Das ist bitter für den VfB Kulmbach: Der Verein verliert im Sommer gleich fünf Leistungsträger. Unabhängig davon, ob die Metzdorfer in der Bezirksliga bleiben oder nicht, werden der ehemalige Kapitän Max Wolharn (28), Michael Hamacher (28), André Haack (27), Pascal Zeiß (23) und Johannes Tschierschke (24) den VfB verlassen. Und alle haben ein Ziel: den TSV Stadtsteinach.

Der Kreisklassen-Spitzenreiter machte den außergewöhnlichen Transfer-Coup durch seinen Sportlichen Leiter Thomas Helldörfer bekannt: "Alle fünf Spieler haben sich bei uns angeboten und auch schon mal bei uns mittrainiert. Wir haben kurz beraten und sie dann vor eineinhalb Wochen für die neue Saison verpflichtet."

Der Verlust dieses Quintetts bedeutet eine gewaltige Schwächung für den VfB, waren doch alle mehr oder weniger Leistungsträger: Die Eigengewächse Wolharn und Tschierschke in der Abwehr, Haack (2013 vom SSV Kasendorf gekommen) und Zeiß (bis 2013 beim FC Burgkunstadt) im Mittelfeld und der achtfache Saisontorschütze Hamacher (2011 vom TSV 08 gekommen) im Sturm.

Es gab Differenzen

VfB-Trainer Werner Thomas hat es "noch nicht erlebt, dass fünf Stammspieler auf einmal zum gleichen Verein wechseln." Er will aber nicht verhehlen, dass es mit den betroffenen Spielern Differenzen gegeben habe, was sie bewogen habe, sich zu verabschieden. "Sie haben uns das aber frühzeitig mitgeteilt", sagt der Coach.

Über den Zeitpunkt der Bekanntmachung durch den TSV Stadtsteinach ist er allerdings nicht besonders glücklich. Schließlich könne der VfB Unruhe jetzt überhaupt nicht gebrauchen, stünden doch die entscheidenden Spiele im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga Ost an. Nur zwei Punkte trennen die Metzdorfer vom ersten Relegationsplatz. Am Samstag gastiert der VfB beim bereits abgestiegenen Vorletzten ATSV Münchberg-Schlegel und könnte mit einem Sieg einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Werner Thomas baut dabei auch voll auf die vier künftigen Stadtsteinacher (Johannes Tschierschke steht derzeit wegen beruflicher Weiterbildung nicht zur Verfügung): "Die Spieler haben Charakter genug, um noch alles für den VfB zu geben und sich mit dem Klassenerhalt zu verabschieden."

Den wollen die Metzdorfer so schnell wie möglich in trockene Tücher bringen, schließlich müssen sie sich um Ersatz für das abtrünnige Quintett bemühen. "Die Abgänge bedeuten natürlich einen schweren sportlichen Verlust für uns", sagt Werner Thomas. Man werde aber versuchen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und "mit jungen Spielern aus der Region wieder eine schlagkräftige Truppe zu stellen".

Beim TSV Stadtsteinach reibt man sich freilich die Hände über die fünf Verstärkungen. "Sie bringen uns natürlich qualitativ weiter. Die Blutauffrischung tut der Mannschaft auch gut, denn wir haben nur einen Kader von 12, 13 Leuten", sagt der Sportliche Leiter Thomas Helldörfer. Der 43-Jährige, der nach einem Riss des Syndesmosebandes noch an Krücken geht, aber in der neuen Saison selbst noch einmal angreifen will, kann damit die Kaderplanung fast schon abschließen. "Wir wollen lediglich noch im Offensivbereich etwas machen." Der Rest der Mannschaft bleibe zusammen, erklärt Helldörfer.

Der Titel ist noch nicht sicher

Doch zunächst gelte es, die Kreisliga-Rückkehr perfekt zu machen. Vier Punkte Vorsprung haben die "Stanicher" vor den verbleibenden drei Spielen auf ihren ärgsten Konkurrenten FC Kupferberg, der am vorletzten Spieltag noch nach Stadtsteinach muss. Doch zuvor kommt am Sonntag der SV Ramsenthal, am letzten Spieltag gastiert der TSV beim ASV Marktschorgast.