Das Unternehmen "Feleks Trading" der Gebrüder Felekidis vertreibt hochwertige Lederwaren und ist seit Jahren im rückwärtigen Teil des Ämtergebäudes ansässig. Wie Bürgermeister Wolfrum auf Anfrage bestätigt, braucht die Firma mehr Platz und hat deshalb das alte Landratsamt vom Freistaat erworben. Unberührt davon bleibt der nördliche Trakt des Anwesens, in dem die Polizeiinspektion untergebracht ist.

Werksverkauf inklusive

Laut Wolfrum werden im alten Landratsamt künftig Büro- und Lagerräume, ein Showroom sowie Räume für den Werksverkauf eingerichtet. "Ich hoffe, dass dann künftig auch der Landratsamtsgarten an ausgewählten Tagen für die Bürger geöffnet werden kann", kommentiert der Bürgermeister die neuerliche Entwicklung.

Der Stadtsteinacher Stadtrat hatte am 29. Juli 1998 beschlossen, das Anwesen für die Unterbringung der Verwaltung selbst zu kaufen. Ein vier Monate später - am 29. November 1998 - hatten das die Bürger aber in einem Bürgerentscheid mit über 70 Prozent der Stimmen abgelehnt.

Seit mehr als zwölf Jahren residierte mittlerweile die Faschingsgesellschaft Stadtsteinach in dem Gebäude. Auf 700 Quadratmetern nähten dort die Aktiven Kostüme, hatten Requisitenräume und eine Werkstatt mit Starkstrom und viele Lagermöglichkeiten.

Jetzt muss die Faschingsgesellschaft ausziehen. "Wir haben die Kündigung schon", bestätigt Präsident Andy Sesselmann. "Zum 1. September müssen wir draußen sein."

Suche bislang erfolglos

Wohin für die Faschingsgesellschaft Stadtsteinach die Reise gehen wird, ist noch ungewiss. Die FG sucht schon jahrelang nach einer neuen Unterkunft, bislang aber erfolglos. Denn geeignete Objekte sind rar, das Budget, das die Faschingsgesellschaft zur Verfügung hat, ist begrenzt. "Wir müssen jetzt dringend handeln und suchen händeringend nach einer neuen Unterkunft. Uns ist klar, dass wir Abstriche machen müssen", sagt Sesselmann und bittet deshalb alle Stadtsteinacher, die eine leerstehende Immobilie anzubieten haben, sich mit ihm (Telefon 09225/8333 oder 0172/6332382) in Verbindung zu setzen.

"Wir wissen, dass wir sicherlich keinen großen Probenraum mehr haben werden. Das war natürlich im alten Landratsamt ideal. Aber wir brauchen eine Fläche von 150 bis 250 Quadratmeter Minimum für unser Nähteam und die Kostüme", sagt Sesselmann.

Schon ab Juni beginnt in Stadtsteinach die neue Faschingssession, das Nähteam beginnt mit seiner Arbeit. "Wir suchen eine Unterkunft in Stadtsteinach, vielleicht noch in Zaubach. Aber wir können schlecht weiter weg, denn viele Näherinnen kommen zu Fuß."

Am liebsten wäre es dem Präsidenten, wenn nicht erst eine Zwischenlösung gefunden würde, sondern eine langfristige Lösung. "Für den Umzug entstehen uns ja auch Kosten."

"Eigentlich müssten wir jetzt schon anfangen zu nähen, aber jetzt stehen die Themen noch nicht fest. Und wir können natürlich erst anfangen mit den Kostümen, wenn wir wissen, welche Themen wirklich kommen", erklärt Erika Sesselmann vom Nähteam. "Aber die Qualität unseres Faschings wird nicht leiden. Wir werden auch in diesem Jahr neue Kostüme haben, in gewohnter Qualität - da lege ich Wert drauf", sagt Andy Sesselmann.