Der Kreisjugendring lud Kulmbacher Kinder am schulfreien Buß- und Bettag in die Wichtelwerkstatt ein.
Seit der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, haben viele Eltern ein Problem, denn ihre Kinder haben schulfrei. Zwar haben immer mehr Tagesbetreuungs- und Horteinrichtungen an diesem Tag geöffnet, dennoch gibt es zahlreiche Kulmbacher, die auf ein zusätzliches Betreuungsangebot angewiesen sind.
Für diese Jungen und Mädchen hat sich der Kreisjugendring bereits vor Jahren ein Konzept ausgedacht: die Wichtelwerkstatt.
45 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren konnten sich auch gestern wieder in den Räumlichkeiten des Pfarrsaals St. Hedwig austoben, hübsche Dekorationsgegenstände basteln oder leckere Butterplätzchen backen. Fünf Betreuer des Kreisjugendrings sowie vier feste Mitarbeiter des Jugendzentrums "Alte Spinnerei" sorgten für Spiel, Spaß und reibungslose Abläufe.
"Wir freuen uns, dass wir unsere Aktion im Pfarrsaal durchführen dürfen", sagte Alexandra Schmelz von der Landkreisjugendarbeit. Nachdem das Jugendzentrum von der alten Spinnerei in die neuen Räumlichkeiten im Kulmbacher Bahnhof umziehen musste, sei dort kein Platz mehr für größere Aktionen. "Wir sind darauf angewiesen, dass uns Schulen, Kirchen oder die Awo die Türen öffnen und sehr dankbar dafür, dass für uns stets ein offenes Ohr ist", erklärte Alexandra Schmelz.
Schneeflocken aus Eisstielen
Die Räumlichkeiten in St. Hedwig eigneten sich gut für diese Aktion. In den Innenräumen waren verschiedene Bastelstationen vorbereitet, an denen die Kinder unter anderem hübsche Tannenzapfen in Weihnachtsbäume verwandeln, aus alten Safttüten Räucherhäuschen basteln oder aus Eisstielen Glitzer-Schneeflocken basteln konnten.
Matteo, Greta und Yannick von der Melkendorfer Schule waren mit Eifer dabei, ein süßes Windlicht zu basteln, und auch wenn Matteo lieber Fußball spielt, machte ihm die Aktion Spaß. "Ich backe besonders gern", verriet Greta und konnte es kaum erwarten, denn alle Kinder durften in der Küche auch in der Weihnachtsbäckerei tätig werden. "Es duftet so gut", schwärmten alle, und man darf verraten: Geschmeckt hat es auch noch.
"Ich mag alle Plätzchen"
Das befanden auch Romy, Lukas und Isi, die fleißig Teig ausrollten und mit Förmchen Plätzchen ausstachen. "Ich mag am liebsten Marmeladenplätzchen", sagte der siebenjährige Lukas, "und ich mag alle Plätzchen", sagte Greta.
Deutschland ist ein reiches Land ( angeblich ). Warum führt man den Buß- und Bettag nicht wieder als Feiertag ein? Dann bräuchte es das ganze "Wohin mit den Kindern" an diesem Tag gar nicht. Dann wären Kinder und Eltern an diesem Tag wieder zusammen und könnten gemeinsam etwas unternehmen. Wo ist da unser schöner Herr Bedford-Strohm? Warum setzt er sich da nicht genauso ein, wie wo anders?
Die Wirtschaft kann doch keinen weiteren Feiertag verkraften. Auch die regulären Sonntage sind auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Leben und Erholung ist im Bruttosozialprodukt von heute nicht mehr vorgesehen.