Die zweitplatzierten US-Amerikaner Leh Keen und Cooper MacNeil (Porsche) haben nur noch einen Punkt Vorsprung (184 Zähler). In Führung liegen die Ferrari-Piloten Townsend Bell und Bill Sweedler (beide USA) mit 193 Punkten. Auch sie büßten Vorsprung gegenüber Haase/Miller ein.

Das war wirklich ein hartes Rennen", sagte Haase, nachdem er seinen Audi R8 als Zweiter über die legendäre "Brickyard"-Ziellinie in Indianapolis gesteuert hatte. Zwischenzeitlich hatte das Duo des Rennstalls Paul Miller Racing auf der ehemaligen Formel-1-Strecke sogar die Führung in seiner Klasse inne.

Nur Achter nach dem Training

Dabei waren die Ausgangslage für das Team von Paul Miller Racing nicht optimal. Denn nach dem Zeittraining lagen Haase/Miller nur auf Platz 8. "Das ist okay, aber nicht das, was wir im Fokus hatten", sagt Haase.

Doch im Rennen selbst "lief es dann super", so der 26-jährige Rennfahrer aus Kirchleus: "Bryce fuhr den Start-Turn und konnte Positionen gut machen. Zudem hatten wir wieder einmal eine super Strategie gewählt. In einer Safety-Car-Phase haben wir uns entschieden, erst später an die Box zu fahren. In Verbindung mit einem super Boxenstopp konnten wir die Führung übernehmen", erzählt Christopher Haase. Allerdings machte die Konkurrenz mächtig Druck. Beim zweiten Boxenstopp verloren Haase/Miller etwas Zeit und mussten die Ferrari-Piloten Jeff Westphal und Alessandro Balzan sowie einen Porsche vorbeiziehen lassen.

Den Porsche konnte sie wieder überholen und die Lücke zum Ferrari schließen. "Doch dann kamen wir immer wieder in den Verkehr mit den Fahrzeugen der Prototypen-Klasse. So konnten wir keinen ernsthaften Angriff auf die Führung mehr starten", ärgert sich Haase.

Dennoch: Der Kirchleuser kann mit Platz 2 zufrieden sein, immerhin wurde extrem hart um die Positionen gekämpft: "Der Verkehr war ein Wahnsinn, viele sind mit der Brechstange gefahren. Ich habe selbst einige Teile an unserem Audi R8 LMS verloren. Aber das musst du hier so machen, es ist ein Ritt auf der Rasierklinge."

Audi gewinnt in Spa

Unterdessen hat Audi nach den Triumphen am Nürburgring und in Les Mans den nächsten 24-Stunden-Klassiker gewonnen. Im belgischen Spa setzte sich der R8 LMS ultra zum dritten Mal in vier Jahren durch. Für das belgische Audi-Team WRT gewann das Fahrertrio Laurens Vanthoor/René Rast/Markus Winkelhock. Rast und Winkelhock war bereits im Juni auf dem Nürburgring zusammen mit Christopher Haase und Christian Mamerow erfolgreich.

Insgesamt standen beim Rennsport-Klassiker in den Ardennen, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feierte, elf Marken mit 60 Fahrzeugen am Start. Christopher Mies, James Nash und Frank Stippler (ebenfalls Team WRT) komplettierten als Dritte den großen Audi-Erfolg. M.W./red