Das hat sich Yvonne Rothemund ganz anders vorgestellt. Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft im schwedischen Malmö hat die Neuenmarkterin mit der Deutschen Damen-Nationalmannschaft schon nach zwei Spielen das Viertelfinale verpasst. Nach der 2:5 (0:1, 1:1, 1:3)-Auftaktniederlage gegen Schweiz verloren die Deutschen gestern auch noch gegen Japan mit 0:2 (0:1, 0:0, 0:1).

"Das lief leider nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt haben", berichtet die 22-Jährige aus Schweden.
Am Dienstag um 20 Uhr steht für Yvonne Rothemund das letzte Gruppenspiel gegen Gastgeber Schweden an. Danach müssen die Deutschen in der Relegation gegen den Abstieg aus der Gruppe A kämpfen.


Deutschland - Schweiz 2:5 (0:1, 1:1, 1:3)
Die Deutschen fanden gegen die Schweiz überhaupt nicht ins Spiel. "Unser Beginn war zu hastig, vielleicht auch ein wenig der Nervosität geschuldet. So kamen wir schlecht aus der Defensive heraus, und die Schweiz konnte Druck aufzubauen", analysiert die Verteidigern aus Neuenmarkt. Nach dem ersten Drittel führte die Mannschaft aus den Aplen verdient mit 1:0.

Im zweiten Drittel präsentierte sich das deutsche Nationalteam von Trainer Benjamin Hinterstocker wesentlich besser. "Wir sind wesentlich selbstbewusster und kontrollierter aufgetreten", erzählt Rothemund, die in der Damen-Bundesliga für den ESC Planegg bei München spielt. So kam es dann auch zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Doch die Schweizerinnen, immerhin Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiel von Sotschi, schlugen sofort zurück - 1:2.

"Für das dritte Drittel hatten wir uns viel vorgenommen. Wir haben gekämpft und uns in die Schüsse geworfen", berichtet Yvonne Rothemund. Doch die Schweiz nutzte zwei Überzahlsituationen gekonnt aus und erhöhte den Vorsprung auf 4:1.

Drei Minuten vor Spielende nahm Benjamin Hinterstocker die Torhüterin zugunsten einer sechsten Feldspielerin vom Eis. Direkt nach dem Bully bekam Yvonne Rothemund die Scheibe, schoss aufs Tor, und der Abpraller wurde zum 2:4 verwandelt.

In den letzten Minuten machte Deutschland noch einmal mächtig Druck. "Letztlich waren wir aber vor dem Tor einfach nicht zwingend genug. Und vielleicht hatten wir auch nicht das nötige Glück, das wir gegen die laufstarken, kaltschnäuzigen Schweizerinnen gebraucht hätten", resümiert Yvonne Rothemund.

30 Sekunden vor dem Ende traf die Schweiz noch ins leere Tor zum 2:5. Yvonne Rothemund ist aber mit der Leistung nicht unzufrieden: "Die Mannschaft hat bis zum Ende, egal wie der Spielstand war, immer versucht, das Maximum aus sich herauszuholen."

Tore: 0:1 (16.) S. Marty, 1:1 (30.) A. Fiegert, 1:2 (39.) J. Marty, 1:3 (43.) P. Stanz, 1:4 (51.) S. Marty, 2:4 (58.) A. Lanzl, 2:5 (60.) L. Stadler.


Deutschland - Japan 0:2 (0:1, 0:0, 0:1)
Die Japanerinnen setzten schon am Vortag mit einem 4:3-Erfolg nach Penaltyschiessen über Gastgeber Schweden ein Ausrufezeichen. Sie zeigten ihr gewohnt laufintensives Spiel und versuchten den gegnerischen Aufbau früh zu stören, doch die deutsche Defensivabteilung löste die Situation durch schnelle Pässe äußerst effektiv. Nach sechs Minuten fiel aber der Führungstreffer für die Asiaten. Ein Rückstand, dem die deutsche Auswahl das ganze Spiel über nachlaufen sollten.

Die größten Chance vergab die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gleich zu Beginn des zweiten Drittels bei einer 5:3-Überzahlsituation. Auch nach 40 Spielminuten stand es immer noch 0:1 aus deutscher Sicht.
Im letzten Abschnitt schnürten die deutschen Frauen den Gegner minutenlang ein und hatten Pech bei einem Pfostenschuss von Julia Zorn. Als die deutschen Trainer drei Minuten vor der Schlusssirene eine sechste Feldspielerin zugunsten der Torfrau brachten, besiegelte Japan mit einem Treffer ins verlassene Gehäuse die deutsche Niederlage.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen" so Bundestrainer Benjamin Hinterstocker nach dem Spiel. "Die Mädels haben in den 60 Minuten alles probiert."

Tore: 0:1 (6.) Y.Adachi; 0:2 (59.); H. Yoneyama.