Wenn jemand sich zum eigenen Arbeitsjubiläum noch mehr Arbeit aufhalst als sonst, dann lässt sich erahnen, dass er seinen Job wirklich gerne tut: Wolfgang Krebs. Der 57-jährige Schauspieler und Regisseur liebt es, auf der Bühne zu stehen. Das weiß jeder, der schon einmal das Thurnauer Schlosstheater besucht hat.

Seit 30 Jahren ist Krebs nun Schauspieler. Der Frankfurter hat schon an vielen Orten in ganz Europa gelebt und gearbeitet. Er hat in Frankfurt gespielt und in Paris, er hat in Italien gelebt und stand auch dort zehn Jahre lang auf der Bühne.


Ein eigenes Theater in Thurnau


Heute lebt er mit seiner Frau in Oberfranken. Vor zehn Jahren hat es ihn hierher verschlagen und seither will er nicht mehr weg. Dem damaligen Bürgermeister Dietmar Hofmann ist es zu verdanken, dass Krebs seinen Traum eines eigenen Theaters vor einigen Jahren in Thurnau verwirklichen konnte.

Seither ist es im Torwärterhäusschen untergebracht. Und die Besuchszahlen steigen stetig. Wolfgang Krebs hat allen Grund, stolz zu sein. Auf seine Karriere und auf das, was er in Thurnau geschaffen hat und was hier auch noch wachsen soll, wie man munkelt. Zum 30-jährigen Bühnenjubiläum hat sich Wolfgang Krebs also selbst beschenkt. Mit einem Stück, das er seit Jahrzehnten spielen will, das es so aber noch gar nicht gab: Ein Stück über Don Quijote.

Don Quijote, den viele nur als den Verrückten kennen, der gegen Windmühlen kämpfte. Dabei ist Don Quijote ein Klassiker der Weltliteratur und zählt zu den bedeutendsten Werken aller Zeiten. Geschrieben wurde er im 17. Jahrhundert vom spanischen Autor Miguel de Cervantes.


Autorin aus Limmersdorf


Für das Bühnenstück war es sowohl Krebs selbst als auch der Autorin Heike Schwandt besonders wichtig, nicht nur eine Aneinanderreihung verschiedener Quijote-Geschichten zu schaffen. Der Anspruch war vielmehr, das Wesen des Buches, die Vielschichtigkeit der Erzählung aufzugreifen und widerzuspiegeln. 1200 Seiten hat das Original und zählt zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur.

Kein Klamauk, kein Boulevardstück, sondern eines, das am Original orientiert ist, aber gleichzeitig kurzweilig und unterhaltsam ist - so wie es Fans des Schlosstheaters seit jeher lieben. Es war ein großes Glück für Wolfgang Krebs, dass er die Limmersdorfer Autorin Heike Schwandt für sich und sein Projekt gewinnen konnte. Sie schrieb ihm "Was Don Quijote gerne verschwieg" auf den Leib. Krebs schlüpft in die Rolle des Dieners Sancho Panza, der Don Quijote auf seinen Wanderungen begleitete. Er spielt und erzählt die Geschichte gleichzeitig.
Untermalt wird das Ganze von spanischer Gitarren- und Geigenmusik (Eddi Hürdler und Rebecca Wagner) - das schafft eine wunderbare Atmosphäre im kleinen Torwärterhäuschen.


Heike Schwandt betritt Neuland


Heike Schwandt hat bereits vor einigen Jahren ein eigenes Bühnenstück geschrieben. Damals für die Studiobühne Bayreuth. Auch Kurzgeschichten und Kinderbücher hat sie schon veröffentlicht. Einen Klassiker der Weltliteratur in ein Bühnenstück zu bringen, das war für sie Neuland.

Wolfgang Krebs ist von ihrer Arbeit begeistert - vor allem, weil es genauso geworden ist, wie er es sich gewünscht hatte, eines Jubiläums würdig.

Die Premiere am kommenden Wochenende ist bereits ausverkauft. Weitere Termine sind am 22. Januar, am 4., 12. und 18. Februar, am 5. März und 23. April.