Außerdem: Problematische Smartphone- und Social-Media-Nutzung waren mit einem früheren Einstieg in Alkohol-, Tabak- oder Marihuanakonsum verbunden. Bei problematischem Gaming fand sich dieser Zusammenhang nicht. Mit zwölf bis dreizehn Jahren hatte bereits mehr als jedes zehnte Kind zumindest Alkohol ausprobiert.
Altersgrenzen ohne Wirkung
Fast alle Teilnehmenden waren jünger als 13 Jahre – also eigentlich zu jung für die meisten sozialen Plattformen. Dennoch berichteten viele von aktiven Accounts. Die Studie macht damit deutlich, dass Altersbeschränkungen in der Praxis kaum greifen.
Für Eltern ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz: Die reine Bildschirmzeit könnte der falsche Maßstab sein.
Ein Kind, das zwei Stunden scrollt und das Gerät problemlos weglegt, unterscheidet sich womöglich deutlich von einem Kind, das sich innerlich getrieben fühlt, ständig nach Neuigkeiten sucht und unruhig wird, wenn es offline ist.
Ein sensibles Zeitfenster
Die Forscher betonen, dass frühe Jugendjahre ein sensibles Entwicklungsfenster darstellen. Mit elf oder zwölf beginnen psychische Probleme häufig erstmals aufzutreten, während riskantes Verhalten noch vergleichsweise selten ist. Eingriffe in dieser Phase – etwa klare Regeln, Medienkompetenz oder therapeutische Unterstützung – könnten problematische Muster abschwächen, bevor sie sich verfestigen.
Gleichzeitig weist die Studie auf ihre Grenzen hin: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die Zusammenhänge, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachweisen kann. Die Daten beruhen auf Selbst- und Elternangaben, klinische Diagnosen lagen nicht vor. Zudem waren die statistischen Effekte zwar signifikant, aber insgesamt eher klein.
Dennoch bleibt die Botschaft deutlich: Wenn Kinder das Gefühl verlieren, ihr Smartphone kontrollieren zu können, steigt das Risiko für psychische Belastungen. Die Frage lautet daher nicht nur, wie lange sie online sind – sondern ob sie auch wieder offline gehen können.
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