Der Anfangs-Schuldenstand lag bei 2,1 Millionen Euro, einschließlich der damals vorfinanzierten Kosten für das neue Baugebiet. Heute liege der Schuldenstand bei 973.000 Euro, berichtete der Bürgermeister, wobei man 600.000 Euro an Stabilisierungshilfen vom Freistaat erhalten habe. Die Pro-Kopf-Verschuldung bei augenblicklich 1840 Einwohnern liege unter 550 Euro.


Investitionen


Angeschafft werden mussten zwei Fahrzeuge für die Feuerwehren, die noch mit Rettungsscheren aufgerüstet worden seien. Des Weiteren ein Unimog mit Ausrüstung für den Winterdienst und ein Pick-up, der vorerst geleast ist. Ein drittes Fahrzeug für den Winterdienst wird in den nächsten Tagen erwartet. Alle Feuerwehrfahrzeuge mussten außerdem mit Digitalfunk ausgerüstet werden (Kosten: 50.000 Euro).

Lange Überlegungen hätte es gegeben, als es um Maßnahmen für die Kindertagesstätte ging, erinnerte Bürgermeister Beyer. Die Aufstockung um zwölf weitere Kita-Plätze sei zunächst als überzogen diskutiert worden. Mittlerweile sei aber die neue Kapazität bereits voll ausgelastet. Mit der Renovierung des Gebäudes neben der evangelischen Kirche seien Zuschüsse bereits abgerechnet, 330.000 Euro an Kosten für die Gemeinde verblieben. Die Kita in Wartenfels wird mit der katholischen Kirche betrieben, ergänzte Beyer.


Standortfaktoren pflegen


Derzeit werde das Alte Rathaus umfangreich instandgesetzt, berichtete der Bürgermeister weiter. Vor allem Dach und Fenster seien in einem erbärmlichen Zustand gewesen. Für die Nutzung des Hauses bestehe mit der Diakonie ein langfristiger Nutzungsvertrag. Investiert würden 150.000 Euro in das Gebäude. Barrierefrei umgebaut werde derzeit das Arzthaus am Marktplatz mit einer Kostenkalkulation über 64.000 Euro; der entsprechende Umbau am Rathaus werde 34.000 Euro kosten.

Nicht nur mit dem Ausbau der Kita, sondern auch mit Änderungen zur Barrierefreiheit sowie dem Vorhandensein von Pflegediensten und -einrichtungen pflege die Kommune wichtige Standortfaktoren. Diese seien ausschlaggebend, ob man die Einwohnerzahl mehr oder minder halten könne. Im Übrigen hätten sich in diesem Jahr die Zu- und Wegzüge die Waage gehalten. Des Weiteren müsse man sich dringend um die Beheizung der Schule kümmern. Ein Teil der fast 30 Jahre alten Anlage sei bereits ausgefallen.


Internetverträge anpassen


Etwa 100.000 Euro müsse die Kommune für den Ausbau des schnellen Internetzugangs selbst beitragen. Denn nur 90 Prozent der Gesamtkosten würden als Zuschuss gewährt. Dann wäre eine private Anbindung mit mindestens 30 MB möglich. Nach Rückfragen seitens der Zuhörer bedeutete Bürgermeister Beyer aber ausdrücklich, die bereits bestehenden Internet-Verträge zu Hause nachzuprüfen.

Das Internet werde nämlich, sobald es bis Ende 2016 ausgebaut ist, nicht von selbst schneller. Wer zum Beispiel einen Vertrag über eine Anbindung mit sechs MB habe, müsse diesen dann von sich aus bei seinem Anbieter anpassen.


Kanalkataster wird angelegt


Die Gemeinde müsse in nächster Zeit ein Kanalkataster anlegen, kündigte Beyer an. Dazu würden alle Kanäle befahren und das System werde digital erfasst. Allein die Digitalisierung koste 12.000 Euro. Hinzu kämen die Kosten für die Befahrung der Rohrleitungen. Ob sich dabei Reparaturen abzeichnen würden, werde man dann sehen.


Winterdienst wird besser


Dass der Winterdienst beim kurzzeitigen Wintereinbruch noch nicht ganz reibungslos vonstatten ging, bat Beyer nachzusehen. Man müsse jetzt den Winterdienst ausschließlich in eigener Regie leisten und sei bemüht, diesen rechtzeitig und überall zu leisten. Die Gemeinde habe drei Räumstrecken, im Augenblick aber nur zwei Fahrzeuge, was sich in den nächsten Tagen ändern werde. Der Bauhof tue sein Bestes.

Siegfried Beyer lobte in diesem Zusammenhang den gemeindlichen Bauhof zudem auch, da er sich in den vergangenen Jahren sehr darum bemüht habe, die Gemeindestraßen wenigstens einigermaßen in Ordnung zu halten. Überhaupt habe man jetzt mit den fünf Bauhof-Mitarbeitern aus allen relevanten Berufen eine Mannschaft, die der Gemeinde mit deren Eigenleistung viel sparen würde.

Doch hier und dort ein Loch zu flicken, reiche auf Dauer nicht mehr aus. Schuldenabbau und weitere Investitionen seien auf Kosten der Straßenpflege möglich gewesen.

In diesem Jahr habe man deshalb mit der Instandsetzung um Wustuben angefangen. Im kommenden Jahr folge die Fabrikstraße.