Unzählige Anrufe und Sitzungen habe es mit dem ehemaligen CSU-Abgeordneten und Alt-Landrat Herbert Hofmann gegeben. "Aber trotz aller zentralistischen Tendenzen, es muss auch in Zukunft Krankenhausbetten im ländlichen Raum geben. Krankenhausbetten muss man vorhalten - wie wichtig das ist, hat man beispielsweise bei dem tragischen Unglück in Bad Aibling gesehen", so Stamm und erklärte offen, dass sie der Diskussion, dass es in Deutschland zu viele Krankenhausbetten gäbe, überdrüssig sei.

Die Geschäftsführerin des Klinikums, Brigitte Angermann, musste nicht viel Worte um die Fachklinik machen. Die Einrichtung hat 87 Betten, davon stehen 40 der geriatrischen Reha zur Verfügung, 22 der orthopädischen Reha. Und außerdem verfügt die Fachklinik Stadtsteinach über 25 Akutbetten.

"Wir könnten die Rehabilitationsbetten fast aus unserem eigenen Haus, aus dem Klinikum füllen", erklärte Angermann das Konzept. Und die Ärzte Ute Moreth und Thomas Banse waren an ihrer Seite und leisteten fachlichen Beistand.

Landrat Klaus Peter Söllner erinnerte ebenfalls an die Situation vor mehr als 20 Jahren. Damals war Söllner Bürgermeister. "In der Stadt gab es die Angst, dass es bald vorbei sein könnte, wenn das Klinikum Kulmbach die Fachklinik unter sein Dach nimmt", so Söllner. Und natürlich habe es Proteste gegeben, als Abteilungen wie die Chirurgie geschlossen wurden. "Aber wir haben damals den richtigen Schritt getan."

Die Abrechnungsmodalitäten allerdings sind ein Spagat, musste die Klinikums-Geschäftsführerin Brigitte Angermann auf Nachfrage der Landtagspräsidentin offen zugeben. Denn Bayern habe die niedrigsten Pflegesätze. "Wir bieten hohe Qualität, aber die wird fast nicht bezahlt", so Angermann. Vor Herausforderungen werden die Häuser auch gestellt, weil die Patienten immer älter werden.

Außerdem wird die Gewinnung von Ärzten und von Pflegekräften von Jahr zu Jahr schwieriger, so Angermann. "Wir stellen jedes Jahr 30 Pflegekräfte ein, in diesem Jahr haben wir erst 15 Zusagen vergeben, wir könnten noch 15 aufnehmen", so die Geschäftsführerin. Doch unterm Jahr sind die Märkte ausgedünnt, Pflegekräfte sind quasi nicht mehr zu bekommen.

Die beiden Landtagsabgeordneten Ludwig Freiherr von Lerchenfeld und Martin Schöffel (beide CSU) sprachen sich weiterhin für die Beibehaltung der Eigenständigkeit aus.

Die Landtagspräsidentin überzeugte sich bei einem Rundgang durch die Fachklinik selbst von der Qualität, plauderte mit Patienten. Ilse Brandel hat beispielsweise ein neues Kniegelenk bekommen. Jetzt macht sie in Stadtsteinach mehrere Wochen Reha und ist guter Dinge, dass alles gut wird. "Ich bin hier sehr zufrieden", sagte die Patientin und freute sich über diesen Überraschungsbesuch - ebenso wie viele andere Patienten.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner hatte beim gemeinsamen Mittagessen noch ein Anliegen auf dem Herzen: Er hoffe auf Unterstützung des Freistaates auch beim neunten Bauabschnitt für das Klinikum. "Wir brauchen in diesem Jahr nicht dreißig oder vierzig Millionen, sondern wir wollen nur sicherstellen, dass wir eingeplant bleiben."