Ein ganz besonderes Juwel, das in vielerlei Hinsicht Vorbildfunktion und Modellcharakter hat - so sieht der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner das neue Gewürzmuseum im Kulmbacher Mönchshof. Bei der Eröffnungsfeier sparte er gestern nicht mit Lob an die Verantwortlichen und alle, die an der Umsetzung beteiligt waren. "Sie haben hier etwas Einmaliges geschaffen!"

Viele Ehrengäste waren gekommen, neugierig, was die dritte große Genuss-Ausstellung neben dem Brauerei- und dem Bäckereimuseum zu bieten hat. Und sie waren beeindruckt: Die großformatigen Illustrationen an den Wänden, die liebevolle Inszenierung des langen Wegs der Gewürze vom Ursprung bis in unsere Küchen, die Beleuchtung, die punktgenau die Glanzstücke der Ausstellung betont und mit Stimmungen spielt, die informativen Texte, der großzügige Raumeindruck, den die 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche erlauben - alles passt perfekt
zusammen.


"Herausragendes Lebenswerk"


Für die Realisierung dieses Vorzeigeprojekts dankte Minister Brunner insbesondere Mönchshof-Geschäftsführerin Sigrid Daum und Museumsleiter Bernd Sauermann, "die mit viel Herzblut ein herausragendes Lebenswerk geschaffen haben", ebenso Gewürzexpertin Manuela Mahn, die ihr Fachwissen eingebracht hat, dem Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppe Kulmbacher Land (LAG), Landrat Klaus Peter Söllner, und LAG-Manager Klemens Angermann. "Das Geld, das wir hier investiert haben, ist sehr gut angelegt", sagte Minister Brunner.
Tatsächlich hat die Schönheit ihren Preis: Vier Millionen Euro wurden für das moderne Schmuckstück der Museumslandschaft verbaut.

Ein herzliches Dankeschön an alle Geldgeber richtete der Vorsitzende des Museumsvereins, Stefan Soiné. Die Kernaufgabe des Museums sieht er darin, gerade den jungen Menschen, die in einer Welt aufwachsen, in der es Lebensmittel im Überfluss gibt, klarzumachen, dass der Mensch ist, was er isst. "Wir möchten den Besuchern unserer Museen bewusst machen, welchen Wert Lebensmittel haben. Wir sollten sie als Mittel zum Leben erkennen und nicht automatisch immer zum Billigsten greifen."

Sigrid Daum dankte allen Geldgebern und Unterstützern für ihre Hilfe und ihr Vertrauen. Ihr besonderer Dank galt Bernd Sauermann ("Visionär, Bauleiter, Exponatefinder, Handwerker, Finanzjongleur, Gabelstaplerfahrer, Seelsorger, früh der Erste, nachts der Letzte") sowie Ulrich Deichsel, der sich vor allem um Exponate und Bildbeschaffung verdient gemacht hat.


16 Grußworte in 30 Minuten


Der Erfolg des Projekts hat viele Väter und Mütter. Sie alle sollten bei der Eröffnungsfeier zu Wort kommen, ohne die Gäste mit einem Grußwort-Marathon zu überfordern. Dieses Problem wurde ebenso elegant wie unterhaltsam gelöst: Im Vorfeld waren 16 Politiker, Wegbegleiter, Ideengeber und Bewunderer um Interviews gebeten worden, die als Video-Einspielung gezeigt wurden - unter ihnen Landtagsvizepräsidentin Inge Aures, Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Bezirkstagspräsident Günter Denzler, Landrat Klaus Peter Söllner, OB Henry Schramm, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, die Landtagsabgeordneten Manfred Schöffel und Ludwig von Lerchenfeld und Ehrenbürger Hans Albert Ruckdeschel.

Um Gottes Segen für das Haus bat der katholische Dekan Hans Roppelt. Er versteht das Gewürzmuseum als einen Ort, der daran erinnert, dass nicht selbstverständlich ist, was wir haben, und dass wir uns Gedanken über den Wert einer Sache machen sollten: "Oft sind wir zu sehr Konsumenten statt Genießer."

Nach dem Rundgang wurde noch ein wenig gefeiert. Die Musiker von "Boxgalopp" spielten auf, während sich die Gäste über das Museum austauschten und den Reiz der Gewürze bei einem Imbiss auch mit dem Gaumen entdecken durften.



Das Gewürzmuseum

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Eintritt 4,50 Euro, ermäßigt 4 Euro