Für die Kinder des Paul-Gerhardt-Kindergartens begann der gestrige Tag mit einer Andacht auf dem Gelände der Kita Kreuzkirche, wo sie bis zum Beginn der Kindergartenferien mitbetreut werden. Von dem vollständig abgebrannten Kindergarten ist noch das alte Eingangsschild vorhanden, auch eine Klangschale hat das Feuer überstanden und das Kreuz, das im Jugendraum der Gemeinde an der Wand hing. Mut machen sollte die Runde und helfen, mit dem Erlebten umzugehen.

Kirchengemeinden helfen

Die "Die Kita gGmbH" kümmert sich darum, dass alle Kinder zum Beginn des neuen Kindergartenjahrs einen Platz haben, sagte Dekan Jürgen Zinck gestern bei einem Pressegespräch im Rathaus, bei dem alle Beteiligten den aktuellen Stand der Dinge und die Perspektiven für die Zukunft erläuterten. "Die Gemeinden Kreuzkirche, Petrikirche und Friedenskirche helfen uns mit ihren Kitas und Gemeinderäumen, damit eine gute Betreuung gewährleistet ist", so Zinck.

Das ist die intern so genannte "Zwischenlösung eins", gedacht für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten. Bis ein neuer Kindergarten gebaut werden kann, wird deutlich mehr Zeit vergehen. Dass er gebaut werden soll und das am bisherigen Standort, steht allerdings schon fest: Diesen Beschluss hat der Mangersreuther Kirchenvorstand am Mittwoch gefasst.

"Bestmögliches Provisorium"

Es sei nun wichtig, Plätze zu finden, wo die Kinder für die Dauer des Wiederaufbaus untergebracht und betreut werden können, so Oberbürgermeister Henry Schramm. Die Stadt unterstützt die "Die Kita" bei der Suche. So hat Helmut Völkl , Leiter des Stadtmarketings, bereits einige Gebäude mit den Verantwortlichen besichtigt: "Die Obere Schule wäre machbar. Dort könnte man zwei Gruppen unterbringen. Auch die Max-Hundt-schule kommt eventuell in Frage." Notfalls müsse man eine Containerlösung in Betracht ziehen, aber die wäre am unwirtschaftlichsten. "Wir versuchen, gemeinsam das bestmögliche Provisorium hinzukriegen. Und das so schnell wie möglich."

Bevor mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann, müssen die Verhandlungen mit der Versicherung geführt werden. Glücklicherweise ist der Neuwert des Gebäudes versichert, und es gibt auch eine Betriebsausfallversicherung.

Drei Millionen Euro Schaden

"Doch die wird die Kosten bei weitem nicht abdecken", fürchtet Lore Bauer, Geschäftsführerin des Kirchengemeindeamts. Die von der Polizei nach dem Brand genannte Schadenssumme von 750 000 Euro sei deutlich zu niedrig beziffert. Lore Bauer rechnet mit einer Größenordnung von zweieinhalb bis drei Millionen Euro an Gebäude und Einrichtung. Dazu kommen noch die verbrannten Spielgeräte und die teilweise erheblichen Schäden an Nachbarhäusern.

Neues Gemeindehaus geplant

Wenn der Schutt beseitigt ist, soll an gleicher Stelle eine neue Kindertagesstätte entstehen, die 2017 in Berieb gehen könnte. Details zur Zahl der Gruppen, und ob auch eine Krippe gebaut wird, stehen noch nicht fest. Aber es wird nur eine Kita werden. "Wir sind ja doppelt heimatlos geworden, denn auch unser Gemeindesaal und unser Jugendraum sind zerstört", so Pfarrerin Bettina Weber. Ein Drittel der bisherigen Gebäudefläche wurde von der Kirchengemeinde genutzt. "Der Kirchenvorstand hat entschieden, dass wir ein Gemeindehaus in der Nähe unserer Kirche bauen."

Das erleichtert einen zeitgemäßen Neubau des Kindergartens, denn der Raumbedarf und die gesetzlichen Vorgaben haben sich seit 1970 stark verändert, ergänzte Pfarrer Jürgen Rix.

Henry Schramm freut sich, dass der Kindergarten am angestammten Platz bleiben wird. "Das sind gewachsene Strukturen, die wir gerne erhalten möchten."

Der OB, Dekan Zinck und die beiden Pfarrer nutzten die Gelegenheit, sich bei den Rettungskräften für ihre Einsatz zu bedanken, sowie bei allen, die Hilfe angeboten haben und die Kita mit Spenden unterstützen.