Wenn Flüchtlingskinder in Deutschland die Schule besuchen, ist die Sprache oft ein großes Problem. "Letztes Jahr war an der Schule eine Deutschlehrerin tätig und wir hatten beachtliche Erfolge", erklärte Bürgermeister Dieter Adam (FW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Situation. Innerhalb kürzester Zeit hatte die Lehrerin die Schüler so weit, dass sie in "normale" Klasse integriert werden konnten. Doch diese zusätzliche Lehrkraft wurde für das aktuelle Schuljahr nicht mehr bewilligt.
"Aber es ist mehr als nur unsere Christenpflicht, dass wir die Kinder integrieren. Und das geht nun einmal nur, wenn sie die Sprache können", warb Bürgermeister Dieter Adam für die Idee, die Lehrerin aus der eigenen Tasche zu finanzieren. "Die Asylbewerber haben ja nicht nur Kinder im Grundschulalter dabei, sondern auch 14- bis 15-Jährige.
Es ist gut, wenn man die mit unserer Mentalität konfrontiert, mit unserer Sprache, mit unserer Kultur. Denn nur dann kann man sie in die Gesellschaft integrieren", sagte Adam und betonte, dass auch die Kommune ein Interesse an einer gelungenen Integration habe. Denn so können Probleme im Ansatz vermieden werden.
"Ja, ich bin ja auch dafür, aber es ist keine kommunale Aufgabe", stellte Erich Luthardt (ABL) klar und betonte, dass die Finanzierung von ausreichend Lehrkräften eigentlich eine staatliche Angelegenheit sei, keine kommunale Aufgabe. "Im März 2016 wird noch einmal nachverhandelt, was die Verteilung der Lehrerstellen angeht. Ich bin optimistisch, dass wir da einen Nachschlag bekommen", erklärte Bürgermeister Dieter Adam (FW). Adam hofft, dass möglicherweise sogar eine rückwirkende Erstattung erfolgen werde.


Kooperation mit der Awo

Einstimmig und ohne weitere Diskussion befürworteten die Mainleuser Räte, insgesamt 5000 Euro für die Lehrkraft und 2000 Euro für Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen.
Für die Verpflichtung der Lehrkraft wird ein Kooperationsvertrag mit der Awo ausgearbeitet, erklärte Bürgermeister Dieter Adam.


Gemeinderat in Kürze

Hortplätze
Vertagt worden ist die Bedarfsanerkennung von zehn Hortplätzen in der evangelischen Kindertagesstätte "Kinder Arche". Nach bisherigen Informationen sollen Eltern, vor Anmeldung ihres Kindes bereits wegen einer späteren Hortbetreuung nachgefragt haben. Bislang hat die "Kinder Arche" keine Hortplätze vorgehalten.

Bauanträge Mit fünf Gegenstimmen wurde der geplante Wohnhausneubau der Familie Murrmann-Souza befürwortet, auch wenn es sich um ein Wohnhaus handelt, das in keiner Weise den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Rothe Kelter" entspricht. Das geplante Haus hat ein Flachdach - nicht wie vorgegeben ein Krüppelwalm- oder Satteldach. Außerdem hat das Gebäude eine großflächige Glasfront. Günther Stenglein (FW) wertete das Bauvorhaben als "Erfrischung". Auch Robert Bosch (CSU) wollte nicht an der Dachform festhalten. Befürwortete wurde außerdem der Bauantrag einer landwirtschaftlichen Biogasanlage von Norbert Erhardt. Weiterhin genehmigten die Marktgemeindräte den Bau von acht Stahlbeton-Fertiggaragen von Helmut Herrmann in Mainleus.

Ortsabrundung Auf Antrag von Reiner Stenglein erließen die Marktgemeinderäte eine Ortsabrundungssatzung für Schwarzach. Stenglein hatte bereits im vergangenen Jahr einen Garagen-/Hallenneubau geplant. Wegen fehlender Außenprivilegierung wurde diese Anfrage jedoch bereits zwei Mal abgelehnt. Wenn die Ortsabrundungssatzung gilt, wäre solch ein Anbau möglich.

Löschwasserbehälter Die Sanierung des alten Löschwasserbehälters in Heinersreuth würde 62 000 Euro kosten. Doch der Standort ist problematisch - zu nah an Scheunen. Deshalb entschieden die Marktgemeinderäte einhellig, den Löschwasserbehälter neu zu bauen. Kosten: 80 000 Euro.