Ermittler aus Franken haben einer internationalen Betrügerbande das Handwerk gelegt. Der Schaden ist schwindelerregend.
Die Nürnberger Kriminalpolizei hat gemeinsam mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern ein international agierendes Betrugsnetzwerk zerschlagen und zwei Verdächtige festgenommen. Im Fokus steht ein Unternehmen, das über Jahre die technische Grundlage für massenhaften Anlagebetrug im Internet bereitgestellt haben soll. Gegen eines von zwei mutmaßlichen Führungsmitgliedern des IT-Dienstleisters wurde Ende vergangenen Jahres Anklage erhoben – ihm wird vorgeworfen, bei 235 Geschädigten einen Schaden von rund 28,6 Millionen Euro verursacht zu haben.
Beim sogenannten Cybertrading Fraud locken Täter ihre Opfer auf eigens eingerichtete Webseiten und versprechen hohe Renditen mit Aktien, Rohstoffen oder Kryptowährungen. Nach ersten Schein-Gewinnen investieren die Geschädigten meist immer höhere Summen. Tatsächlich wird das Geld jedoch nie angelegt, sondern von den Betrügern einbehalten. Fordern die Anleger ihr Kapital zurück, werden angebliche Steuern oder Broker-Provisionen vorgeschoben, die vorab zu zahlen seien. Viele Opfer überweisen daraufhin weitere Beträge – bis der Kontakt schließlich vollständig abbricht.
Internationaler Anlage-Betrug in großem Stil – Bamberger Cyber-Ermittler schlagen zu
Bereits 2019/2020 ließen Ermittler aus Oberbayern und die Zentralstelle Cybercrime Bayern in der Ukraine die Server eines betrügerischen Callcenters samt IT-Infrastruktur sicherstellen. Dabei ergaben sich erste Hinweise auf Beteiligte an den Betrugstaten. Ab März 2023 übernahm in Nürnberg das für Wirtschaftskriminalität zuständige Kommissariat 42 die weiteren Ermittlungen – unter anderem gegen das Unternehmen, das Software, Server, Telefonanlagen und weitere IT-Strukturen für die Betrugsplattformen bereitgestellt haben soll. Zu diesem Zweck wurde bei der Kriminalpolizei Nürnberg die Ermittlungskommission „Woki“ eingerichtet.
Die detaillierte Auswertung der sichergestellten Server erhärtete den Verdacht einer Tätergruppe, die ihre Infrastruktur sowohl aus Israel als auch aus der Ukraine heraus betrieb. Die für den Anlagebetrug entwickelte Informationstechnik soll gegen Bezahlung an andere Callcenter-Betrüger weitergegeben worden sein, die dafür ein weltweites Netz aus Scheinfirmen nutzten. Die Ermittler der „Woki“ befassten sich in der Folge mit mehr als 30 betrügerischen Trading-Plattformen aus über 350 Einzelverfahren mit ebenso vielen Geschädigten. Der allein bei deutschen Opfern angezeigte Schaden beläuft sich auf mehr als 34 Millionen Euro – nach Einschätzung der Ermittler dürfte die Dunkelziffer bei Fallzahlen und Gesamtschaden deutlich höher liegen.
In enger Abstimmung mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern gelang es, mehrere Verdächtige aus der mutmaßlichen Führungsriege zu identifizieren. Zwei zentrale Verantwortliche für die technische Infrastruktur wurden schließlich Ende 2024 beziehungsweise Anfang 2025 im Rahmen internationaler Fahndungsmaßnahmen in Zypern und Albanien festgenommen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei israelische Staatsbürger im Alter von 46 und 42 Jahren.
Schlag gegen Banden-Köpfe gelungen - Zugriff auf Zypern und in Albanien
Der 46-Jährige wurde im April 2025 von Zypern nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Gegen ihn erhob die Staatsanwaltschaft Ende des vergangenen Jahres Anklage vor der Cyberwirtschaftskammer des Landgerichts Bamberg. Der ihm zugerechnete Schaden wird in der Anklageschrift mit rund 28,6 Millionen Euro bei 235 Geschädigten beziffert - aus den Taten soll ihm persönlich ein Betrag von mehr als 1,1 Millionen Euro zugeflossen sein. Gegen den 42-jährigen Mitbeschuldigten läuft in Albanien weiterhin das Auslieferungsverfahren. Neben den bereits identifizierten Beschuldigten richten sich die Ermittlungen weiterhin gegen weitere mutmaßliche Beteiligte. Aufgrund der hohen Komplexität des Verfahrens rechnen die Behörden damit, dass die Untersuchungen noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden.
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