Die Neumühle, das Wahrzeichen Altenkunstadts, erstrahlt bereits seit längerem in neuem Glanz. Nur das Mühlrad fehlt noch, um die alte Mühlenromantik zu komplettieren. Im Zuge der Baumaßnahmen war festgestellt worden, dass keine Gründung vorhanden ist.

Ein ergänzendes Baugutachten brachte eine Lösung, die Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) am Dienstagabend in der Grundschulturnhalle dem Gemeinderat vorstellte. Unterhalb des Schlicks wurde ein Steinwurf entdeckt, auf dem die alten Flügelmauern standen. "Dieser Steinwurf soll als Fundament herangezogen werden", erklärte der Bürgermeister. Um das Fundament des Mühlrads zu bauen, wurde zunächst in einer Tiefe von einem halben bis einem Meter der Schlick entfernt.

Anschließend erfolgte eine Auffüllung und Verdichtung der Stelle mit kleinen Steinbrocken, sogenannten Schrotten. Anfang dieser Woche wurde von der Weismainer Baufirma Dietz das Auffüllmaterial mit Betonsteinen beschwert. Nach einer Woche Belastung soll laut Hümmer das Setzungsverhalten ermittelt werden. "Bei Erfolg können die Flügelwände betoniert werden", so der Bürgermeister.

Schulsanierung macht Probleme

In der Generalsanierung der Altenkunstadter Grundschule steckt der sprichwörtliche Wurm drin, wie Hümmer einräumte: "In nahezu allen Gewerken sind die Arbeiten in den vergangenen Wochen immens ins Stocken geraten und auch die Bauleitung war nicht immer zur vollsten Zufriedenheit des Bauherrn tätig."

Als erfreulich wertete Hümmer jedoch, dass die Treppenarbeiten am Laufen seien und auch das Dach in Kürze zugedeckt werde.

Altenkunstadt soll glänzen

Das Areal rund um die Raiffeisenbank soll neu gestaltet werden und so neuen Glanz in Altenkunstadts Mitte bringen. Startschuss für das Projekt, das Mitte 2022 abgeschlossen sein soll, ist am 11. November. Laut Hümmer wird zunächst das Gebäude Gerbergasse 10 mit seinen Nebengebäuden abgerissen.

Voran geht es auch mit dem Altenkunstadter Bootshaus, das nach einem Brand schwer beschädigt worden war. Der FC Altenkunstadt (FCA) hatte für den sportlichen Teil des Gebäudes ein Sanierungskonzept erarbeitet und beim Bayerischen Landessportverband Fördermittel beantragt. Hümmer teilte mit, dass der FCA noch in diesem Jahr eine Förderzusage von 45 Prozent erhalten werde.

Auch die Regierung von Oberfranken begrüße eine Attraktivierung des Geländes am Main mit Neugestaltung des Bootshauses als Funktionsgebäude und könne sich eine Förderung vorstellen. In einer der nächsten Sitzungen werden der Hofer Architekt Hans Greim und die Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila entsprechende Vorplanungen präsentieren.

Blumen für die Umgehungsstraße

Die Mainleuser Ortsteile Rothwind und Fassoldshof sowie der Burgkunstadter Ortsteil Mainroth leiden unter dem Durchgangsverkehr. Deshalb wird eine Umgehungsstraße gebaut. "Straßen sind Lebensadern", begrüßte Hümmer das Vorhaben. Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) befürchtet, dass durch den Ostwind der Verkehr auf der neuen Straße in Altenkunstadt deutlich zu hören sein werde.

Diese Ansicht wurde vom Gremium geteilt, das sich für Lärmschutzmaßnahmen entlang der gesamten Trasse aussprach. Im Rahmen des Straßenprojekts werden auf Altenkunstadter Gemeindegebiet - quasi als landschaftspflegerische Kompensationsmaßnahme - Feldlerchenfenster mit Blüh- und Brachestreifen angelegt.Landwirte, die sich an der freiwilligen Maßnahme, die dem Erhalt der bedrohten Vogelart dient, beteiligen, werden entschädigt.

Für reichlich Gesprächsstoff in der Gemeinderatssitzung sorgte der Ortsteil Baiersdorf. Frank Novotny (SPD) bemängelte, dass es mit der Dorferneuerung in Baiersdorf nicht vorangehe. Bereits vier Jahre ziehe sich das Projekt nun schon hin. Die Dorfgemeinschaft wünsche sich nichts sehnlicheres, als dass es endlich losgehe. "Das Herzstück, mit dem das Projekt steht und fällt, ist der Dorfplatz. Es hat lange gedauert bis wir ein Grundstück gefunden haben", erwiderte Hümmer.

Mitte des Monats werde es einen Notartermin geben, teilte Hümmer mit. Der Ortsteil soll zudem mit Wärme aus der Prügeler Biogasanlage versorgt werden. Rebbecca Mätzke-Zapf (JWU) kritisierte, dass es beim geplanten Anschluss an das Nahwärmenetz ebenfalls nicht vorangehe. Zudem seien die Bürger nicht ausreichend über mögliche Kosten informiert worden. Hümmer ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen: Er verwies auf eine Informationsveranstaltung, in der die Bürger gut aufgeklärt worden seien. "Je mehr Bürger mitmachen, desto geringer sind die Anschlusskosten", betonte er. 40 Prozent müssten sich daran beteiligen, damit es sich rentiere. Ingenieur Alexander Bächer vom gleichnamigen Ingenieurbüro habe die Kosten für einen Hausanschluss auf 7000 Euro geschätzt, so Hümmer.

Sperrung auf der B 289

Hans-Werner Schuster (CSU) machte darauf aufmerksam, dass im Oktober die Bundesstraße B 289 zwischen Burgkunstadt und Theisau wegen Sanierungsarbeiten an einem Hang gesperrt werde. Er bat den Bürgermeister, sich bei den zuständigen Stellen für eine großräumige Umfahrung einzusetzen, damit es in Altenkunstadt nach der monatelangen Sperrung von sechs Bahnübergängen nicht ein weiteres Mal zu einer Zunahme des Verkehrs komme.

Neumühle als Parkplatz benutzt

Hümmer versicherte, sich darum zu kümmern. Maximilian Deuber wies darauf hin, dass der Mehrzweckstreifen in der Langheimer Straße unweit der Wohnanlage Neumühle als Parkplatz missbraucht werde. Er hielt die vorgeschriebene Stellplatzanzahl von 0,2 pro Wohneinheit für nicht ausreichend und bat den Bürgermeister diesbezüglich beim Landratsamt nachzuhaken, was dieser zusicherte. Melita Braun meinte, dass sich das Fehlverhalten nur mit Strafzetteln ändern lasse.

Im August hatte der Gemeinderat in zwei nichtöffentlichen Sitzungen mehrere Aufträge vergeben. Bürgermeister Robert Hümmer informierte nun die Öffentlichkeit darüber, um welche.

Die Rohbauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung der Grundschule wurden an die Wolff & Müller GmbH & Co. KG mit Sitz in Stuttgart vergeben. Kostenpunkt: 729208,33 Euro.

Mit den Abbrucharbeiten für den zweiten Bauabschnitt beauftragte man die Plannerer GmbH aus dem oberpfälzischen Pullenreuth, die der Gemeinde 226357 Euro in Rechnung stellen wird.

Das Baugebiet Baiersdorf erschließt die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH aus Weismain zum Preis von 637850 Euro, das Baugebiet Pfaffendorf die Raab Baugesellschaft mbH aus Ebensfeld für 446407 Euro.

Das Hofer Architekturbüro Ghsw erstellt für 26032 Euro eine Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung bzw. Nachnutzung der ehemaligen Mainecker Malzfabrik. Über ein neues 75213 Euro teures Tragkraftspritzenfahrzeug der Forchheimer Compoint GmbH & Co. KG freut sich die Freiwillige Feuerwehr in Woffendorf.