Klar ist: Das alte Laubenganghaus in Petzmannsberg wird bald abgebrochen, und der Neubau soll in eineinhalb Jahren bezugsfertig sein. Nicht klar ist, wie das Gebäude aussehen wird. Darüber stimmt der Stadtrat in der nächsten Sitzung ab: am Mittwoch, 23. September. Neben dem Flachdach und dem Mansarddach gibt es nun noch eine dritte Alternative.

Zum Ortstermin mit Nachbarn und Anwohnern waren der halbe Stadtrat und OB Ingo Lehmann (SPD) gekommen. Dazu 40 Petzmannsberger, die sich vor dem Haus aus den 60er Jahren versammelt hatten. Der Oberbürgermeister stellte fest, dass die Bürger mitreden sollen: "Es geht um größtmögliche Transparenz."

Es gab nur eine Variante

Bei der ersten Abstimmung über den Neubau vor zwei Jahren, so Lehmann, sei dem Stadtrat nur die Variante mit Flachdach vorgelegt worden. Er habe auf den Protest der Bürger, die 130 Unterschriften gesammelt hatten, reagiert und Alternativplanungen in Auftrag gegeben.

Beim Mansarddach bezifferte Bernd Ohnemüller vom Stadtbauamt die Mehrkosten auf 200 000 Euro. Eine dritte Möglichkeit wäre es, das Flachdach unverändert zu lassen, aber das Obergeschoss durch einen Materialwechsel optisch abzusetzen. Möglich wäre eine Verschalung mit Holz oder mit Fassadenplatten. Hier fallen laut Ohnemüller zirka 40 000 Euro zusätzlich an.

SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Meußgeyer wollte wissen, wie die Mehrkosten finanziert werden: "Durch höhere Mieten?" "Nein", sagte Ohnemüller. Die Mieten seien mit 5,50 Euro pro Quadratmeter mit der Regierung von Oberfranken fest vereinbart. Die Stadt werde mit der Behörde verhandeln, die 30-Prozent-Förderung für sozialen Wohnungsbau auf die Mehrkosten auszudehnen. Der Rest bleibe der Stadt.

6666 Euro im Jahr

Gerhard Fröba machte sich für das Mansarddach stark und relativierte die ermittelten Mehrkosten. Es gehe um eine Steigerung von 5,5 Prozent - oder um 6666 Euro im Jahr bei einer 30-jährigen Baufinanzierung. "Ich vertraue darauf, dass der Stadtrat zum Wohl und nicht zum Wehe der Bevölkerung entscheidet", sagte er. Die Mansarde gefällt den Petzmannsbergern offenbar am besten. "Die gefälligste Lösung", sagte Bernd Wiesner. Auch mit dem Materialwechsel im obersten Stock könnte die Nachbarschaft leben. Aber gegen die Schuhschachtelarchitektur mit Flachdach waren fast alle.

Mehrkosten gerechtfertigt?

Zweiter Bürgermeister Frank Wilzok (CSU) betonte, dass es beim sozialen Wohnungsbau auf Wirtschaftlichkeit und maximale Wohnraumnutzung ankomme. Er frage sich bei den Alternativen: "Schaut das so viel besser aus, dass es die Mehrkosten rechtfertigt?"

"Steinbruch gibt es nicht"

Zwar nicht direkt auf die Architektur, aber auf die Optik des Neubaus zielte eine Bemerkung von Matthias Meußgeyer ab.

Ihm gefallen die Außenanlagen beim "Schwanenhof" im Spiegel, ebenfalls ein umstrittener Neubau mit Flachdach, überhaupt nicht: "Ein furchtbares Beispiel von Schottergarten." Hoffentlich kein Vorbild für das Projekt in Petzmannsberg, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Begrünung ist geplant

"Nein, einen Steinbruch gibt es hier nicht", versicherte Tino Hess. Der Außenbereich werde begrünt, so der Architekt.