Die Stühle sind noch hochgeklappt, die Küche ist kalt, und aus dem Zapfhahn fließt kein Bier. Doch das wird nicht mehr lange so bleiben: In den "Kesselstuben" tut sich was. Silvia und Aleksandar Nikolov sind die neuen Pächter. Nach dem Rückzug der Familie Stöcker bleibt das Wirtshaus nicht geschlossen. Wenn das mal keine gute Nachricht ist für die Gäste, Stammtische und Vereine aus Weiher und Umgebung.

Aus einer Bratwurst-Dynastie

"Wir freuen uns auf die neue Herausforderung", sagt Silvia Nikolov, die aus einer Bratwurst-Dynastie stammt und vielen Kulmbachern vor allem unter ihrem Mädchennamen Eichenhüller bekannt ist. Schon ihre Mutter hat in Kulmbach Bratwürste gebraten, und sie selbst führt inzwischen den seit 50 Jahren bestehenden Imbissbetrieb.

Auch ihr Mann Sascha zieht bei der neuen Aufgabe voll mit: "Na klar, mach' ich das." Aber die neuen Pächter können sich derzeit vor Arbeit kaum retten und in den "Kesselstuben" erst Ende September voll durchstarten. Denn sie bewirtschaften - neben dem Imbiss in der Von-Linde-Straße - auch noch den Kiosk im Kulmbacher Freibad.

Anfangs eingeschränkter Betrieb

Daher gibt es einstweilen nur einen eingeschränkten Wirtschaftsbetrieb, vor allem für Vereine und Stammgäste. Silvia und Aleksandar Nikolov planen, mittwochs und freitags oder nach Anmeldung zu öffnen. "Wir haben schon ziemlich mit allen gesprochen. Am Freitag, 19. Juni, geht's los, da kommen die Linedancer und der Dart-Club", so die Wirtin, die seit 1989 in der Gastronomie tätig ist und reichlich Erfahrung gesammelt hat in Kantinen oder im Partyservice.

Die Vakanz in dem Wirtshaus war also nur kurz, was alle Freunde der fränkischen Wirtshauskultur erfreut. Das hat im Mai noch keiner ahnen können, als zunächst kein Pächter in Sicht war, nachdem sich Michael Stöcker ("Die Kesselstuben sind ein gut eingeführtes Lokal, wir trennen uns schweren Herzens") und seine Mutter Helga nach 18 Jahren verabschiedet haben. Doch seit ihr Mann Xaver vor einem Jahr gestorben ist, fehlte im Familienverbund ein wichtiger Mann, um den Wirtschaftsbetrieb stemmen zu können. Zumal Michael Stöcker mit der MGF-Mensa und seinem Party service ausgelastet ist.

Dass es in den "Kesselstuben" weitergeht, freut nicht zuletzt die Kulmbacher Brauerei. "Es wäre fatal gewesen, wenn es eine längere Pause gegeben hätte", sagt Gebietsverkaufsleiter Klaus Harreis. Er hat die neuen Pächter angesprochen und ist überzeugt: "Beide können gut mit Menschen umgehen und strahlen Freundlichkeit aus - das ist wichtig in der Gastronomie." Man müsse Verständnis dafür haben, dass sie diesen Sommer noch den Pachtvertrag im Freibad erfüllen. Aber, so Harreis, die Verständigung mit den Stammgästen in den "Kessel stuben" funktioniere bereits sehr gut.

Küche bliebt fränkisch

Was Harreis auch freut: dass es mit fränkischer und deutscher Küche weitergeht. Die neuen Pächter tüfteln zwar noch an ihrem Konzept, aber es ist jetzt schon klar, dass sich so viel nicht ändern soll und die Küche fränkisch bleiben wird. Ein paar Neuerungen wollen sich Silvia und Aleksandar Nikolov einfallen lassen. "Aber vor allem wollen wir von den Gästen lernen, wollen ihren Wünsche und Gewohnheiten gerecht werden."