Für Skirennfarher Jacob Schramm war beim Saisonfinale des Deutschen Schülercups (DSC) mehr drin. Als Sechster der Altersklasse U16 reiste der Eppenreuther zum Feldberg im Schwarzwald. Platz 4 wäre in der Endabrechnung durchaus drin gewesen, doch nach ein paar Patzern rutschte er noch auf Rang 7 zurück.

Doch ein Trostpflaster gab es für den hoffnungsvollen Rennfahrer aus Oberfranken. Im Parallelslalom stieß der 16-Jährige bis ins Halbfinale vor, wo er sich Fabian Himmelsbach aus dem Allgäu geschlagen geben musste. Das "kleine Finale" gewann Jacob dann gegen Luca-Manuel Hofbauer, ebenfalls aus dem Allgäu, und schaffte damit den Sprung aufs Podest.

Zuvor hatte sich der junge Frankenwälder sowohl in der Qualifikation als auch in zwei K.o.-Runden durchgesetzt. Eine bemerkenswerte Leistung des Oberfranken, waren doch nicht weniger als 64 Konkurrenten in seiner Altersklasse am Start, das Gros natürlich aus den bayerischen Ski-Hochburgen.

Wesentlich mehr hatte sich Jacob im Riesenslalom ausgerechnet. Doch den ersten Durchgang verpatzte er total, verlor sogar seinen Stock - nur Platz 12. Mit Wut im Bauch und der drittbesten Laufzeit im zweiten Durchgang fuhr Jacob wenigstens noch auf den 6. Rang vor.

"Und im Slalom war ich etwas übermotiviert, bin zu eng an die Tore rangefahren und habe eingefädelt", berichtet Jacob von seinem Missgeschick. Ein schwacher Trost, dass es den meisten Konkurrenten nicht anders ging. "Der Lauf war völlig unrhythmisch gesteckt", schimpft Jacob. So sahen am Ende des zweiten Durchgangs nur 15 (!) von 65 gestarteten Jungs seiner Altersklasse das Ziel.

Der Ausfall ließ Jacob auf Platz 7 der Gesamtwertung zurückrutschen. Mit einem halbwegs guten Ergebnis hätte er sogar noch Rang 4 erreichen können.

Jetzt heißt es hoffen

Nun hofft Jacob Schramm, dass er auch als siebtbester Deutscher seiner Altersklasse und sechstbester Bayer in den Nachwuchskader des Bayerischen Ski-Verbandes aufgenommen wird. Es wäre seine erste Berufung, denn die Fördergruppe gibt es erst für die über 16-Jährigen. Stefan Vogel, sein Heimtrainer beim SV Inngau, ist ziemlich zuversichtlich, dass es Jacob Schramm schafft. Schließlich seien in den vergangenen Jahren stets acht Fahrer nominiert worden. Die Entscheidung fällt aber erst nach der Deutschen Meisterschaft Ende März am Sudelfeld. Da kann natürlich ein gutes Abschneiden nicht schaden. Jacob rechnet sich vor allem im Super G, seiner stärksten Disziplin in diesem Winter, eine vordere Platzierung aus. "Mein Traum ist natürlich eine Medaille", sagt der Eppenreuther, der sich aber nicht zu sehr unter Druck setzen will. "Das wichtigste ist, locker zu bleiben."