Mit einer Besichtigungstour offiziell eröffnet wurde gestern der Outdoorparc Frankenwald. Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnet ihn als Leuchtturmprojekt. Es sei bedeutsam für den Ausbau des Frankenwaldes als Tourismus-Region, insbesondere was den Wintersport betrifft. Dass Projekte wie der Outdoorparc durchaus auch ein Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor seien belegte Regierungspräsident Wilhelm Wenning: Zwei Milliarden Euro bringe der Tourismus jährlich nach Oberfranken.

Das Outdoorparc-Projekt ist eine Idee zweier Vereine: der SG Gösmes/Walberngrün im Landkreis Kulmbach und des FC Wüstenselbitz im Kreis Hof. Wie eine achte biblische Plage habe ihn Wilfried Vogel vom FC Wüstenselbitz mit der Idee verfolgt, Winter sportangebote an der nördlichen Grenze des Landkreises massiv auszubauen, erinnert sich Landrat Söllner. Zudem gebe es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der landkreisübergreifenden SG Gösmes/Walberngrün.


"Alleine nicht zu schultern"

Ein solches Projekt könne jedoch nicht von einer einzigen Kommune geschultert werden, schon gar nicht von einzelnen Vereinen. Mehr oder minder zufällig häbe man aber entdeckt, dass noch Mittel aus dem Leader-Programm der Europäischen Union frei waren, so Söllner. (Leader-Zuschüsse gibt es für Eigeninitiative und innovative Aktionen im ländlichen Raum, um diesen fortzuentwickeln. Voraussetzung ist eine grenzübergreifende Zusammenarbeit).

Durch viele persönliche Kontakte und Absprachen habe schließlich ein Gesamtkonzept entwickelt werden können, für das die Stadt Helmbrechts die Trägerschaft übernommen habe. Diese Zusammenarbeit betrachtete neben Landrat Söllner auch der Hofer Landrat Oliver Bär als wegweisend, ebenso der Helmbrechtser Bürgermeister Stefan Pöhlmann - quasi der Hausherr des Projekts.


463 000 Euro investiert

463 000 Euro wurden seit 2013 insgesamt investiert - davon wurden 60 Prozent durch das Leader-Programm bezuschusst, ein Viertel steuerte die Oberfrankenstiftung bei, je 21 500 Euro die Landkreise Kulmbach und Hof, je 15 000 der FC Wüstenselbitz und die SG Gösmes/Walberngrün, 41 000 Euro die Stadt Helmbrechts.

Entstanden ist in Helmbrechts am Fliegerweg eine Arena, die vor allem dem Eissport dienen wird: der sogenannte Eisteich wurde asphaltiert, so dass sich dort bei Minustemperaturen eine ebene Eisfläche bilden kann. Gleich daneben entstand eine Anlage für Skater.

In Wüstenselbitz wurde neben dem Sportheim eine massives Haus zum Umkleiden für Wintersportler gebaut und dahinter ein Trainings-Parcours für Moutainbiker. Zwischen Helmbrechts und Walberngrün entstand ein 65 Kilometer langes Loipensystem, das die Wintersportregionen Kriegswald und Walberngrüner Gletscher verbindet. Zum Spuren der Loipen wurden neue Pistenbullys angeschafft. An der Walberngrüner Anlage gibt es nun auch Laserbiathlon. Die Loipen am "Gletscher" sind im Winter mit Flutlicht beleuchtet.

Der Grafengehaiger Bürgermeister Werner Burger bedauerte einerseits, dass seine Gemeinde zunächst nicht viel zum Aufbau beitragen konnte, sieht die Kommune aber beim Nachsorgebedarf (Reparaturen, Unterhalt) künftig mit in der Pflicht, denn Grafengehaig werde als Teil des Projekts künftig davon durchaus profitieren.