Es ist schon über vier Jahre her, dass das durch Radon im Keller stark belastete Marktleugaster Rathaus in der Kulmbacher Straße 2 abgebrochen wurde. Seitdem liegt das Areal - im Ort inzwischen als "Radon-Platz" bekannt - brach und wird zum "wildes Parken" missbraucht. Der Platz wurde nach dem Abriss nur grob geschottert, zum Teil sind noch Grundmauern, Kellergewölbe, Pflasterung und Rasenkantensteine vorhanden.


Unschönes Gelände im Ortskern


Durch diese Situation habe sich der Platz zu einem Gefahrenpotential für die Nutzer und einem "unschönen Gelände mitten im Ortskern" entwickelt, sagte Bürgermeister Franz Uome (CSU) in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats.

Durch die Neugestaltung der freigewordenen Fläche solle dieser Zustand nun endlich behoben werden.
Für einen Architektenwettbewerb und das Herrichten hatte der Gemeinderat laut Uome gut 50 000 Euro in den Haushalt 2015 eingestellt. In der nichtöffentlichen Sitzung am 26. Oktober habe sich das Gremium für die Ideenskizze des Büros ideenFinden aus Wunsiedel entschieden, so der Bürgermeister weiter.


Elf Parkplätze im hinteren Bereich


Raimund Böhringer vom Wunsiedler Büro sprach am Montagabend von einem wichtigen Platz, der neu gestaltet werden sollte. Er stellte zwei Planungsvarianten vor, die das Areal zur Bundesstraße 289 und zum Nachbargrundstück hin gestalterisch mit zwei Randlinien fassen. Im hinteren Bereich könnten elf Parkplätze entstehen, davon einer für Behinderte.

Vorne zur Kulmbacher Straße beziehungsweise zur B 289 hin seien eine E-Tankstelle, Fahrradhalterungen, eine Sitzbank, das Buswartehäuschen sowie Informationstafeln und Übersichtskarten sowie ein Ortsplan vorgesehen. "Durch das Zurücknehmen des Gehsteiges erhalten auch die Linienbusse Platz, um etwas aus dem Straßenbereich herauszufahren", erläuterte der Planer. Durch die gestalterisch bedeutenden Tor elemente aus Lärchenholz wirke das Areal lebendig und enthalte viel Grün.


Antrag wird gestellt


"Es ist ein Pilotprojekt mit E-Tankstelle. Wir werden es nun für die Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken anmelden, um es im kommenden Jahr detailliert zu planen und zu bauen", sagte Franz Uome. Die Gesamtkosten würden auf 123 000 Euro geschätzt, man hoffe auf eine Förderung von zirka 60 Prozent.
Das Ratsgremium plädierte einstimmig für die Umsetzung der ersten der zwei vorgestellten Varianten. Der jetzige Bauentwurf soll nun zunächst mit der Regierung abgestimmt und dann dem Marktgemeinderat nochmals zur Abstimmung vorgelegt werden.


Bericht aus der "Schmiede"


Die beiden Jugendsprecher Irina Klier (WGM) und Michael Schramm (FW) berichteten vom kürzlich in der Schulturnhalle durchgeführten Jugendworkshop "Die Schmiede". Schramm wertete die Veranstaltung als großen Erfolg, erste Anregungen der jungen Bürger würden bereits umgesetzt. So finde am Montag, 28. Dezember, eine lange Kinonacht in der Frankenwaldhalle Grafengehaig statt. Terminiert sei auch bereits die von der Jugend gewünschte Ausbildungsmesse mit Firmen aus dem LQN-Bereich am Samstag, 23. April, an gleicher Stelle.

In regelmäßigen Stammtischen ist die Jugend aus Grafengehaig und Marktleugast gefordert, alles mit vorzubereiten. Michael Schramm dankte dem Kreisjugendring für die Mitausrichtung und Auswertung. Nach und nach solle das eine oder andere Projekt - auch in Abstimmung mit den heimischen Vereinen - angegangen und umgesetzt werden.


"Alles in unserem Sinne"


"Das ist alles in unserem Sinne", meinte Bürgermeister Uome. Siegfried Baierlein (WGM) regte noch in Sachen Linienverkehr an, dass die Busse nach Marienweiher zukünftig auch bis Steinbach weiterfahren.

Der Freistaat Bayern hat ein neues "Kommunales Investitionsprogramm" (KIP) für finanzschwache Gemeinden aufgelegt, von dem auch gerne der Markt Marktleugast profitieren möchte. Die Förderhöhe beträgt nach den Worten Uomes 90 Prozent. Der Gemeinderat war sich einig, die Schaffung eines barrierefreien Zugangs sowie den Austausch der Fenster im Rathaus sowie den Einbau eines Treppenlifts an der Schule anzumelden. Weiter will man die innerörtlichen Leerstände angehen.