Nicht mehr lange, dann kann Untersteinach aufatmen: Noch in diesem Jahr soll der Verkehr über die neue Umgehungsstraße rollen. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest. Ob es also ein vorweihnachtliches Geschenk gibt, mit dem den Anliegern der Bundesstraße eine stille Zeit beschert wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Wenn es dann soweit ist, werden von den durchschnittlich 14 000 Fahrzeugen täglich (laut Verkehrszählung 2015) circa 80 Prozent die neue Umgehungsstraße nutzen, also rund 11 000 Fahrzeuge. Die restlichen 20 Prozent werden als so genannter Ziel- und Quellverkehr weiterhin durch den Ort fahren.

Damit vom Lärm auf der Umgehung möglichst wenig in Richtung des Ortes dringen kann, werden zwei Meter Hohe Schallschutzwände angebracht, erklärt Christoph Schultheiß, der Brückenspezialist beim Staatlichen Bauamt Bayreuth.

Aber nicht nur das: Damit beim Passieren der Übergangskonstruktion auf die Brücke das Klack-Klack-Geräusch, das beispielsweise an der Lanzendorfer Talbrücke die Bürger nervte, möglichst reduziert wird, haben die Spezialisten vom Staatlichen Straßenbauamt Bayreuth extra eine lärmmindernde Lösung eingebaut. Dabei werden die sonst üblichen Längstraversen durch Dreieckslamellen ersetzt.

Diese Übergangskonstruktion ist nötig, um die Bewegung der Brücke auszugleichen, wenn sich das Material bei Hitze ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht. Deshalb sind sowohl die Lärmschutz- als auch die ein Meter hohe Spritzschutzwand auf der ortsabgewandten Seite an diesen Stellen auf einer Art Schiene montiert, dass sie sich beim Ausdehnen beziehungsweise Zusammenziehen der Brücke wie eine Art Schiebetür mitbewegen können. Fast 40 Zentimeter können das bei der 426 Meter langen Brücke ausmachen.

Bis zur Freigabe ist aber noch einiges zu tun: Neben den Markierungsarbeiten sind das der Fugenverguss, der Einbau der Seildämpfer und die restliche Beschichtung der Seile, die dem Bauwerk mit den Pylonen das markante Gesicht geben. Im kommenden Jahr wird noch der Anschlussast Untersteinach West fertiggebaut, zudem werden vier Behelfsbrücken wieder beseitigt.

Allein die Brückenbauarbeiten dauern schon über drei Jahre. Beginn war am 2. Oktober 2017.

Die Länge der gesamten Ortsumgehung beträgt 4,2 Kilometer. Die Kosten: rund 60 Millionen Euro.