Dies sei auch Ausdruck der hervorragenden Arbeitsleistung aller Mitarbeitenden im Unternehmen, denen der Dank beider für die hervorragende Arbeitsleistung, aber auch für den Zusammenhalt während der Corona-Pandemie galt. Eine finanzielle Belastung für die Verbandsmitglieder Stadt und Landkreis Kulmbach ist nach Angaben der Verantwortlichen weiterhin nicht nötig, weil alle Investitionen aus Eigenmitteln finanziert werden können. Ein kontinuierliches Wachstum sei wichtig, so Söllner, um dies weiter zu gewährleisten und um im Wettbewerb mit anderen Kliniken bestehen zu können.

Nach Aussagen des Verbandsvorsitzenden konnten Wirtschafts- und Stellenplan erst jetzt verabschiedet werde, da Corona-Pandemie und fehlende Entgeltverhandlung eine frühere Erstellung unmöglich gemacht hätten. Umsatzeinbrüche durch die Allgemeinverfügung der bayerischen Staatsregierung vom 20. März mit der Verpflichtung, Kapazitäten frei zu halten, planbare Eingriffe abzusetzen und die Betten in Reha-Einrichtungen frei zu halten, Mehrausgaben für Schutzmaterial, zusätzliches Personal für Eingangskontrollen und Abstrichstelle sowie den eingesetzten Wachdienst hätten erst jetzt in etwa abgeschätzt werden können.

Kooperationsvertrag geschossen

"Die Pflegeausbildung wurde ab dem laufenden Jahr auf die generalistische Pflegeausbildung umgestellt. Im Mai 2020 konnte ein Kooperationsvertrag "Ausbildungsverbund Pflege im Landkreis Kulmbach" unterzeichnet werden. Vertragspartner sind die beiden Pflegeschulen im Landkreis, die Wohlfahrtsverbände und das Klinikum. Am 1. September hätten 24 Mitarbeiter die Ausbildung zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau begonnen", so Söllner.

Das Klinikum geht heuer von 23300 Fällen aus - das wären 2100 weniger als im Vorjahr, was bedingt sei durch die Corona-Einschränkungen. Im Stellenplan sind 1241,07 Stellen ausgewiesen. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2019 um 23,21 Planstellen. Im Wesentlichen handelt es sich um 11,4 Stellen im Pflegedienst, neun Stellen im medizinisch-technischen Dienst und zwei Stellen in der IT.

Insgesamt sind am Klinikum mit der Fachklinik derzeit 1646 Bedienstete beschäftigt. Damit sei das Klinikum weiter größter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Region. Derzeit befänden sich 78 junge Menschen in Ausbildung, davon 65 in der Krankenpflege, unterstrich der Verbandsvorsitzende.

In folgende Projekte, die zum Teil parallel umgesetzt werden, wird im laufenden Jahr investiert:

Der erste Bauabschnitt der Erweiterung wurde nach Angaben Söllners abschnittsweise von November 2019 bis Juni 2020 in Betrieb genommen. Die für die Unterbringung der Patienten so wichtigen Pflegestationen habe im Februar den Betrieb aufgenommen. Damit seien Zeitplan und Kosten im Wesentlichen eingehalten worden.

100 Millionen Euro

Für die Erweiterung des Neubaus Süd um ein fünftes Obergeschoss, den Neubau West und die Sanierung West seien im Dezember 2017 Antrag auf Vorwegfestlegung im nächsten Jahreskrankenhausbauprogramm gestellt worden. Die Maßnahme mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro sei im Juli 2018 vom Ministerrat genehmigt und im Jahreskrankenhausbauprogramm festgelegt worden. Man erhalte eine Festbetragsförderung von 66,41 Millionen Euro.

Der zweite Bauabschnitt habe aufgrund der Teilbilligung von Tiefbaumaßnahmen bereits im Februar begonnen werden können. Das Jahr 2020 werde von Tiefbaumaßnahmen, der Herstellung eines Interimseingangs und der Herstellung der Baugrube geprägt sein. Mit dem Rohbau solle im Frühjahr 2021 begonnen werden. Für den zweiten Bauabschnitt sind in 2020 Ausgaben in Höhe von 9,5 Millionen Euro geplant.

Im Jahr 2020 sind mit dem Austausch eines Herzkatheterlabors sowie den aus pauschalen Fördermitteln zu finanzierenden Maßnahmen Investitionen in Höhe von ca. 3,6 Millionen Euro geplant.

Geschäftsführerin Brigitte Angermann betonte, dass im laufenden Jahr erstmals die tatsächlichen Ausgaben für Pflege bezahlt würden. Das Klinikum Kulmbach sollte hier profitieren, da auch in den Jahren zuvor nicht an der Pflege gespart worden sei. Zu beobachten sei jedoch, dass mit der Entscheidung, die Pflege auszugliedern und voll zu bezahlen, alle Krankenhäuser versuchten, zusätzliches Pflegepersonal einzustellen, was den Arbeitsmarkt noch mehr belaste.

Personal schwer zu finden

Auch für das Klinikum Kulmbach werde es daher immer schwerer, qualifiziertes Pflegepersonal zu finden. Angermann: "In den vergangenen Jahren wurden viele Maßnahmen ergriffen, um dem Pflegemangel entgegenzuwirken. Dies sind zum Beispiel Vorhaltung einer eigenen Berufsfachschule für Pflege, Erweiterung der Ausbildungskapazitäten um operationstechnische und anästhesietechnische Assistenten, die Teilnahme an zahlreichen Ausbildungsmessen, die Durchführung der ersten Kulmbacher Pflegenacht, die Ausbildung von Pflegehelfern, die Akquise von ausländischen Pflegekräften."

Bei den Aufwendungen erhöhten sich vor allem die Personalkosten durch die Schaffung von rund 23 zusätzlichen Planstellen, die tariflichen Steigerungen sowie die Kosten für medizinischen Sachbedarf. Für die Beschaffung von Schutzmaterial während der Corona-Pandemie seien gegenüber den Vorjahren ca. 1,2 Millionen Euro zusätzlich veranschlagt worden. Auch bei den Arzneimitteln sei mit höheren Kosten zu rechnen, so dass der medizinische Bedarf trotz Belegungsrückgang um 5,55 Prozent höher liege als im Vorjahr.

Im Vermögensplan reduzieren sich die Bauinvestitionen und Fördermittel, da im ersten Jahr des zweiten Bauabschnittes im Wesentlichen Tiefbaumaßnahmen ausgeführt würden.

Die größten Positionen auf der Ertragsseite sind im Jahr 2020 die Erträge aus den Fallpauschalen und der Pflege mit 97,3 Millionen Euro, die Erträge aus Ambulanzen mit 9,2 Millionen Euro und die Erträge aus Wahlleistungen mit 4,7 Millionen Euro.

23.300 Patienten

Die stationären Zugänge in Akutbereich und Reha wurden nach Angaben Angermanns mit 23.300 (-2100) Patienten angesetzt.

Bei den Personalkosten wurde die Schaffung von 23 Planstellen sowie die tariflichen Steigerungen berücksichtigt. Insgesamt sind 2020 voraussichtlich Personalkosten von 86,2 Millionen Euro zu erwarten, das sind 6,4 Millionen Euro mehr als im Ansatz des Vorjahres.

Die größten Positionen auf der Aufwandsseite sind Löhne und Gehälter mit 70,3 Millionen Euro, der medizinische Sachbedarf mit 23,9 Millionen Euro und die Sozialabgaben mit 12,2 Millionen Euro.

Für die Beschaffung von Geräten, Einrichtungsgegenständen, IT u. ä. wurden, so die Geschäftsführerin, für die beiden Betriebsstätten 2,6 Millionen Euro angesetzt, für die in gleicher Höhe pauschale Fördermittel zur Verfügung stünden. Insbesondere die Digitalisierung erfordere aktuell und in den nächsten Jahren jedoch erhebliche Investitionen, die aus den pauschalen Fördermitteln kaum gedeckt werden könnten.