinderat und Bauausschuss vorgestellt worden war, das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Nun folgte der zweite Bauabschnitt mit zehn weiteren Wohnungen und fünf Carports, der ebenfalls einhellig begrüßt wurde.

Stellplatzordnung ändern

Wie schon beim "Haus des Kindes plus" wunderte sich Winkler auch bei diesem Projekt über die geringe Anzahl von Stellplätzen. Diese rührt daher, dass die Eigentumswohnungen an Senioren verkauft werden sollen, die oftmals über kein Auto mehr verfügen. Allerdings gab Winkler zu bedenken, dass der Begriff barrierefrei sehr dehnbar sei: "Es muss nicht heißen, dass die Wohnung ein Senior bekommt, es kann auch ein jüngeres Ehepaar oder eine Familie sein, die mehr mobilen Bedarf haben." Um dies zu verhindern, müsse die Stellplatzordnung der Gemeinde Altenkunstadt entsprechend geändert werden, sagte Bauamtsleiterin Redinger.

Eine solche Änderung dürfe man nicht auf die lange Bank schieben, forderte Sebastian Fischer von den Jungen Bürgern (JB). "Damit habe ich kein Problem", stimmte ihm der Bürgermeister zu. Zustimmung, und zwar einhellige, gab es auch zu dem Bauvorhaben selbst.