Während man bis vor nicht allzu langer Zeit noch extra einen der seltenen Bio-Läden aufsuchen musste um an ein Stück Naturtofu zu kommen, hat heute jeder Supermarkt Fleisch- und Milch-Ersatzprodukte.

Aus Soja und Seitan werden vegane Lebensmittel geformt, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sehen. Sogar bekannte Großunternehmen und Fastfood-Ketten schließen sich dem Trend an und schon gibt"s "Schnitzelnuggets" und "Veggi-Burger", wo man nur hinschaut. Ob diese Produkte allerdings viel umweltfreundlicher sind als normale Wurst und Milch ist fragwürdig.

Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Bio-Märkte immer beliebter werden. Ich finde der Bio-Vegan-Trend ist, nach Fensterglas-Hornbrillen und Plateau-Turnschuhen, endlich mal eine sinnvolle Mode-Erscheinung der letzten Jahre.

Allerdings gibt es da für beide Seiten, also für Veganer und "Normale", etwas zu beachten: Jahrelang verspotteten viele "Fleischfresser" Veganer und Vegetarier mit dem Satz "Du isst meinem Essen das Essen weg."
Jetzt ist es häufig umgekehrt. Immer mehr Veganer versuchen, alle anderen zu bekehren. Da gibt es Radikale und Extreme in beiden Partein, die sich regelrecht bekriegen und den Lebensstil des Anderen nicht einfach nur kritisieren, sondern sich dessenn Auslöschung in den Kopf gesetzt haben.

Dabei sollte man doch nie vergessen, dass wir eben alle verschieden sind, und es manchmal eben einfach heißt: Leben und leben lassen. Silvia Vießmann