Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Sonntagvormittag an der Kulmbacher Kieswäsch im Einsatz, nachdem dort ein Auto im Wasser gefunden worden war. Polizeibeamte aus Kulmbach hatten am westlichen Ufer des Badesees in der Nähe des alten Kieswerks eine offensichtliche Unfallstelle entdeckt. Schon in der Nacht hatte es laut Pressesprecher Matthias Potzel vom Polizeipräsidium Oberfranken Hinweise auf ein mögliches Unfallgeschehen an der Kieswäsch gegeben.

Im Bereich einer Kurve fanden die Beamten ein Kfz-Kennzeichen, sahen umgedrückte Sträucher und einen Ölfilm in der Größe von etwa 100 Quadratmetern auf der Wasseroberfläche. Der Anfangsverdacht bestätigte sich durch den Einsatz von Tauchern und Booten schnell, im Badesee lag komplett versunken ein Kleinwagen. 40 Feuerwehrleute der Wehren aus Kulmbach, Mainleus und Melkendorf unter der Gesamtleitung von Stadtbrandmeister Michael Weich und über 50 Hilfskräfte von BRK, Wasserwacht und DLRG waren bei der Bergungsaktion im Einsatz.

Versunkenes Auto in Kulmbacher "Kieswäsch" geborgen

Da zunächst nicht klar war, ob sich Personen in dem versunkenen Auto befinden, war auch ein Notfallseelsorger hinzugerufen worden. Diese Befürchtung bestätigte sich nach der Bergung des Seats durch die Feuerwehr glücklicherweise nicht. Hinter dem ausgelösten Airbag befand sich nicht - wie anfangs vermutet - eine Person, der Wagen war leer.

In Absprache mit dem Kriminaldauerdienst der Kripo Bayreuth, der vor Ort war, startete eine groß angelegte Suche nach dem Fahrer. Wasserwacht und DLRG suchten mit fünf Tauchern und vier Booten im und unter Wasser nach möglichen Vermissten. Die schlechten Sichtverhältnisse durch das trübe Wasser erschwerten dies. Das BRK beteiligte sich außerdem mit einer Drohne und Quads.

Aus der Luft und im gesamten Uferbereich wurde das Gelände unter die Lupe genommen. Ohne Ergebnis. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich um einen Unfall mit anschließender Flucht handelt. Da das Kennzeichen gefunden wurde, ist der Halter aus dem Kulmbacher Umkreis natürlich bekannt. Ob es sich dabei allerdings auch um den Unfallverursacher handelt, ist der Kern der Ermittlungen.

Kennzeichen gefunden: Polizei geht von Fahrerflucht aus

Die Fragen, wie es eigentlich zu dem Unfall kam und wer den Seat gesteuert hat, sind nun Teil der Ermittlungen des Kriminaldauerdienstes der Kripo Bayreuth. Die Rettungskräfte brachten noch eine Ölsperre im See aus, um ausgelaufene Betriebsstoffe im Wasser zu sichern. Wegen der Verunreinigung waren auch Fachleute vom Landratsamt vor Ort.