Für den Chilifan beginnt das Gartenjahr zeitig: Schon im Fe bruar kann man mit der Aussaat auf der Fensterbank beginnen. Immerhin vergehen je nach Sorte oft mehrere Wochen, bis die ersten Keimblättchen aus der Erde spitzen.

Mit einem einfachen Trick lässt sich der Prozess beschleunigen: Kochen Sie einen leichten Kamillentee, lassen Sie ihn abkühlen und weichen Sie die Samen darin über Nacht ein. Schwarzer Tee oder Salzwasser funktionieren bei einigen Sorten ebenfalls gut.


Hungrig nach Licht und Wärme

Die Samen werden in handelsübliche Aussaaterde oder Torfquelltöpfe gesät und ausreichend warm und feucht gestellt. Günstig ist ein Platz über der Heizung und am Fenster.

Je nachdem, wie dicht man ausgesät hat, muss man die jungen Pflanzen schließlich pikieren und jeder einen eigenen Topf spendieren. Damit sollte man jedoch warten, bis die Pflanzen mindestens drei oder vier echte Blätter haben. Dabei empfiehlt es sich, die Pflanze so tief wie möglich zu setzen, sie bildet dann am Stiel neue Wurzeln. Nach dem Einsetzen der Pflanze in den Topf wird dieser ganz mit Anzuchterde aufgefüllt und ordentlich angegossen.

Mitte Mai, nach den Eisheiligen, dürfen die Chilis ins Freie. Um sie abzuhärten, dürfen sie auch vorher schon an warmen Tagen für einige Stunden nach draußen gestellt werden. Es muss sicher sein, dass es keinen Frost mehr gibt. Schon eine Nacht mit Temperaturen von weniger als +5°C kann das Aus für die Pflanzen bedeuten.

Chilis sind für Terrasse und Balkon sehr geeignet: Sie gedeihen in Kübeln besser als im Freiland, weil sich die Erde schneller erwärmt. Voraussetzung ist allerdings ein sonniger Standort. Chilis lieben Licht und Wärme. Sie sind hungrig und durstig, vertragen aber keine Staunässe.


Wichtig: Reichlich Nährstoffe


Als Starkzehrer brauchen sie viele Nährstoffe und profitieren von einer guten Stickstoff-Versorgung. Bestens geeignet sind Tomatendünger und Guano.

Botanisch gesehen sind die feurigen Früchtchen übrigens keine Schoten, sondern Beeren. Wie scharf sie letztlich geraten, hängt nicht nur von der Sorte, sondern auch von der Anzahl der Sonnenstunden und der Temperatur ab. Je heißer, sonniger und trockener es ist, desto schärfer und aromatischer werden die Früchte.

Hierzulande werden Chilipflanzen zwar meist einjährig gehalten, die meisten Sorten sind jedoch mehrjährig. Bei einjähriger Kultur ist eine möglichst frühe Aussaat wichtig, damit die Früchte ausreifen können. Das dauert je nach Sorte zwischen 80 und 100 Tage. Wer es schafft, seine Pflanzen über den Winter zu bringen, hat große Vorteile, da die Ernte im zweiten Jahr viel reichlicher ausfällt. Kari bische Sorten wie die Habanero können viele Jahre alt werden.

Wie die meisten anderen Kübelpflanzen überwintern Chilis am besten in einem unbeheizten, aber frostfreien, möglichst hellen Raum


Wissenswerte Fakten


Chilischoten haben ihre Wurzeln in Mittel- und Südamerika und wurden dort schon vor etwa 3000 Jahren angebaut. Als Urform gilt Birds-Eye, auch Tepin genannt. Diese Sorte ist sehr scharf und bildet nur kleine Früchte aus. Durch gezielte Züchtung entstanden so über diese lange Zeit sämtliche heute bekannten Sorten.

Capsaicin ist der Stoff, der die Chilis scharf macht. Die höchste Konzentration dieser Substanz findet man in den weißen Häutchen, welche die Samen umgeben. Die Schärfe der Chilis wird auf einer Skala von 0 bis 10 gemessen. Gemüsepaprika liegen bei 0, Habaneros erreichen 10. Alternativ wird die Schärfe häufig in Scoville-Einheiten angegeben. Dabei wird gemessen, wie stark man die Probe verdünnen kann, so dass die Schärfe noch spürbar ist. Sie reicht von 0 für die ganz milde Paprika bis hin zu 1 000 000 für ultra-scharfe Chilis.

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