Heftige Vorwürfe gegen fränkischen Musiker: Erste Konsequenzen nach Video

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Heftige Vorwürfe gegen Star-DJ Avaion: Erste Konsequenzen nach Video
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Heftige Vorwürfe gegen Star-DJ Avaion: Erste Konsequenzen nach Video
Julia Gebhardt/Jan Philipp Grüner/inFranken.de

Eine Frau erhebt gegen den fränkischen Musiker "Avaion" schwere Vorwürfe. Veranstalter sagen daraufhin Auftritte ab.

"Ab jetzt: keine gute Mine mehr zum Bösen Spiel" leitet eine Frau, die nach eigener Aussage die Ex-Freundin des Star-DJs "Avaion" sein soll, ein öffentliches Statement ein, das aktuell für Wirbel sorgt. Die Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen den aus Franken stammenden DJ, der sich in der Vergangenheit einen echten Namen in der Branche gemacht hat.

Die junge Frau wirft dem Musiker (29) gravierendes Fehlverhalten vor. In einem mehr als einstündigen YouTube-Video mit dem Titel "Ich expose einen triple Platin Musiker" sowie in mehreren Instagram-Beiträgen schildert sie detailliert, was ihr nach eigener Darstellung widerfahren sein soll. Sie spricht von sexualisierter Gewalt, körperlichen Übergriffen, psychischer Gewalt, Manipulation und anhaltendem Missbrauch über mehrere Jahre hinweg.

Schwerwiegende Vorwürfe gegen Musiker "Avaion"

Nach Angaben der Frau soll sie in dieser Zeit in einer Beziehung mit dem Künstler gewesen sein. Die Vorwürfe richten sich dabei sowohl gegen das private Verhalten als auch gegen das Ausnutzen eines Machtgefälles. Obwohl die Schilderungen erheblich und weitreichend sind, werden in ihren Beiträgen strafrechtliche Schritte oder Ermittlungen nicht konkret benannt. In dem Video werden immer wieder Screenshots und Sprachnachrichten eingeblendet, die diese Vorwürfe stützen sollen. Unter anderem werden beispielsweise Chatverläufe oder andere Dokumente gezeigt. Die Sprachnachrichten sollen nach Angaben der Frau zum Teil von "Avaion" stammen, zum Teil von einer anderen Frau, die der Künstler parallel getroffen haben soll.  

Neben dem Video existiert auch ein schriftliches Statement auf Instagram. In diesem beschreibt die Frau sehr ausführlich, was nach ihrer Darstellung in den vergangenen Jahren in der Beziehung passiert sein soll. Die Art und Weise der Veröffentlichung zeigt, dass sie offenbar bewusst und vorbereitet an die Öffentlichkeit gegangen ist und die Auseinandersetzung mit dem Thema sucht.

"Ich wurde ein halbes Jahrzehnt lang von Platin Musiker Avaion missbraucht, vergewaltigt, betrogen und manipuliert und ich bin nicht allein", leitet die Frau ihr "offizielles Statement" mittels eines zehnteiligen Bildposts auf Deutsch ein. Neben diesem Post vom 21. April findet man auf dem Instagram-Account "@x.posemall" das gleiche Statement auch auf Englisch sowie fünf Videos. 

Laut übereinstimmenden Medienberichten, wie auf Musikexpress oder Festivalplaner.de, soll "Avaion" in einer Instagram-Story, die mittlerweile nicht mehr abrufbar ist, erklärt haben: "Ich bin bestürzt über die gegen mich erhobenen Vorwürfe. Die Situation belastet mich sehr. Mir ist bewusst, dass viele von euch eine Stellungnahme erwarten. Ich werde mich zu den Vorwürfen äußern, bitte jedoch um Verständnis, dass ich zunächst rechtliche Schritte einleiten muss." inFranken.de hat bereits am Freitagmorgen (24. April 2026) bei Avaion um eine Stellungnahme gebeten. Diese blieb aber bisher unbeantwortet.

Veranstalter sagen Auftritte von "Avaion" ab

Einige Veranstalter reagieren prompt auf die Anschuldigungen und sagen geplante Auftritte von "Avaion" ab. Am Donnerstag (23. April 2026) veröffentlichte etwa der offizielle Account des "Openbeatz"-Festivals in Herzogenaurach ein Statement. "Liebe Open Beatz Community, die letzten 24 Stunden waren auch für uns sehr intensiv. Wir haben uns ausführlich mit den schwerwiegenden Vorwürfen und den veröffentlichten Belegen beschäftigt. Deshalb haben wir entschieden, AVAION mit sofortiger Wirkung aus dem Line Up zu streichen...", heißt es in einem Instagram-Post. 

"Avaion", der ebenfalls aus Mittelfranken stammt, trat bereits 2017 bei "Open Beatz" auf. Das "Open Beatz Festival" ist eines der größten Festivals für elektronische Musik in Süddeutschland und findet seit 2009 jährlich in Herzogenaurach statt. 

Nach eigenen Angaben haben die Veranstalter des "Open Beatz" seit 2016 eine "persönliche Beziehung" zu "Avaion", "da er aus dem Nachbardorf vom Open Beatz stammt". Weiterhin betonen die Veranstalter jedoch: "Von dem Ausmaß der Vorwürfe und vor allem von den vielen im Video gezeigten Belegen wussten wir bis gestern nichts". 

Weitere Absagen und Solidarisierung 

Auch der Hamburger Musikclub "Uebel & Gefährlich" veröffentlichte am Donnerstag (23. April 2026) infolge der weitreichenden Vorwürfe ein Statement auf seinem Instagram-Account. Darin heißt es: "Die Veranstaltung mit Avaion wird bei uns nicht stattfinden." Geplant war ein Konzert am 14.11.26. Als Grund für die Absage nennt der Club die "aktuellen Vorwürfe". Konkreter schreiben die Betreiber: "Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt und solidarisieren uns klar mit allen Betroffenen. Gleichzeitig möchten wir unseren Respekt gegenüber allen ausdrücken, die den Mut haben, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen." 

In den sozialen Medien bekommt die Frau für ihr Video viel Zuspruch. In der Kommentarspalte unter dem YouTube-Video heißt es beispielsweise: "Das ist das stärkste Video, das ich seit langem gesehen habe. Vielleicht fällt es dir schwer zu erkennen, und vielleicht willst du auch gar nicht mehr stark sein bzw. für deine Stärke gelobt werden (ich weiß auch das kann ermüdend sein), aber dein Handeln gerade ist unendlich stark und mutig." 

Ein anderer User wird noch deutlicher: "Ich bin riesengroßer Fan von AVAION und meine Welt ist mit diesem Video zusammengebrochen. Mir tut es unglaublich Leid, was du für Erfahrungen machen musstest. Jetzt nehme ich alle Tracks von AVAION anders war und hoffe er wird gerecht für seine Taten bestraft. Dieser Konflikt zwischen euch ist absolut toxisch und, dass du von ihm vergewaltigt wurdest, macht einen einfach nur sprachlos. Alle die ein bisschen Empathie besitzen, stehen hinter dir und ich hoffe du bekommst die Reichweite, die dieses Video mehr als verdient hat!"

Bislang sind die Vorwürfe gegen "Avaion" nicht gerichtlich überprüft. Bis zu einer etwaigen Verurteilung gilt er als unschuldig.