Die Gesundheitsversorgung in Deutschland würde kollabieren ohne Mitarbeiter aus dem Ausland. Migration ist ein Pfeiler des Gesundheitswesens – das zeigen Zahlen und eine Klinik.
Vom Krankenpfleger bis zum Rettungssanitäter – ausländische Fachkräfte lindern den Personalmangel im deutschen Gesundheitswesen. Sie sind ein zentraler Faktor dafür, dass Pflege und medizinische Versorgung in Deutschland gewährleistet sind. Gerade in einer alternden Gesellschaft wie der deutschen ist es wichtig, dass Krankenhäuser, Altenheime und andere Pflegeeinrichtungen ihren Betrieb aufrechterhalten können. Dafür braucht es in erster Linie Arbeitskräfte. Es ist deshalb gut, dass die Zahl der ausländischen Beschäftigten im Gesundheitswesen steigt. inFranken.de hat die Zahlen genauer analysiert und sich die Entwicklung am Beispiel des Sana-Klinikums in Offenbach angeschaut.
Warum das Sana-Klinikum ohne Migranten nicht funktioniert
In einem Video zeigt Sana-Chefarzt André Althoff, warum Menschen mit Migrationshintergrund überlebenswichtig für das Sana-Klinikum in Offenbach (rund 2600 Beschäftigte) sind. Die Mitarbeiter wissen, dass man das Klinikum ohne Personal mit Migrationshintergrund "dichtmachen" könnte. Sie haben ein Video gedreht, das auf ihre Probleme aufmerksam macht.
Der Video-Clip verdeutlicht in wenigen Sekunden, welche Bedeutung Menschen mit Migrationshintergrund für ein funktionierendes Gesundheitssystem haben. Als Spielort hat der Sana-Chefarzt die große Treppe im Foyer des Sana-Klinikums ausgewählt. Im ersten Bild ist die Treppe pickepackevoll mit Beschäftigten der Klinik. Mit dabei sind Pflegekräfte, Ärzte und einige Chefärzte.
Dann verlassen alle Mitarbeiter mit Migrationshintergrund die Treppe. Übrig geblieben sind nur wenige Deutsche, die bei Weitem nicht ausreichen würden, um den Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten. "In dem Video wird der Anteil der Migranten sofort greifbar und entfaltet beim Betrachter eine ganz andere Wirkung", meint Lungen-Spezialist Althoff.
Die Zahl der Migranten im Gesundheitswesen
Das Ausmaß von zugewanderten Fachkräften im Gesundheitswesen spiegelt sich in den offiziellen Zahlen der Branche wider. Jedes Krankenhaus beschäftigt ausländische Fachkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Berufsgruppen. Pflegeheime ohne ausländische Fachkräfte wären undenkbar. Hinzu kommen Mitarbeitende im Gesundheitswesen mit ihrer Migrationsgeschichte, die inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft haben und deshalb gar nicht erfasst sind.
Rund 15 Prozent aller Ärztinnen, Ärzte und Fachpersonen in der Pflege sind demnach Migranten. Ausländische Beschäftigte sind längst unverzichtbar in der Gesundheitswirtschaft, insbesondere in der Pflege (insgesamt arbeiten hier 7,7 Millionen Erwerbstätige). Im Jahr 2025 waren laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) 526.200 Ausländer in Gesundheitsberufen beschäftigt, davon:
- 204.700 in der Krankenpflege (16,4 Prozent aller Beschäftigten)
- 143.100 in der Altenpflege (22,1 Prozent)
- 72.400 als Arzt- und Praxishilfen (10,3 Prozent)
- 60.900 als Human- und Zahnmediziner (18,1 Prozent)
- 45.100 in sonstigen Berufen des Gesundheitswesens (7,1 Prozent)