Realschule, zwei Gymnasien, Berufsschule und berufliches Schulzentrum: Da kommt Einiges an Bauunterhalt für den Landkreis zusammen. Die energetische Ertüchtigung von Fassaden steht an, undichte Dächer sind zu flicken, Heizungen auszutauschen, Elektrotechnik zu erneuern, Außenanlagen zu sanieren. Für die Arbeiten an den Schulgebäuden muss der Kreis allein im laufenden Jahr mehr als 2,7 Millionen Euro an Eigenmitteln aufwenden.

Die Aufwendungen sind aufgelistet im Kreishaushalt, der in Teilen im Bauausschuss vorberaten wurde. Was die Schulen angeht, so wurden für drei Maßnahmen konkrete Aufträge vergeben. 295.000 Euro sind für die nächsten Vorhaben im Pausenhallen-Neubau am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium nötig. Für eine Teilfassadensanierung des Caspar-Vischer-Gymnasiums schlagen Kosten in Höhe von rund 95.000 Euro zu Buche. Schließlich muss das Dach der Dreifachsporthalle der Realschule abgedichtet werden, wofür heuer 120.000 Euro veranschlagt sind (die Gesamtkosten werden auf 1,33 Millionen Euro geschätzt, wovon der Landkreis 810.000 Euro schultern muss).


Investition ins Landratsamt

"Die Schulen sind uns lieb und teuer", sagte Kämmerer Rainer Dippold. Aber nicht nur die. Sanierungsbedarf besteht auch für das Landratsamt. Es geht unter anderem um die östliche Fassade am Altbau sowie die Erneuerung der Heizung und die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Lampen. "Die Maßnahme hätten wir ohnehin angehen müssen - doch jetzt haben wir die Gelegenheit, über das Kommunale Investitionsprogramm an Fördergelder zu kommen", sagte Landrat Klaus Peter Söllner (FW). Nach den Worten von Kreisbaumeister Andreas Schülein werde die Sanierung zugleich genutzt, um gegen die "akute Raumnot" im Gebäude vorzugehen. "Wir können den Bereich unter den Sitzungssälen gleich mit ausbauen und damit acht Büros schaffen, die dringend benötigt werden."

Veranschlagt sind 1,93 Millionen Euro, die Höhe der förderfähigen Kosten beläuft sich laut Schülein auf 1,62 Millionen. Die entsprechende Anfrage liege derzeit bei der Regierung von Oberfranken zur Prüfung.

Was den allgemeinen Bauunterhalt des Landkreises angeht, so hat sich laut Kämmerer Rainer Dippold der Zuschussbedarf im Tiefbau nochmals um 124.000 auf 820.000 Euro erhöht. Die Begründung dafür: Zum einen habe der Ansatz im vergangenen Jahr nicht ausgereicht, sodass zusätzliche 24.000 Euro in 2016 verschoben werden mussten; zum anderen seien rund 100.000 Euro für weitere Aufwendungen aufgrund der neuen Trinkwasserverordnung aufgelaufen.


Neue Fahrzeuge sind nötig

Im Bereich Verkehr müssen, so der Kämmerer, unter anderem Gelder eingestellt werden für die Beschaffung neuer Fahrzeuge sowie Deckenerneuerungen bei den Kreisstraßen. Kosten hier: etwa 782.000 Euro an Eigenmitteln. Beim Jugendtagungshaus in Wirsberg werden für Unterhalt und Bewirtschaftung rund 25.000 Euro aufgerufen. "Das Geld ist gut angelegt, denn de Einrichtung ist eine echte Erfolgsgeschichte angesichts von rund 11.800 Übernachtungen im vergangenen Jahr", zeigte sich Landrat Söllner erfreut.


Erst Minus, dann Plus

Insgesamt sieht der Vermögenshaushalt für 2016 eine rechnerische Nettoneuverschuldung von 1,29 Millionen Euro vor. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei 1,14 Millionen Euro, wurde allerdings durch mehr als 1,5 Millionen an Stabilisierungshilfen wettgemacht. Söllner: "Das dürfte für heuer ähnlich laufen, insofern können wir unsere guten Bemühungen um eine Haushaltskonsolidierung fortsetzen."