Aus dem Garten frisch auf den Tisch - oder noch besser: gleich in den Mund! So mag Alina Gemüse am liebsten. Die Elfjährige aus der Kinderwohngruppe "Alte Villa" zeigt stolz die Beete im eigenen kleinen Gemüsegarten, pflückt sich schnell eine knackige Bauerngurke und beißt genüsslich hinein: "Lecker!"

Seit 2008 nutzt die Geschwister-Gummi-Stiftung die "Alte Villa" am Schießgraben als Zuhause für eine Wohngruppe von zehn Kindern. Das Haus ist von Grün umgeben - Rasen, ein paar alte Obstbäume. Doch das große Gartengrundstück bietet noch viel mehr Möglichkeiten. Deshalb begann Erzieher Thomas Schneider vor vier Jahren, gemeinsam mit den Kindern einen Gemüse- und Naschgarten anzulegen.
Inzwischen sind die Kinder mit ihrem Projekt ein gutes Stück vorangekommen.


Melone aus dem eigenen Garten


Nicht alle Kinder haben Spaß an Gartenarbeit, aber die Hälfte hilft regelmäßig. Von Anfang an dabei ist Stefan. Der 16-Jährige ist besonders stolz auf die Wassermelonen aus eigenem Anbau: "Dass die bei uns so toll wächst, ist schon etwas Besonderes", findet er. Jeden Tag schaut er nach der Pflanze, die zwei Früchte trägt: "Die Melonen werden bestimmt noch größer."

Stefans Lieblingsbeschäftigung im Garten: "Pflanzen. Das macht mir am meisten Spaß. Und natürlich das Ernten. Aber ich zupfe auch Unkraut, damit unsere Pflanzen gut wachsen."

Dafür, dass Kräuter, Gemüse und Beeren auch bei großer Hitze nicht verdursten, sorgt Alina: "Ich gieße gern."
Gemeinsam haben die Kinder Hochbeete aus Holz gebaut, in denen Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Kohlrabi, Lauch, Salat und Radieschen wachsen. Auch ein Kräuterbeet gibt es. Beliebt bei allen Kindern sind Beeren: "Wir haben Johannisbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren", erzählt Stefan. Die Bretter für die Hochbeete wurden selbst zurechtgeschnitten und gehobelt. Thomas Schneider kann die Kinder in diesen Dingen gut anleiten: "Mein Opa war Schreiner. Ich bin mit Werkzeug aufgewachsen."

Gedüngt wird im Villa-Garten nur natürlich: "Wir haben einen Wurm-Komposter", sagt Celina. Die Zwölfjährige führt das dreistöckige Modell, ebenfalls Marke Eigenbau, vor und greift in den halbreifen Kompost, um die zahlreichen dicken Kompostwürmer zu zeigen.


Lernen, wo das Essen herkommt


Das Gartenprojekt soll Spaß machen, ist aber auch pädagogisch wertvoll. "Wir möchten den Kindern die Natur und die Schöpfung näher bringen", sagt Thomas Schneider über die Grundidee. "Sie sollen lernen, wo ihr Essen herkommt. Es wächst schließlich nicht in einer Tüte im Supermarkt, sondern braucht Zeit zum Wachsen und muss gepflegt werden."

Im Garten lernen die Kinder also Geduld, denn es dauert Monate, bis Gemüse und Früchte reif sind und geerntet werden können. Gleichzeitig lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, denn die Pflanzen müssen gehegt und gepflegt werden, sie brauchen Wasser und Nährstoffe. Sonst wird das nichts mit der Ernte. "Und nicht zuletzt lernen unsere Kinder auch ganz praktisch, wie der Kreislauf der Natur funktioniert und im Komposter aus abgestorbenem Material wieder furchtbare Erde wird", so Thomas Schneider.

Was im Garten wächst, wird gemeinsam zubereitet und gegessen. Doch vieles verschwindet schon auf dem Weg ins Haus in den Mündern der Kinder.


Mini-Teich und schicke Lounge

Zu einem schönen Garten gehört für Celina und Alina unbedingt ein Teich. Ein Mini-Exemplar haben sie aus einem Mörtelkübel gebastelt und mit Mosaik verziert. Der neueste Luxus der Wohngruppe ist aber eine Lounge, günstig und stabil selbst gebaut aus Paletten. Mit reichlich bunten Kissen entsteht ein kuschliger Ruheplatz im Freien.

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