"Wir liegen im Zeitplan. Wir sind eher sogar ein bisschen voraus." Siegfried Beck ist zufrieden, wenn er auf die Fahrzeuge blickt, die wie Ameisen auf der brauen Trasse hin und her fahren. Traktoren und schwere Lkw bringen Material und transportieren Erdaushub ab. Unentwegt brummen die Motoren auf dem Abschnitt zwischen der Hainbergstraße und dem Vogtendorfer Weg, wo massive Erdbewegungen im Gange sind. Sie sind für den Bau der Umgehung von Stadtsteinach notwendig.

Dort verläuft einmal ein Teil der neuen Straße, die den Großteil des Verkehrs (zwischen 6500 und 7000 Fahrzeugen am Tag) aus dem Ort heraushalten soll, erklärt Beck, der Baudirektor beim Staatlichen Bauamt Bayreuth ist. "Vor allem die großen Lastwagen bleiben dann draußen." Der Bau der Umgehung Stadtsteinach bildet den zweiten Teil unserer Mini-Serie über drei große Straßenprojekte im Kreis.

Inzwischen ist schon relativ gut zu erkennen, wie die neue B 303 einmal verlaufen wird, wie die Brücken angebunden werden, die im vergangenen Jahr noch verloren und einsam in der Gegend standen. "Insgesamt gibt es sechs Brücken", erläutert Beck. Drei davon seien schon vor dem eigentlichen Streckenbau errichtet worden, weil sie im Gegensatz zu den anderen drei Bauwerken nicht in den Einschnitt der künftigen Bundesstraße eingebaut werden mussten.

Nicht nur die Erdbewegungen beeindrucken, auch die Zahlen: Knapp 22 Millionen Euro kostet die Ortsumfahrung der B 303, deren Bau in einem einzigen Auftrag vergeben wurde: an die Firma Rädlinger Straßen- und Tiefbau GmbH aus Selbitz. Offizieller Spatenstich war am 3. Mai 2019.

Der reine Streckenbau mit den drei weiteren Brücken sowie der Stützmauer und der Lärmschutzwand begannen Anfang Juli 2020. Ziel ist es nach den Worten von Beck, die Straße und zwei der drei Anschlussstellen (Süd und Mitte) bis Ende 2021 soweit fertigzustellen, dass der Verkehr darauf fließen kann. Das gilt auch für die Laster aus dem Steinbruch, die sich dann nicht mehr durch die engen Straßen des Orts quälen müssen, sondern den Anschluss Mitte nutzen können. Diesen Umstand nutzt auch die neue Rettungswache, die in der Nähe entsteht, ergänzt Projektleiter Jan Oertel. "Dann können die gleich auf die Umgehung ausrücken."

Die Anschlussstelle Nord wird erst später in Angriff genommen, weil für die Arbeiten dort die alte Bundesstraße komplett gesperrt werden muss. "Und das kann man erst machen, wenn der Verkehr auf die neue Umgehung kann." Bis Sommer 2022 soll dann aber alles endgültig fertig sein.

Dass alles so klappt, da ist Beck derzeit zuversichtlich. "Es gibt keine Probleme und unvorhergesehenen Sachen. Alles läuft reibungsfrei, sowohl mit der Firma als auch mit den Anliegern."