Die Ortsumgehung Döllnitz nimmt immer konkretere Formen an. In der Sitzung des Kasendorfer Gemeinderats am Mittwochabend sind die konkreten Planungen vorgestellt worden. Im Maßstab 1:1000 kann man nun erkennen, welche Grundstücke genau betroffen sind. Selbst die geplante Bepflanzung ist bereits eingezeichnet. Auch an den Rändern der Trasse ist genau festgelegt, in welchem Bereich vorübergehend Fläche benötigt wird.
Große Streitereien beim Erwerb der Flächen werden derzeit nicht erwartet. Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) berichtete von bisher positiv verlaufenen Gesprächen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir uns mit den Grundstückseigentümern einigen", so der Bürgermeister.

So konkret wie die Planungen aussehen, so unsicher ist derzeit noch die Finanzierung.
Da das Projekt nicht in Dringlichkeitsstufe 1 der Bayerischen Staatsregierung aufgenommen worden ist, ist eine Finanzierung als kommunale Sonderbaulast nach 13 FAG nötig. Das bedeutet: Für die Finanzierung ist in erster Linie einmal die Gemeinde zuständig. Nach vollendetem Planfeststellungsbeschluss kann allerdings ein Zuwendungsantrag gestellt werden. Wie hoch der ausfallen wird, ist unklar.

Gesamtkosten: 3,4 Millionen

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach einer Schätzung des Staatlichen Bauamts Bayreuth aus dem Jahr 2012 auf 3,4 Millionen Euro. Daran dürfte sich wegen der jetzt konkreter gewordenen Planungen kaum etwas geändert haben, so Berthold Hübner vom Staatlichen Bauamt gegenüber der Bayerischen Rundschau. Wie hoch der Eigenanteil der Kommune wäre, das zeigt sich erst nach dem Zuwendungsbescheid.

Vorentwurf genehmigt

Die Umgehung soll in Richtung Hutschdorf an Döllnitz vorbeiführen. Die Regierung von Oberfranken hat den Vorentwurf abgesegnet. Mit der Vorstellung der Planungen im Gemeinderat ist ein weiterer wichtiger Schritt vollbracht: Das Planfeststellungsverfahren kann zeitnah beginnen, nämlich dann, wenn die Regierung von Oberfranken die Pläne veröffentlicht. Das wird noch im ersten Halbjahr 2014 erwartet. Danach haben Anlieger, Verbände und andere Betroffene die Möglichkeit, ihre Einwände vorzubringen.

Ein weiteres Thema im Gemeinderat war der ADAC-Jugend- und Clubtrial des MSC Kasendorf. Dieser wird heuer in Welschenkahl starten. Der Marktgemeinderat gab dazu seine Zustimmung. Die Strecke führt über öffentliche Wege durch das Gebiet des Marktes Wonsees und zurück nach Welschenkahl, die eigentlichen Stationen finden auf privatem Grund statt. Der Verein hat zugesichert, mögliche Flurschäden in Eigenleistung wieder zu beseitigen.

Erstaunliche Wasserrechnung

Der SSV Kasendorf hat nicht schlecht über seine jüngste Wasserrechnung gestaunt. 164 statt einem Kubikmeter Wasser - der bisherige Durchschnitt - sind im vergangenen Jahr verbraucht worden. Wie die Nachforschungen ergeben haben, ist ein unentdeckter Wasserrohrbruch an der Misere schuld. Der Verein hat deshalb an den Gemeinderat einen Antrag auf Erlass der Wassergebühren in Höhe von 541 Euro eingereicht.

Wie Bürgermeister Bernd Steinhäuser dazu betonte, entfallen die Abwassergebühren, da das Wasser nicht in den Kanal geflossen ist. "Das ist in solchen Fällen Usus."
Was die Wassergebühren angeht, hat sich der Marktgemeinderat dazu entschlossen, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Das ist der normale Satz, den alle Vereine als Zuschuss zu ihrer Wasserrechnung bekommen. Er beläuft sich im Fall des SSV auf rund 133 Euro.

Als Termin für die nächste Bürgerversammlung in Kasendorf wurde der Donnerstag, 27. März, um 19.30 Uhr im Musikheim festgelegt.