Ein 20-jähriger Kulmbacher soll es gewesen sein, der am Dienstagabend in einem Mehrfamilienhaus in der Sutte einen Kinderwagen in Brand gesetzt und so einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst hat. Lange hat die Polizei nicht gebraucht, um den mutmaßlichen Täter zu fassen. Der Mann, der kurz zuvor eine Bekannte in dem Haus besucht hatte, wurde von den Beamten noch am Einsatzort festgenommen.


"Aus einer Laune heraus"

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft, die nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Brandstiftung ermittelt, erging Haftbefehl. Der 20-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. In seiner Vernehmung gab er an, das Feuer spontan "aus einer Laune heraus" gelegt zu haben. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt es nach den derzeitigen Erkenntnissen der Ermittler nicht, wie der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Peter Müller, mitteilt.


Das sagt der Hausbesitzer

In dem Mehrfamilienwohnhaus leben deutsche und mehrere syrische Familien, Flüchtlinge, deren Asylantrag zumeist bereits genehmigt ist. Und so machte gestern auch gleich das Gerücht von einer ausländerfeindlichen Tat die Runde. Hausbesitzer Ilhan Karacan wollte den zunächst auch nicht ausschließen. Der 47-Jährige wohnt selbst nicht im Haus, betreibt im Erdgeschoss aber einen Pizza-Service. "Vielleicht wollte jemand mich oder die Bewohner treffen", hat Karacan vermutet, der mehrere Vorfälle ansprach, die ihn nachdenklich gestimmt hätten.
So sei vor zwei Jahren zwei Mal kurz hintereinander die Schaufensterscheibe eingeschlagen worden. Um den Jahreswechsel habe jemand ein großes Hakenkreuz auf die gefrorene Scheibe gekritzelt. An seinem Wohnhaus habe man den Zaun beschädigt. "Das macht mir Angst", sagt seine Ehefrau Ayfer Karacan.


Feuer schnell gelöscht

Am Mittwoch war die Familie auf einer Schulveranstaltung, als sie per Telefon über den Brand informiert wurde. Der Kinderwagen, der im Erdgeschoss stand, konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Er ist bis auf das Metallgestell abgebrannt. Durch das verbrannte Kunststoff und Plastik hat sich Rauch entwickelt, der sich schnell im Haus ausgebreitet hat. "Ich wollte die Dachluke öffnen, damit der Rauch abziehen kann, bin aber nicht ins Obergeschoss gekommen", berichtet Ilhan Karacan.


Mit schwerem Atemschutz

Die Feuerwehr ist dann mit Schwerem Atemschutz vorgegangen. "Wir haben das Treppenhaus belüftet und die Bewohner angewiesen, dass sie in ihren Wohnungen bleiben sollen", sagt Einsatzleiter Michael Weich. Diese hätten sich vorbildlich verhalten.


Mieter wurden evakuiert

Die Mieter wurden vorsorglich evakuiert. Wie die Polizei mitteilt, wurden fünf Personen leicht verletzt. Rettungskräfte haben drei Verletzte mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Klinikum gebracht.

Den Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 5000 Euro. Etwa 30 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie ein Notarzt waren im Einsatz.

Die Ursprungsmeldung vom Dienstagabend