Auch wenn der Baukörper anders angeordnet wird: Die Befürchtungen einiger Anlieger im Wohngebiet "Am Bühl", der Neubau von seniorengerechten Wohnungen samt Tagespflege auf dem Grundstück des ehemaligen Jugendheims werde eine enorme Verkehrsbelastung mit sich bringen, bleiben unverändert groß.

Mehr als 50 Untersteinacher waren am Mittwochabend der Einladung des SPD-Ortsvereins zum alljährlichen Ortsrundgang gefolgt. Wohl auch deshalb, weil die am 19. Mai im Gemeinderat öffentlich vorgestellten und teils kontrovers diskutierten Pläne für eine solche Wohnanlage nochmals Thema des Treffens waren.

Mehr Licht, mehr Sicht

Wie Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) erläuterte, hätte er die Pläne nicht erneut angesprochen, gäbe es nicht eine neue Entwicklung: So habe man auf die vorgebrachten Bedenken reagiert und den geplanten Baukörper auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände, das sich noch im Besitz der evangelischen Kirche befindet, um 90 Grad gedreht. Das habe zur Folge, dass sich die Abstandsflächen zur umliegenden Bebauung vergrößern und den Nachbarn mehr Licht und mehr Sicht geboten werde.

Möglich werde das durch einen Grundstückstausch mit der benachbarten katholischen Kirche. An den Abmessungen des Gebäudes (30 mal 12,50 mal 9,5 Meter) sei nichts geändert worden.

Bedarf ist da

Dass Untersteinach bei 320 Einwohnern jenseits der 70 Jahre unter den insgesamt 1850 Bürgern seniorengerechte Wohnungen brauche, daran ließ der Bürgermeister keinen Zweifel. "Dann könnten ältere Untersteinacher in der Gemeinde bleiben und müssten nicht in eines der umliegenden Seniorenheime umziehen." Kontakte zu Nachbarn und Bekannten wären dann jederzeit möglich, so seine Argumentation.

Worauf Schmiechen besonderen Wert legt: "Das wird aber kein Altersheim." Vielmehr gehe es darum, barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Und der könne auch von jüngeren Menschen genutzt werden.

Tagespflöege im Untergeschoss

Die von der Firma Immobilien Jakob und vom Planungsbüro Holzmüller und Detsch aus Bayreuth konzipierte Wohnanlage biete Platz für 17 Personen und soll im Erdgeschoss eine Tagespflege aufnehmen, die Edelgard Fringes betreiben würde. Errichtet werden soll die Anlage von einem Bauträger, die Gemeinde schaffe lediglich die notwendige Infrastruktur.

Den Hinweis des Bürgermeisters, dass die Gemeinde das Projekt zusammen mit den Bürgern und nicht über deren Köpfe hinweg umsetzen wolle, quittierten die Teilnehmer des Treffens mit Zustimmung. Und mit zahlreichen Wortmeldungen, insbesondere von einigen Gegnern der Pläne. Sie befürchten nach der erforderlichen Bebauungsplanänderung die Errichtung weiterer Mehrfamilienhäuser auf freien Grundstücken in diesem Bereich. Man werde regelrecht "eingemauert", lautete eines der Gegenargumente.

Anderen Standort suchen

Tobias Eichner und Karin Amstätter äußerten vor allem Befürchtungen im Hinblick auf die zu erwartende Verkehrsbelastung in dem Wohngebiet. Karin Amstätter stellte deshalb die Suche nach einem anderen Standort in Untersteinach und eine kleinere Dimensionierung des Baukörpers zur Diskussion.

Als eindeutige Verfechterin des Vorhabens trat hingegen Ingrid Goller auf, die als Nachbarin der Untersteinacher Kindertagesstätte weiß, was Anliegerverkehr bedeutet. "Untersteinach braucht eine Pflegestation und seniorengerechten Wohnraum", betonte sie mit Nachdruck und sprach sich auch gegen eine Wohnanlage am Ortsrand aus.

Christine Liebermann regte an, zur Versachlichung der Diskussion nicht mehr von seniorengerechtem, sondern von barrierefreiem Wohnen zu sprechen.

Volker Schmiechen will die Anregungen dem Gemeinderat vortragen, wenn sich das Gremium nochmals mit den Planungen für das Bauvorhaben und gegebenenfalls einer Bebauungsplanänderung befasst.