Heinz Kießling und Detlef Freitag, die beiden Tischfußballspieler des KSC Kulmbach, nahmen als Titelverteidiger am "WCS-Turnier" in Salzburg teil. Ihr Ziel war die Qualifikation für die WM, die nach fünf Jahren in Frankreich zum ersten Mal in Italien stattfinden wird.

Zunächst machten die beiden KSCler beim Rookie-Doppel mit, was allerdings nur zum Einspielen gedacht war. Zwar gewannen sie in der K.o.-Runde das erste Spiel, im Achtelfinale war jedoch Schluss. Mit einem achten Platz in der Qualifikation waren Freitag und Kießling dennoch sichtlich zufrieden.

Am Abend spielte das Senioren-Nationalteam gegen Österreich. Der Untersteinacher Heinz Kießling gewann sein Einzel im Best-of-Three-Modus mit 2:0 und Deutschland ging mit 1:0 in Führung. Auch Detlef Freitag und Manfred Redel machten eine gute Figur und gewannen ebenfalls 2:0, was den Sieg für Deutschland bedeutete - wieder Gold im Team auf dem österreichischem Garlandotisch.

Am nächsten Wettkampftag galt die volle Konzentration der Tischfußballer den Doppeln - und beide wollten durchstarten. Kießling fand allerdings nie so recht in sein Spiel und tat sich auf dem ungeliebten Garlando immer schwerer. Freitag musste seinen Partner immer mehr ins Spiel zurückbringen. Mit drei Siegen und drei Niederlagen erreichten sie nur den vierten Platz in der Qualifikation.

Per Freilos in die K.o.-Runde

Dank eines Freiloses ging es ins Viertelfinale und damit gegen die beiden Österreicher Wiege/Hahn. Freitag hatte die Defensive im Griff und mit Kießlings neuer Abrolltechnik überrannten die Kulmbacher ihre Gegner dreimal mit 5:2 Toren - das Halbfinale war erreicht.

Gegner war der Weltranglisten-Erste Robert Mauer, der mit Volker Gröschl aus Deutschland spielte. Hatte man in der Qualifikation noch deutlich verloren, änderten die beiden Kulmbacher ihr komplettes Spiel. Freitag stellte seine Defensive total um und Kießling wechselte auf Jet. Nach 5:4, 4:5 und 5:4 ging man in den entscheidenden vierten Satz - und Kießling, der bis dato noch eine hundertprozentige Trefferquote hatte, traf plötzlich nichts mehr. Freitag musste es also richten. Er brachte den Gegner mit seiner Verteidigungsarbeit zur Verzweiflung und schoss zudem noch alle fünf Tore aus der Defensive: Mit einem 5:3-Sieg ging es für die KSCler ins Finale.
Dort trafen die beiden auf das österreichische Duo Auer/Swoboda, gegen die sie bei der WM in Frankreich im Halbfinale verloren hatten - folglich war noch eine Rechung offen.

Kießling und Freitag gingen konzentriert in die Begegnung - doch es lief nicht richtig rund. Für Freitag war es das Spiel seines Lebens uns so spornte er seinen Partner immer mehr an, sodass er immerhin zwei Treffer beisteuerte - Freitag selbst erzielte drei. Im zweiten Satz das gleiche Spiel. Kießlings Trefferquote sank weiter, und Freitag kam immer besser in Fahrt, schoss vier Tore aus der Defensive zum 5:4. Ein Sieg musste noch her.

Nervenzerfetzendes Finale

Den nächsten Satz verlor das Team allerdings mit 3:5, da Freitag langsam die Nerven verlor. Nach einer längeren Auszeit der beiden Deutschen ging es in die Entscheidung. Kießling war mental fix und fertig und kam nicht ins Spiel - Freitags unbändiger Siegeswille musste die Entscheidung bringen. Die beiden Kulmbacher gewannen schließlich mit 5:4, wobei Freitag alle Tore aus der Defensive schoss, und drei Matchbälle des Gegners abwehrte. Nach einem nervenzerreißenden Spiel war die Qualifikation für die WM in Italien schließlich doch noch erreicht.
"Ich spiele jetzt 30 Jahre Tischfußball - aber so etwas Irres habe ich noch nie erlebt. Von 18 Toren im Finale erzielte Detlef zwölf und hat uns eigentlich ganz alleine zur WM geschossen", sagte Heinz Kießling.

Am letzten Wettkampftag standen noch die Einzel an. Kießling, der aufgrund seiner schlechten Leistung am Vortag keine Motivation mehr hatte, erreichte Platz 17 in der Quali. Das erste Spiel in der K.o.-Runde gewann er noch, aber im Achtelfinale kam das Aus.

Freitag gewann von vier von fünf Spielen - was ihm in der Qualifikation Platz 4 einbrachte. Dieser bescherte ihm im ersten Spiel ein Freilos. Im Achtelfinale ließ Freitag Matthias Töller keine Chance und gewann mit 3:0. Im Viertelfinale gegen Ernst Benz unterlag er, Freitag belegte Platz 5 der Gesamtwertung.