Der Leiter des Staatlichen Bauamts Bayreuth, Baudirektor Kurt Schnabel, präsentierte die fünf Vorschläge für das 45,2-Millionen-Euro-Projekt, das neben der 420 Meter langen Brücke und der 140 Meter langen Galerie über die Bahnlinie auch einen 720 Meter langen Tunnel bei Kauerndorf umfasst, der Öffentlichkeit. Und er überreichte an die drei Erstplatzierten Urkunden, die die ausgelobten Preisgelder in Höhe von 52 000, 37 000 und 21 000 Euro "natürlich nicht ersetzen".
Eine hochkarätig besetzte Jury, in der auch kommunale Vertreter mitwirkten, hatte am 11. November einstimmig den Entwurf der Gemeinschaft Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner aus München, Schultz-Brauns & Reinhard Architekten aus München sowie Schneider & Partner Ingenieur Consult aus Kronach zum Sieger des Wettbewerbs erklärt.
Auf Platz zwei kam die Arbeitsgemeinschaft Ingenieurgemeinschaft Setzpfandt aus Weimar und PPL Akrchitektur und Stadtplanung aus Hamburg. Rang drei belegte das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner aus Nürnberg.

Premiere in Oberfranken


Wie Schnabel betonte, ist auf Anregung von Marion Resch-Heckel, Bauabteilungsleiterin bei der Regierung von Oberfranken, erstmals in Oberfranken ein solcher Wettbewerb durchgeführt worden. Der Baudirektor machte auch deutlich, dass mit der Einstufung in den vordringlichen Bedarf und dem vorliegenden Baurecht wichtige Hürden genommen sind.

"Nur" die Finanzierungszusage fehlt


"Was wir nicht haben, ist die Finanzierungszusage des Bundes für einen Baubeginn im Jahr 2011", ergänzte Marion Resch-Heckel. "Aber wir als Bauverwaltung bleiben dran."
Kein Geheimnis machte die Abteilungsleiterin daraus, dass das Bundesverkehrsministerium das letzte Wort darüber hat, welcher Entwurf realisiert wird. Allerdings verwies sie auf die einstimmige Entscheidung der Jury und darauf, dass die Frage nach der Wirtschaftlichkeit nicht mit den niedrigsten Kosten zu beantworten ist. Es gehe auch um den Landschaftsschutz, Baukultur und die Akzeptanz in der Bevölkerung. "Oberfranken ist reif für ein architektonisches Highlight", sagte sie und bezog klar Stellung für den Siegerentwurf, der den Eingriff in die Landschaft zu einer "Bereicherung" mache.
Die Planer präsentierten im Landratsamt ihre Überlegungen für das Projekt und machten deutlich, dass der sensible Bereich der Schorgastau eine Herausforderung für die Brückengestaltung darstellt.

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