Jörg Ehrhardt (SPD) machte in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend den Vorschlag, auch in Untersteinach einen Nistplatz für Störche vorzubereiten, wofür er die einhellige Zustimmung des Gemeinderat erhielt. Einen konkreten Vorschlag hatte er nicht, allerdings hielt er den Turm am Feuerwehrhaus für eine gute Möglichkeit.

Ehrhardt erklärte sich bereit, mit Sachkundigen zu sprechen, um einen geeigneten Platz zu finden und auch die möglichen Kosten zu eruieren. Das Ergebnis wird er dann dem Gemeinderat vortragen.

Bergmann unzufrieden

Noch nicht zufrieden ist Helmut Bergmann (FW-WGU) mit der Behandlung des Themas Sanierung des Untersteinacher Wasser- und Abwassernetzes im Gemeinderat. In der Sitzung im Juli hatte er zunächst beantragt, den überwiegend neuen Gremiumsmitgliedern den "Beschluss zur Kombilösung 1a der Wasserversorgung ... nochmals zu erläutern, da ja in dieser Sache weitere Beschlüsse gefasst werden müssen". Dies lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab.

Hauptargument für die Ablehnung war, dass der Sanierungsplan bereits beschlossen sei, die neuen Gemeinderäte darüber letztendlich auch durch Sitzungsberichte in der Tageszeitung informiert seien, man dem damaligen Gemeinderat vertraue, die beste Lösung beschlossen zu haben - und dass man das Thema nicht noch einmal von vorne diskutieren wolle und werde.

Prozess wird Jahre dauern

Ähnlich war auch die Argumentation für die mehrheitliche Ablehnung eines weiteren Bergmann-Antrags am Dienstagabend, mit dem er die "Erteilung eines Sachstandsberichts bezüglich der Ortsnetzsanierung mit Stand heute" forderte. In seinem Statement dazu listete Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) mehrere Einzelmaßnahmen auf, mit denen sich der Gemeinderat in den vergangenen Monaten beschäftigt habe. "Wir sind in einem Prozess, der Jahre dauern wird," sagte er.

Die einzelnen Maßnahmen hingen zusammen und würden koordiniert durchgeführt. Bei gravierenden Vorkommnissen würde der Gemeinderat immer informiert werden. Gegen Bergmanns weiteren Hinweis, dass es nach wie vor erhebliche Wasserverluste im System gebe, die bereits 2017 vordringlich hätten beseitigt werden müssen, verwies Schmiechen darauf, dass das Vorgehen in der Gesamtsanierung mit dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen sei. Es mache keinen Sinn, erst das komplette Leitungssystem zu sanieren und später wieder die Straßen aufzureißen, wenn weitere Arbeiten anstehen. "Wir haben immer wieder lokale Rohrbrüche", räumte der Bürgermeister ein, aber Systemumbau, Rohr- und Straßensanierung müssten koordiniert durchgeführt werden.

"Alles schon beschlossen"

Cornelia Wehner (SPD) ("Wir müssen nicht immer wieder mit 2017 anfangen") sprach sich ebenfalls gegen eine abermalige Wasserdiskussion aus, was Thomas Rosenberger (UBG) mit der Anmerkung unterstützte, es sei doch "alles schon beschlossen".

Zur Ablehnung seines Antrags bemerkte Bergmann wiederum, er habe den Eindruck, "dass der Gemeinderat kein Interesse daran hat, wenn Wasser versickert".

Ebenfalls nicht weiter verfolgen wird der Gemeinderat einen weiteren Antrag von Helmut Bergmann auf Aufstellung einer "Tafel mit einzelnen Firmenschildern der im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen" an der Bundesstraße. Dieser Wunsch sei ihm "in Gesprächen mit mehreren Gewerbetreibenden und Firmeneigentümern" angetragen worden.

Laut Bürgermeister Schmiechen, der, wie er sagte, die Betroffenen angerufen habe, habe "keiner bis auf einen" mit Bergmann darüber gesprochen. Er würde zwar einen diesbezüglichen Wunsch der Betriebe verstehen, allerdings würde dies seitens Polizei und Straßenbauamt an der Bundesstraße abgelehnt.

Laut Zweitem Bürgermeister Hans-Peter Röhrlein (CSU) war dies bereits vor Jahren Thema im Gemeinderat. Es sei damals schon abgelehnt worden.

Kommunale Corona-Hilfe?

Zu einem Kompromiss führte der Antrag von Markus Weigel (FW-WGU), ein "Corona-Hilfsprogramm für Gewerbe und Vereine in Untersteinach" aufzulegen. Er verwies auf Stundungsmöglichkeiten und Liquiditätshilfen des Bundes und des Landes, die er sich als lokalen Rettungsschirm vorstellen könne. Diesen "Gedankengang" hielt auch Bürgermeister Volker Schmiechen für "nicht verkehrt", gab aber zu bedenken, dass auch die Kommune im Zuge der Pandemie massive Einbußen erwarten müsse. Jetzt großartige Unterstützungszusagen zu verkünden, hielt er deshalb nicht für sinnvoll und machbar; man müsse sogar damit kalkulieren, dass Gewerbesteuervorauszahlungen 2021 zum Teil zurück gezahlt werden müssen.

Allerdings, so Schmiechen, könne sich jeder Verein oder Betrieb an die Verwaltung wenden, wenn er Schwierigkeiten habe. "Wir haben bisher schon in solchen Fällen Kulanz gezeigt." Gegen einen Hinweis auf der Homepage der Gemeinde auf die Unterstützungsmöglichkeiten der Ministerien sei jedoch nichts einzuwenden. Dies hatte Weigel als Kompromissvorschlag nachgeschoben.

Gemeinderat in Kürze

Mülldeponie Die Beseitigung oder Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie in Untersteinach hatte der Gemeinderat bereits 2018 angeschoben. Wie damals üblich, waren dorthin sämtliche Abfälle von der Bananenschale bis zum Motoröl gebracht worden. Mit der Entsorgung nach heutigem Standard sind seit drei Jahren mehrere Ämter befasst. Der Sach- und Kenntnisstand dazu sei unverändert, beantwortete der Bürgermeister einen diesbezüglichen detaillierten Antrag von Gemeinderat Markus Weigel. Sicher sei, dass hierfür Kosten auf die Gemeinde zukommen werden.

Obstbäume Weiterhin hatte Weigel beantragt, dass die Gemeinde an der Aktion "Gelbes Band" für Streuobstbäume teilnehmen möge. Die Kosten seien minimal; notfalls würde er die selbst übernehmen. Mit diesen Bändern können Besitzer Bäume markieren, von denen jedermann die Früchte ohne weitere Absprache ernten darf. Weigel soll sich nun mit dem Gartenbauverein in Verbindung setzen.

Zaun Für 10 166,80 Euro ist die Erneuerung des Zauns und der Tore um den Kindergarten an die Firma Zauncenter Smart in Untersteinach vergeben worden, informierte der Bürgermeister über einen entsprechenden Beschluss aus der nichtöffentlichen Sitzung im Juli. Damit wird der jetzige einfache Maschenzaun ersetzt.

Hundeklos Zwei weitere Hundeklos sollen im Ort aufgestellt werden. Hierfür hatte Marion Partenfelder (SPD) beim Gassigehen einen am Rand des Neubaugebiets Melm und einen am Ortsende der ehemaligen Straße nach Stadtsteinach ausgekundschaftet. Der Gemeinderat war damit einverstanden. Der Bauhof besorgt das Weitere.

Parken Cornelia Weigel war aufgefallen, dass entlang der Kulmbacher Straße auf beiden Seiten halb auf dem Gehsteig geparkt wird. Im Prinzip habe sie nichts dagegen, sagte sie, da sie verstehe, wenn Autobesitzer wegen des Durchgangsverkehrs um ihre Außenspiegel fürchten. Allerdings müsse auf dem Gehsteig noch genügend Platz für Kinderwagen und dergleichen bleiben. Der Gemeinderat will es bei einem Appell an die betreffenden Parker belassen, denn, wie es Rüdiger Hohlweg (CSU) formulierte: "Sobald die Umgehung auf ist, ändert sich sowieso vieles auf den Straßen im Ort."