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Kulmbach
Baustelle

Kulmbacher Wahrzeichen wird auf Vordermann gebracht

Frühjahrsputz am Roten Turm, damit künftig nichts mehr bröckelt und bröselt. Vor allem das Fachwerkgeschoss muss dringend saniert werden.
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Der Rote Turm wird auf Vordermann gebracht. Vor allem das Fachwerkgeschoss muss dringend saniert werden. Bisher verhindert ein grünes Sicherungsnetz, dass rausgebrochene Putzteile runterfallen. Foto: Katrin Geyer
Der Rote Turm wird auf Vordermann gebracht. Vor allem das Fachwerkgeschoss muss dringend saniert werden. Bisher verhindert ein grünes Sicherungsnetz, dass rausgebrochene Putzteile runterfallen. Foto: Katrin Geyer
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Der Rote Turm, eines der markantesten Bau werke der früheren Kulmbacher Stadtmauer, leidet unter den Folgen einer 35 Jahre zurückliegenden Sanierung. Damals ist im Fachwerkgeschoss der falsche Putz aufgebracht worden. "Zu hart und zu dick", sagt der Chef des städtischen Hochbauamts, Bernd Ohnemüller. Für den Außenputz der Gefache sei ein viel zu harter Mörtel - und dazu noch drei bis fünf Zentimeter stark - verwendet worden. Die Folge: Es sind immer wieder Putzbrocken runtergefallen. Eine ständige Gefahr für Anwohner und Passanten.

Die Stadt hat schon vor zwei Jahren reagiert und an den schadhaften Stellen grüne Sicherungsnetze angebracht. Dadurch bröselt und bröckelt zwar nichts mehr, aber das Problem ist auch nicht gelöst.

Deshalb ist nun eine grundlegende Schönheitskur mit Frühjahrsputz angesagt. Derzeit wird der Rote Turm - er misst vom mächtigen, eineinhalb Meter dicken Mauerwerkssockel bis zur Spitze stattliche 27 Meter - komplett eingerüstet. "Wir machen den ganzen Turm komplett, Putz- und Malerarbeiten, Sandsteinreparatur, Holzschutz und Gerüstarbeiten", erklärt Malermeister Andreas Kamlowski von der gleichnamigen Kulmbacher Firma.

Ab Donnerstag wieder befahrbar

Das Gerüst soll am Mittwoch stehen, so dass die Sperrung des Röthleinsbergs ab Donnerstag wieder aufgehoben wird. Dann kann's losgehen. "Zunächst werden wir uns den Turm ganz genau anschauen", betont Ohnemüller. Sollten sich keine neuen Schadensbilder ergeben, rechnet er damit, dass die Arbeiten sechs bis acht Wochen dauern.

Nach den Worten des Baufachmanns werden die Putzfelder abgenommen und durch einen schwachen Kalkputz ersetzt, die Fenster und die Fensterläden gestrichen. Der Sandstein wird saniert und ausgebessert, Lücken und Risse im Holzfachwerk werden ausgespant oder mit Holzpaste verpresst. Weiterhin ist vorgesehen, das Dach, das Dachgesims und die Flaschnerarbeiten zu überprüfen. Das gesamte Vorgehen, so Ohnemüller, ist mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgesprochen.

Die Stadt Kulmbach hat, wenn keine weiteren Schäden auftreten, mit Kosten von 30.000 bis 35.000 Euro kalkuliert. Zuschüsse gibt es vom Landesamt für Denkmalpflege und vom Kulmbacher Landratsamt.

Man darf davon ausgehen, dass der jetzige Frühjahrsputz länger hält als die Sanierung Ende der Siebziger. Wobei sich aber immer noch die Frage stellt, ob man das Turmstübchen nicht ab und zu für Veranstaltungen nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich machen könnte.

Auszug aus der Denkmalliste

Kapellengässchen 5 so genannter Roter Turm - fünfgeschossiger Wohnturm mit Spitzhelm, im Kern um 1300, nach Mitte 16. Jahrhundert erneuert.
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