"Viele Kupferberger haben nicht gewusst, was da abgeht. Das ist jetzt vorbei. Jetzt kann Kolenda nicht mehr im Verborgenen agieren und steht unter Beobachtung. Das war mein Ziel." Sascha Opel, der aus der kleinen Stadt stammt, hat den Streit zwischen dem designierten Bürgermeister Alfred Kolenda (UKW) und Bäckerei-Chef Fritz Dumler weiter angeheizt.

Der Unternehmer und der Politiker sind Nachbarn und liegen sich wegen angeblicher Lärmbelästigung in den Haaren.

Opel ist mit Dumler entfernt verwandt und kennt viele seiner Mitarbeiter schon lange. "Ich habe früher Ferienjobs in der Bäckerei gemacht. Ich habe Freunde und Bekannte dort und will nicht, dass die ihren Job verlieren."
Vor einigen Tagen habe Opel, der inzwischen seit über sieben Jahren in Bayreuth wohnt, Fritz Dumler getroffen. Der habe ihm erzählt, dass er sich mit einem Brief an den Stadtrat gewandt hat. Grund: Dumler habe Angst, dass sich keiner der Räte mehr für ihn einsetzt, wenn Alfred Kolenda Bürgermeister ist. Nur ein Stadtrat habe sich in den folgenden Wochen bei Dumler gemeldet.

Infolge der Entwicklungen will Opel auch ein zinsloses Darlehen von der Stadt zurückfordern, das er für die Erschließung mit schnellem Internet zur Verfügung gestellt habe. Es gehe um 90 000 Euro, von denen erst knapp die Hälfte an ihn zurückgezahlt worden sei.

Die Stadt habe damals nicht die nötigen Eigenmittel besessen, um an die Förderung für den DSL-Anschluss ranzukommen. "Ich sah die Erschließung mit schnellem Internet als existenziell für die ansässigen Betriebe und künftige Ansiedlungen an und habe nicht gezögert, da kurzfristig und unkonventionell einzuspringen."

Und was sagt er zu der Andeutung Kolendas, er habe ein Problem mit Recht und Gesetz? " Ich stehe zu allem, was ich gemacht habe, und habe damit kein Problem, wenn andere dies gegen mich verwenden wollen."

Wie es nun weitergeht, das will Firmenchef Fritz Dumler abwarten: "Ich habe einen Brief an Alfred Kolenda geschrieben und versuche, ein Gespräch mit ihm zu finden. Jetzt warte ich seine Reaktion ab", erklärt er. Auch seine Mitarbeiter wollten ein gemeinsames Schreiben an den designierten Bürgermeister verfassen. "Die haben absolute Existenzangst."

Die Befürchtung des Unternehmers: "Wenn es keine Einigung gibt, wird es richtig heftig." Doch dass es soweit kommt, das will er nicht: "Es muss doch möglich sein, nachdem es niemals ein böses Wort zwischen uns gab, sich zusammenzusetzen und außergerichtlich zu einigen."

Er weiß auch um die Auflage, dass nicht vor 4.30 Uhr Waren ausgeliefert werden sollen und räumt ein, dass das nicht gelingt. "Aber als die Auflage kam, waren die Autos noch lauter und der Bordstein zu meiner Auffahrt nicht abgesenkt."

Seit sich die Autos mit ausgeschaltetem Motor die Zufahrt hinunter rollen lassen und die Bordkante abgesenkt wurde, sei die Lage etwas besser geworden, bestätigt auch Alfred Kolenda. "Aber warum hat er das nicht schon vor 20 Jahren so gemacht?" Kolenda zufolge sei das aber nur ein Teil des Problems, vor allem bewegt ihn die Frage: "Wie geht es weiter, wenn ein bisschen Zeit verstrichen und wenn für eine Erweiterung eine Baugenehmigung erteilt ist?"

Mit Blick auf die Facebook- Diskussion und die Aussage Dumlers, er stehe hinter den Äußerungen von Sascha Opel, sieht er keinen Gesprächsbedarf. "So geht das nicht." Er werde sich mit seinem Rechtsanwalt besprechen, sagt er und fügt hinzu: "Vielleicht wäre es gut, wenn sich Dumler auch einen nehmen würde, der ihn einmal aufklärt." Den Brief Dumlers habe er jedenfalls noch nicht erhalten.

Zu dem von Sascha Opel angesprochenen Kredit dürfe er sich nicht äußern, so Kolenda:. "Es gibt ein Darlehen, aber dessen Bedingungen wurden in nichtöffentlicher Sitzung besprochen." Das Geld sei aufgenommen worden, als Sascha Opels Vater, Herbert Opel, Bürgermeister in Kupferberg gewesen sei. Ob das seinerzeit nicht anders zu regeln gewesen wäre, könne er nicht sagen. Wenn Sascha Opel das Geld nun zurückfordere, werde die Stadt daran nicht untergehen, so Kolenda.