Es könnte so schön sein: Schnelles Internet in jedem Haushalt, in der Großstadt, in der Kleinstadt, auf dem Dorf. Die Wirklichkeit sieht freilich anders aus. Und da, immerhin, sind sich alle Beteiligten an der Podiumsdiskussion in der "Kommunbräu" einig: Das muss sich ändern.

"Schnell handeln"

"Wir müssen schnell handeln, da muss schnell Geld her", forderte zum Beispiel Inge Aures (SPD). Sowohl die CSU als auch deren zeitweiliger Koalitionspartner FDP hätten da einiges verschlafen. Es sei nun Zeit, dass die Menschen auf dem flachen Land die gleichen Möglichkeiten bekämen wie die, die in den Metropolregionen lebten.

Was Michael Otte (FDP) betrifft, so scheint der mit der Internet-Versorgung am Standort seines Unternehmens ganz zufrieden zu sein. Gleichwohl sieht auch er auf dem Gebiet einige - von der CSU verursachte - Versäumnisse und mahnte ein Ende des Stillstandes an: Das sei unerlässlich für die mittelständischen Unternehmen im Land.

Klare Worte kamen von Rainer Ludwig (Freie Wähler): "Wir fordern 100 Prozent Glasfaser für alle und eine flächendeckende Mobilfunkversorgung nach 5-G-Standard."

Martin Schöffel (CSU) dementierte: Bayern sei das einzige Bundesland, das in der laufenden Legislaturperiode 1,5 Milliarden Euro für den Breitband-Ausbau bereitgestellt habe. Das sei auch für kommende Generationen wichtig: "Wir wollen jedes Haus bis hin zum letzten Bauernhof bestens erschließen."

Das es beim Thema "Digitalisierung" nicht allein um die technische Ausstattung und Ausrüstung geht, machten andere Teilnehmer an der Diskussionsrunde deutlich. So verwies Oswald Greim (Die Linke) darauf, dass eine gute Breitband-Versorgung mit dazu beitragen könne, dass es mehr Arbeitsplätze auf dem flachen Land gebe. Das vermindere die Pendlerzahlen - und nütze denen, die sich den immer teurer werdenden Wohnraum in den Metropolen nicht leisten könnten.

Gegen Abwanderung

Ähnlich sieht das der ödp-Kandidat Reinhard Englert.

Digitalisierung ermögliche es, Arbeitsplätze auf dem Land zu schaffen oder zu halten und damit der Abwanderung entgegenzuwirken.

Allerdings berge die zunehmende Digitalisierung auch Gefahren. Für Kinder sei eine zu intensive Nutzung entwicklungshemmende. Zudem machten die die neuen Medien die Menschen manipulierbar: "Da müssen wir hellwach sein."

Während sich Gerd Kögler (Afd) vor allem gegen den Vorwurf verwahrte, die AfD habe die Digitalisierung gar nicht in ihrem Wahlprogramm ("Steht auf Seite 71 bis 73"), verwies Wilfried Kukla (Grüne) wie schon zuvor Oswald Greim und Reinhard Englert auf die Gefahren, die im Netz lauern können. Es sei wichtig, Straftaten im Netz konsequent zu ahnden und die Medienkompetenz von von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Darum ging es bei der Diskussion auch: Innere Sicherheit, Familienpolitik und Bildung.

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