Klappt alles, wenn der Strom wegbleibt? In Nürnberg wurde der Ernstfall geprobt - so ist die Bilanz.
Großer Aufwand: Mit der größten Katastrophenschutzübung in ihrer Nachkriegsgeschichte hat sich die Stadt Nürnberg auf einen flächendeckenden Stromausfall vorbereitet.
Rund 950 Einsatzkräfte probten ihr Vorgehen bei einem möglichen umfassenden Blackout, wie die Stadt Nürnberg mitteilte. Das fiktive Thema der Übung "Black Noris 2026" behandelte demnach ein komplexes Szenario, ausgehend von lokalen Stromabschaltungen bis hin zum kompletten Stromausfall in der ganzen Stadt. Sowohl Mitglieder der Blaulichtorganisationen als auch die Behörden waren eingebunden.
Blackout-Übung in Nürnberg - fast 1000 Einsatzkräfte beteiligt
In dem Übungsszenario kam es zunächst zu Stromschwankungen, ehe das Stromnetz komplett zusammenbrach. Auf dem Campus Süd des Klinikums Nürnberg wurde der Strom für zweieinhalb Stunden sogar tatsächlich abgestellt und die Notstromversorgung in Betrieb genommen. Die Patienten waren im Vorfeld informiert worden.
Zentrales Element bei einem Blackout ist laut Stadt ein Netz aus 43 Notfall-Leuchttürmen. Diese sollen im Ernstfall den Ausfall des Notrufsystems kompensieren, damit Bürger auch im Krisenfall Notrufe absetzen können; umgekehrt erfolgt dort die Weitergabe von Informationen an die Bevölkerung. Die Verantwortlichen forderten die Nürnbergerinnen und Nürnberger auf, sich über die Standorte dieser Leuchttürme zu informieren.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zog wie Oberbürgermeister Marcus König (CSU) eine positive Bilanz der Übung. Herrmann hob hervor, dass die Energieversorgung in Bayern im internationalen Vergleich sehr zuverlässig sei. Dennoch bereite sich der Freistaat Bayern auch auf flächendeckende Stromausfälle vor.
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