Ein 20-jähriger Mann aus dem östlichen Landkreis Kulmbach stürzte am Samstagnachmittag aus bislang unbekannter Ursache von der Klippe des Staffelbergs. Dabei zog sich der junge Mann schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen zu. Etwa 20 bis 25 Meter fiel der 20-jährige Kulmbacher vom Hochplateau, unweit des Loffelder Kreuzes, in die Tiefe. Er war spazieren am Staffelberg, hielt sich dabei auch nahe an den Klippen auf und rutschte wohl aus. Unterhalb des Plateaus, im Löwental, blieb der Schwerverletzte an einer abschüssigen, schwer erreichbaren Stelle liegen. Ein Begleiter alarmierte umgehend den Rettungsdienst.

Die zu Hilfe gerufenen Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Bergwacht versorgten den Abgestürzten medizinisch. Die Bergung des Abgestürzten gestaltete sich schwierig, weil die Einsatzkräfte keinen direkten Zugang zu dem Verletzten hatten. Mit einer Schleifkorbtrage und einer Seilsicherung wurde der verletzte Mann dann geborgen.

Glitschiger Untergrund

Kreisbrandmeisterin Nicole Trapper von der Staffelsteiner Feuerwehr sagt, dass die Bergung problematisch gewesen sei wegen des unwegsamen Geländes und des glitschigen Untergrunds. Die Bergung mit der Rettungsleiter (als Kran verwendet) schied aus, weil der Verletzte zu weit vom Felsen entfernt lag. Die Drehleiter sei zwar vor Ort gewesen, doch dann sei entschieden worden, den Verletzten von unten zu bergen. An einem Seil entlang wurde er auf der Schleifkorbtrage mit Manpower zum Hubschrauber gebracht.

Verletzter war ansprechbar

Der 20-Jährige aus dem Kreis Kulmbach, der nach seinem Sturz ansprechbar war, wurde schließlich mit der Schleifkorbtrage und mittels eines gespannten Sicherungsseils an dem steilen Abhang geborgen und mit dem Hubschrauber in ein Klinikum gebracht. Die Suche nach einem freien Klinikbett gestaltet sich derzeit wegen der angespannten pandemischen Situation nicht leicht.

Michael Liebl von der Staffelsteiner Feuerwehr war vor Ort. "Wir mussten erstmal zum Verletzten hinkommen, das ging nur zu Fuß", sagt er. "Wir konnten unterhalb des Staffelbergs, an der Loffelder Seite, hinfahren." Seine Kollegin Nicole Trapper lotste vom Hochplateau aus den First-Responder-Einsatz der Staffelsteiner Feuerwehrleute, die die Erstversorgung übernahmen, nachdem zwei Passanten ihn zunächst betreut hatten. Die Feuerwehr versorgte den 20-Jährigen, bis ein Notarzt eintraf.

Ohne Allradantrieb geht dort kaum etwas

"Das Wichtige dort oben ist eine schnelle Lageerkundung - und es ist wichtig, ortskundig zu sein", sagt Michael Liebl. Wo kann man unterhalb des Plateaus entlangfahren? Alle Fahrzeuge ohne Allradantrieb müssten relativ weit unten stehen bleiben, sagt er. Die Bergung sei in diesem Fall nur mit der Schleifkorbtrage machbar gewesen, ergänzt er. Das Winschen mit dem Hubschrauber war nicht möglich. "Wir wissen, dass und wie wir raufkommen", sagt Liebl, "aber wenn so etwas im Winter passiert, müssen wir vorher mit Schneeketten aufziehen, dann wird's heftig."

Tobias Eismann, der Einsatzleiter des Rettungsdienstes, erklärt: "Sobald auf dem Staffelberg etwas passiert, geht die Bergwacht mit raus." Problematisch sei eine Rettung unterhalb des Plateaus jedesmal, weil viele Stellen nur zu Fuß zu erreichen seien. "Wir kommen rauf, das geht schon", fügt er hinzu. Denn aufgrund der Einsatzanforderungen durch die ICE-Trasse würden vom BRK nur noch Rettungswagen mit Allradantrieb beschafft, was von der Bahn bezuschusst werde - "das ist der positive Nebeneffekt der ICE-Trasse".

Drei Notärzte und der Nürnberger Rettungshubschrauber waren vor Ort. Die Feuerwehr setzte rund 30 Einsatzkräfte ein, insgesamt waren etwa 60 Kräfte an der Bergung am Samstagnachmittag beteiligt.