Eingeladen zu dem Vortrag im Medienhaus in der E.-C.-Baumann-Straße 5 hatten die Fachverlage der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch die Bayerische Rundschau gehört.

Sabine Streng ist gelernte Krankenschwester und seit 16 Jahren bei der Arbeiterwohlfahrt in Kulmbach tätig. Zentrales Thema ihres Vortrags waren Informationen zum Pflegestärkungsgesetz II, das vor einem Jahr in Kraft getreten war.

Zunächst die Basics: Um die Einstufung eines Erkrankten in einen Pflegegrad zu erreichen, muss man das bei dessen Pflegekasse beantragen. Dann bekommt man Besuch vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, der den Fall prüft.

Sabine Streng riet, zu diesem Besuch Unterstützung herbeizuziehen. "Das kann eine Pflegeberaterin wie ich sein, das kann eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes sein, wenn der schon in Anspruch genommen wird. Scheuen Sie sich nicht und nehmen Sie die Hilfe an."

Selbst wenn der Antrag abgelehnt wird, sollte man nicht gleich aufgeben. "Trauen Sie sich und legen Sie Einspruch ein. In vielen Fällen hat eine Neubegutachtung zum Erfolg geführt."

Bei der Einstufung eines Pflegebedürftigen würden verschiedene Lebensbereiche geprüft; angefangen von der Mobilität über den Grad der Selbstversorgung (Körperpflege, Ernährung) bis hin zu kommunikativen Fähigkeiten.

Dann erläuterte Sabine Streng die positiven Änderungen, die sich durch das Pflegestärkungsgesetz II ergeben haben. Eine der wichtigsten Neuerungen sei die Einführung eines fünften Pflegegrads, in den nun Patienten mit leichten Einschränkungen aufgenommen werden können. Die seien vorher durch das Raster gefallen.

Das ist aber nicht alles: Jetzt gebe es Zuschüsse bis zu 4000 Euro für den barrierefreien Umbau des Bades oder für die Beseitigung von Türschwellen oder für die Verbreiterung von Türstöcken für Rollstuhlfahrer.

Pflegende Angehörige könnten Pflegekurse besuchen, 42 Euro sind für den Kauf von Pflegehilfsmitteln jeden Monat vorgesehen.

Besonders nachgefragt werde das Angebot einer Hauswirtschaftshilfe. 125 Euro stehen dafür jedem mit einem Pflegegrad zur Verfügung. Einziger Haken: "Das geht nur über eine Sozialstation - mit meist ellenlanger Warteliste."

Pflegeberaterin Sabine Streng ist in der Sozialstation der Awo in der Caspar-Fischer-Straße 28 unter der Nummer 09221/670114 zu erreichen.

Die nächste Kundenveranstaltung findet am 8. März zum Thema Qigong statt.